Montag, 2. Februar 2015

Krebs war die zweithäufigste Todesursache

WIESBADEN – 25 % aller im Jahr 2013 in Deutschland verstorbenen Personen
erlagen einem Krebsleiden (bösartige Neubildung). Wie das Statistische
Bundesamt (Destatis) zum Weltkrebstag am 4. Februar 2015 weiter mitteilt,
bleibt Krebs mit 223 842 Sterbefällen nach den Herz-Kreislauferkrankungen die
zweithäufigste Todesursache.

Montag, 27. Oktober 2014

Älter werden in Balance

Durch körperliche Aktivität und Bewegung die Gesundheit und Lebensqualität älterer Menschen in Deutschland fördern und Pflegebedürftigkeit so weit wie möglich hinauszögern - das ist die Zielsetzung des neuen Präventionsprogramms ‚Älter werden in Balance‘ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), das durch den Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) gefördert wird.

Die Lebenserwartung hat sich in den letzten 100 Jahren nahezu verdoppelt. Bis zum Jahr 2050 werden nach Prognosen des Statistischen Bundesamtes ca. 23 Millionen Menschen im Alter über 65 in Deutschland leben. Aber werden die Menschen auch gesund älter?

"Wir wissen, dass ältere Menschen heute selbstbestimmt und selbstständig leben wollen. Sie möchten mobil bleiben, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und ihren Alltag gestalten", erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "Das Programm ‚Älter werden in Balance‘ unterstützt ältere Frauen und Männer in ihrem Bestreben, ein selbstständiges Leben bei guter Lebensqualität bis ins hohe Alter zu führen".

Um Selbstbestimmung, Mobilität und Lebensqualität im Alter zu fördern, hat die BZgA mit Unterstützung durch den Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) das Programm ‚Älter werden in Balance‘ entwickelt. Dazu erklärt Dr. Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbandes: "Die Private Krankenversicherung sichert mit ihren Voll- und Zusatzversicherungen nicht nur das Pflegerisiko ab, sie setzt sich auch dafür ein, dass Pflegebedürftigkeit möglichst gar nicht erst entsteht und die Menschen länger selbständig und ohne fremde Hilfe leben können. Wenn es uns gelingt, die Anzahl gesunder Lebensjahre jedes Einzelnen zu erhöhen, ist das nicht nur gut für die Kostenträger, sondern vor allem für jeden Einzelnen wie auch für unsere gesamte Gesellschaft. Deshalb finanziert die PKV jetzt das neue Programm ‚Älter werden in Balance‘."

Im Fokus des neuen BZgA-Programms steht die Gesundheitsförderung älterer Menschen durch Bewegung. "Die neuere Forschung zeigt, dass Bewegungsaktivitäten auch im fortgeschrittenen Alter einen hohen gesundheitlichen Nutzen haben", erklärt Elisabeth Pott.

"Das Risiko an koronarer Herzkrankheit, Bluthochdruck, Schlaganfall oder Diabetes Typ 2 zu erkranken, kann durch körperliche Aktivität gemindert werden. Aktuelle Studien bestätigen, dass eine Steigerung von Bewegung im Alltag auch positive Effekte hat, wenn bereits Einschränkungen und Krankheiten vorliegen", so Prof. Pott weiter. Aktuelle Daten belegen allerdings, dass sich derzeit etwa 80 Prozent der 60- bis 79-Jährigen nicht ausreichend bewegen.

‚Älter werden in Balance‘ richtet sich an Frauen und Männer ab 65 Jahren. Das Präventionsprogramm verbessert mit gezielten Informationsangeboten das individuelle Gesundheitswissen älterer Menschen und motiviert mit leicht umzusetzenden Anregungen zu mehr Bewegungsaktivität im Alltag.

Als Botschafter des Programms unterstützt Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln mit seiner sportwissenschaftlichen Kompetenz ‚Älter werden in Balance‘.

Darüber hinaus ist Prof. Dr. Andreas Kruse, Gerontologe der Universität Heidelberg, einer der Botschafter des neuen Präventionsprogramms der BZgA. Die Überprüfung der Alltagstauglichkeit der Programminhalte für die Zielgruppe erfolgt in enger Abstimmung mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO).

Auf der Internetseite http://www.aelter-werden-in-balance.de gibt es praktische Tipps und einen Film zum Programm ‚Älter werden in Balance‘. Zum Auftakt des neuen Präventionsprogramms startet die BZgA heute den Fotowettbewerb "Bewegte Momente" auf http://www.aelter-werden-in-balance.de. Gesucht werden Fotos von Menschen über 60 Jahren mit ihren persönlichen Bewegungserlebnissen.

Informationen zum BZgA-Programm ‚Älter werden in Balance‘ und dem Fotowettbewerb finden Sie unter http://www.aelter-werden-in-balance.de. Dort ist auch der Film zum Programm zu sehen.

Unter dem Link http://www.aelter-werden-in-balance.de/presse.html stehen rechtefreie Fotos zum Programm ‚Älter werden in Balance‘ zur Verfügung

Die Broschüre "Alltag in Bewegung" können Sie unter http://www.bzga.de/infomaterialien/gesundheit-aelterer-menschen bestellen.

Samstag, 25. Oktober 2014

Zufriedenheit statt Schlankheitswahn

Körperzufriedenheit für jede Frau ist das Ziel des neuen Online-Programms everyBody, das Wissenschaftler des Instituts für Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Dresden gemeinsam mit der Stanford School of Medicine entwickelt haben. Erstmals ist es jetzt kostenlos für Frauen jeden Alters, jeden Gewichts und jeder Herkunft zugänglich.

„Viele Frauen sind unzufrieden mit ihrer Figur oder ihrem Gewicht und probieren immer wieder Diäten aus, die langfristig wirkungslos bleiben“, sagt Studienkoordinatorin Dr. Ina Beintner. „Ein Zuviel an Beschäftigung mit dem eigenen Aussehen und Essverhalten schadet dem Selbstbewusstsein und hindert Frauen jeden Alters daran, ihr Leben zu genießen und private und berufliche Ziele zu erreichen.“ Hier kann everyBody helfen. Es ist kostenlos und wird wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es den Teilnehmerinnen Selbstbewusstsein und ein gutes Körpergefühl zu vermitteln, unabhängig von Figur und Gewicht.

 Das Programm unterstützt die Frauen bei einem ausgewogenen Essverhalten und setzt sich intensiv mit den vorherrschenden Schönheitsidealen unserer Kultur auseinander.

Jede Interessentin bearbeitet zunächst anonym einen Online-Fragebogen. Anhand der Angaben, die sie dort macht, wird everyBody an die jeweilige Situation der Frau angepasst. Dabei werden die Themen ausgewählt, die für die Teilnehmerin besonders relevant sind. Das Programm besteht aus vier bis zwölf Sitzungen. Jede Woche wird eine neue Sitzung mit neuen Themen freigeschaltet. Frauen, bei denen sich im Online-Fragebogen Hinweise auf eine behandlungsbedürftige Essstörung ergeben, erhalten auf Wunsch eine telefonische Beratung zu Therapiemöglichkeiten.

everyBody ist neuartig, stützt sich aber auf die Erfahrungen wissenschaftlich erprobter früherer Programmversionen. Das Online-Präventionsprogramms StudentBodies gegen Essstörungen hat sich in mehreren wissenschaftlichen Studien mit unterschiedlichen Zielgruppen als sehr wirksam erwiesen. Viele Teilnehmerinnen konnten Figur- und Gewichtssorgen sowie ungünstiges Essverhalten deutlich reduzieren.

Weitere Informationen, eine Probesitzung sowie den Link zum Online-Fragebogen gibt es auf www.everybody-online.de .

Bei großer Nachfrage kann es gegebenenfalls zu Wartezeiten kommen.

Professur für Essstörungen http://www.essstoerungen.tu-dresden.de

Quelle/Text/Redaktion: http://tu-dresden.de


Schutz vor Ebola

Die Ebola-Epidemie in Westafrika breitet sich immer weiter aus, Mitte Oktober sprach die Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell bereits von über 4.000 Toten. Auch hierzulande wächst die Angst, sich anzustecken – nicht erst seit der ersten Infektion in Spanien. Besorgt sind vor allem jene, die aus beruflichen Gründen ins Ausland reisen. TÜV Rheinland bietet Unternehmen deshalb eine umfassende arbeitsmedizinische Vorsorge und reisemedizinische Beratung bei beruflichen Auslandsaufenthalten. Im Falle von Ebola informieren die Expertinnen und Experten auf einer eigenen Website www.tuv.com/ebola über Ansteckungsgefahr, Risiken und Gesundheitsschutz auf Dienstreisen.

Übertragung durch direkten Körperkontakt


„Das Auswärtige Amt rät angesichts der aktuellen Lage dringend von Reisen nach Guinea, Liberia und Sierra Leone ab und ruft zur Ausreise auf. Ausgenommen davon ist dringend benötigtes medizinisches und humanitäres Personal im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Ebola-Epidemie“, erklärt Dr. Wiete Schramm, Fachärztin für Arbeitsmedizin bei TÜV Rheinland. „Die Betriebsärzte von TÜV Rheinland führen die arbeitsmedizinische Vorsorge für Beschäftigte mit beruflichen Tätigkeiten im Ausland mit besonderen klimatischen Belastungen und Infektionsgefährdungen durch“, sagt sie.


Die Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch erfolgt durch den direkten Körperkontakt mit an Ebolafieber erkrankten oder verstorbenen Menschen oder durch den Kontakt mit deren Blut oder anderen Körperflüssigkeiten. Es gibt bisher keine Hinweise auf eine Übertragung von Filoviren auf den Menschen durch die Atemluft. Eine Weitergabe der Infektion während der Inkubationszeit wurde bislang nicht beschrieben. „Das Übertragungsrisiko ist in der Spätphase der Erkrankung am größten, wenn die Viruslast am höchsten ist“, erklärt Dr. Wiete Schramm. Die Ansteckung erfolgt häufig über Kontakt zu den Körpern Verstorbener, beispielsweise bei Beerdigungsritualen.

Weitere Informationen bei TÜV Rheinland auf www.tuv.com/ebola im Internet.

Freitag, 24. Oktober 2014

Neuer Cholesterinsenker getestet

Die heterozygote familiäre Hypercholesterinämie (HeFH) ist eine der häufigsten erblichen Krankheiten. Bei den Betroffenen ist der Cholesterinspiegel erhöht und sie leiden an Arterienverkalkung. Hoffnung macht eine neue Methode: sogenannte PCSK9-Hemmer. Ein Wirkstoff (Evolocumab) wurde im Rahmen einer Klinischen Studie getestet. Die Studienergebnisse wurden jetzt im renommierten Wissenschaftsjournal „The Lancet“ veröffentlicht. Eine Mitautorin ist Prof. Dr. Ioanna Gouni-Berthold vom Zentrum für Endokrinologie, Diabetologie und Präventivmedizin (ZEDP) der Uniklinik Köln.

Foto: Uniklinik Köln/MFK
In der Studie wurden 300 Patienten mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie untersucht, die bereits mit herkömmlichen Cholesterinsenkern (Statinen) behandelt wurden. Trotz dieser Vorbehandlung war ihre mittlere LDL-Cholesterinkonzentration zu Beginn der Studie noch deutlich erhöht. LDL – das Low Density Lipoprotein – wird gemeinhin als das „schlechte“ Cholesterin bezeichnet. Studien zeigen immer wieder einen Zusammenhang zwischen erhöhtem LDL-Cholesterin im Blut und der Entstehung von Arteriosklerose oder koronaren Herzkrankheiten.
Prof. Gouni-Berthold zu den Ergebnissen: „Die Behandlung mit dem PCSK9-Antikörper führte zu einer weiteren etwa 60-prozentigen Reduktion des LDL-Cholesterins über die Statinwirkung hinaus. Hinsichtlich der Sicherheit und Verträglichkeit haben wir beobachtet, dass sich die behandlungsassoziierten Nebenwirkungen nicht signifikant von denen in der Placebogruppe unterschieden haben.“

Die entscheidende Wirkung des PCSK9 ist die Zerstörung des LDL-Rezeptors in der Leber. Der LDL-Rezeptor bindet das zirkulierende LDL-Cholesterin im Blut, der Komplex geht in die Leberzelle hinein und löst sich dort auf. Der LDL-Rezeptor findet seinen Weg zurück zur Zelloberfläche, um weiteres LDL-Cholesterin zu binden und aus dem Blut zu entfernen. So wird das LDL-Cholesterin abgebaut. Dieser Vorgang wiederholt sich alle zehn Minuten und wird unterbunden, wenn die Konzentration des PCSK9 hoch ist, da PCSK9 an den Rezeptor bindet und ihn einem Abbau in der Leberzelle zuführt. Da der LDL-Rezeptor für die Entfernung des LDL-Cholesterins aus der Blutzirkulation verantwortlich ist, führt ein Mangel an LDL-Rezeptoren zu erhöhten LDL-Cholesterinkonzentrationen und langfristig zu Atherosklerose und damit zu einem erhöhten Herzinfarktrisiko. Diese Entdeckungen haben zur Entwicklung von Methoden geführt, welche die Funktion des PCSK9 hemmen. Die am weitesten entwickelte Methode ist die Verwendung von monoklonalen Antikörpern gegen PCSK9.

Diese neuen Arzneimittel, die alle zwei Wochen oder monatlich subkutan gespritzt werden müssen, binden an PCSK9. Sie reduzieren so seine Konzentration und Funktion und erhöhen die Lebensdauer des LDL-Rezeptors und verringern so die Konzentration von LDL-Cholesterin im Blut.

Prof. Dr. Wilhelm Krone, Medizinische Leitung des Zentrums für Endokrinologie, Diabetologie und Präventivmedizin (ZEDP) der Uniklinik Köln teilt die Zuversicht: „Die Absenkung des LDL-Cholesterins durch Statine hat klar bewiesen, dass die Sterblichkeit sowie Herzinfarkt- und Schlaganfallrate gesenkt wird. Dennoch können viele Patienten, insbesondere diejenigen mit einem hohen kardiovaskulären Risiko, mit einer schweren Hypercholesterinämie oder mit einer Statinintoleranz häufig nicht die optimalen LDL-Zielwerte erreichen. Diese neue Klasse von Arzneimitteln scheint sehr vielversprechend für die Behandlung dieser Patientengruppen zu sein. Zusammenfassend sehe ich dieses neue Therapieprinzip als einen Durchbruch für die Behandlung der Hypercholesterinämie.“

Wie Prof. Gouni-Berthold jedoch betont, liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Studien mit PCSK9-Antikörpern vor, die eine Senkung der Sterblichkeit und der kardiovaskulären Ereignisrate belegen – sogenannte Endpunktstudien. „An einer solchen Studie sind wir auch beteiligt – sie läuft aktuell. Die Ergebnisse hieraus werden wir aber frühestens in 2018 präsentieren können“, so die Wissenschaftlerin.

Originalarbeit:

PCSK9 inhibitionwithevolocumab (AMG 145) in heterozygous familial hypercholesterolaemia (RUTHERFORD-2): a randomised, double-blind, placebo-controlledtrial, Prof Frederick J RaalPhD,Prof Evan A Stein PhD,RobertDufourMD,Traci Turner MD,FernandoCiveiraMD,Prof Lesley Burgess MB,GisleLangsletMD,Prof Russell Scott MD,Prof Anders G Olsson MD,David Sullivan MD,G Kees HovinghMD,BertrandCariouMD,IoannaGouni-Berthold MD,RansiSomaratneMD,Ian Bridges MSc,Rob Scott MD,Scott M Wasserman MD,Prof Daniel GaudetMD,forthe RUTHERFORD-2 Investigators, The Lancet - 2 October 2014, DOI: 10.1016/S0140-6736(14)61399-4

Quelle/Text/Redaktion: www.uk-koeln.de