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Dienstag, 27. August 2013

Sport nichts für den kleinen Geldbeutel?

Tennis, Reiten, Skifahren, Fußball oder Hockey - Sport für Kinder geht ins Geld. Die Vereinsmitgliedschaft muss bezahlt, die Kosten für spezielle Schuhe, Kleidung und Zubehör berappt werden. Bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Apothekenmagazins "Baby und Familie" sind zwei Drittel der Deutschen (65,9 %) davon überzeugt, dass sich viele Eltern Mitgliedschaften ihrer Kinder in Sportvereinen oder Sportkurse finanziell nicht leisten können.

Samstag, 27. Juli 2013

Zu viel Bauchfett: Schon bei Kindern ist das Krankheitsrisiko erhöht

Kinder und Jugendliche mit bauchbetontem Übergewicht haben ein erhöhtes Risiko für Stoffwechsel- und Herzkreislauferkrankungen. Dieser Zusammenhang ist für Jungen stärker als für Mädchen. So lautet das Fazit einer Studie des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen der Universität und des Universitätsklinikums Leipzig. In die Untersuchung gingen Daten von 1.278 Heranwachsenden im Alter von 11 bis 18 Jahren ein, die aus zertifizierten Adipositaszentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz stammten. Die Wissenschaftler hatten den Taillenumfang und den Körpermassenindex (BMI) mit dem Risiko für Adipositas-bedingte Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Fettleber und Arteriosklerose in Bezug gesetzt. Der BMI ist das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße. Auch Alter, Geschlecht und das Stadium der Pubertät wurden berücksichtigt.

Das Resultat: Je größer der Taillenumfang der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen, desto höher war das Risiko für Stoffwechsel- und Kreislauferkrankungen. Vor allem pubertierende Jungen mit Fettpolstern am Bauch hatten häufig bereits erhöhte Leber- und Harnsäurewerte oder zu wenig "gutes" HDL-Cholesterin im Blut. Erhöhte Leberwerte können auf eine beginnende Lebererkrankung hinweisen. Ein erhöhter BMI stand insbesondere in der Pubertät mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für eine Insulinresistenz in Zusammenhang. Das kann ein erstes Anzeichen für eine Störung des Zuckerstoffwechsels sein.

In Deutschland sind über sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen fettleibig. Wie im Erwachsenenalter ist bauchbetontes Übergewicht offenbar besonders schädlich. Denn das Fett im Bauchraum hat eine besondere Zusammensetzung. Es sammelt sich an den inneren Organen und ist sehr stoffwechselaktiv. Die Fettzellen am Bauch bilden deutlich mehr Botenstoffe und Hormone als gewöhnliche Fettzellen. Dazu gehören beispielsweise auch Substanzen, die Entzündungen fördern und vermutlich die Blutgefäßwände schädigen.

Die Wissenschaftler raten, den Taillenumfang bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen vor allem ab der Pubertät zu messen, da erhöhte Werte gute Hinweise auf Begleiterkrankungen liefern. Präventions- und Therapieprogramme sind von großer Bedeutung, damit erste Krankheitszeichen nicht schon in der Jugend auftreten. So können die Fettpolster am Bauch durch eine Ernährungsumstellung in Kombination mit speziellen Fitnessprogrammen reduziert werden.


Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:

Universität Leipzig; www.zv.uni-leipzig.de

Fragen zu diesem Thema beantworten aid-Experten im Forum "Säuglings- und Kinderernährung" und "Ernährung von Jugendlichen" auf www.was-wir-essen.de

aid-Heft "Das beste Essen für Kinder - Empfehlungen für die Ernährung von Kindern"
Bestell-Nr. 1447, Preis: 2,50 EUR, www.aid-medienshop.de


Mittwoch, 24. Juli 2013

Wenn der Ranzen gut sitzt, klappt der Schulstart besser

Kinder wollen vor allem, dass ihr Schulranzen gut aussieht. Genauso wichtig ist allerdings, dass er richtig sitzt und nicht zu schwer ist. Foto: AOK

Leichtgewichte sind am besten


Stabil, körpergerecht geformt, im Dunkeln leuchtend - so sieht ein idealer Schulranzen aus. Thomas Ebel verrät, worauf Eltern beim Kauf achten sollten. Der Arzt im AOK-Bundesverband erklärt außerdem, warum Rucksäcke, Trolleys oder Taschen einen Schulranzen nicht ersetzen können.

Die meisten Kinder sind stolz, wenn sie sich vor der Einschulung einen Ranzen aussuchen dürfen. Doch während es für die Kleinen eher um die Farbe oder das Motiv geht, sollten Eltern darauf achten, dass der Schulranzen den Hinweis "entspricht DIN 58124" trägt. Diese Norm sieht vor, dass mindestens zehn Prozent der Vorder- und Seitenflächen des Ranzens aus reflektierenden Materialien bestehen müssen - dadurch wird das Scheinwerferlicht im Dunkeln wie von Katzenaugen zurückgeworfen. Mindestens 20 Prozent der Fläche müssen fluoreszieren, also am Tag und in der Dämmerung weithin aufleuchten. "Durch die Signalfarben Orangerot oder Gelb können Auto- und Radfahrer die Schüler auch im Dunkeln oder bei trübem Wetter gut erkennen", sagt Ebel.

Stabil, rückenfreundlich geformt und gut gepolstert


Der AOK-Mediziner erläutert, welche Eigenschaften ein Ranzen außerdem haben sollte:
  • Er sollte stabil gebaut sein und nicht umkippen. Das Obermaterial muss strapazierfähig und wasserabweisend sein.
  • Am besten eignet sich ein Ranzen, der sich an den Rücken des Kindes anpasst und gut abgepolstert ist. Er sollte nicht breiter als der Rücken des Kindes sein.
  • Die Riemen sollten etwa vier Zentimeter breit, gepolstert und möglichst stufenlos verstellbar sein.
  • Idealerweise verfügt der Ranzen über einen Tragegriff zum Aufhängen und einen zweiten am Deckel, mit dem das Kind ihn tragen kann.
  • Praktisch sind separate Außentaschen, in denen der Schüler etwa eine Trinkflasche und die Brotdose verstauen kann.
"Eltern sollten darauf achten, dass der Ranzen nicht zu schwer ist", sagt Ebel. Ein normalgewichtiger Schüler sollte nicht mehr als zehn bis 12,5 Prozent seines Körpergewichts auf dem Rücken tragen. Bringt ein Kind 20 Kilogramm auf die Waage, sollte der Ranzen also höchstens 2,5 Kilogramm wiegen. Bei sehr kleinen und leichten Kindern ist es schwierig, diese Faustregel einzuhalten. "Bei Fliegengewichten sollte der Ranzen höchstens 15 Prozent ihres Körpergewichts ausmachen", sagt Ebel. Bei übergewichtigen Schulanfängern ist das Skelett bereits stark belastet - daher sollte das Normalgewicht geschätzt und danach das Höchstgewicht des Ranzens errechnet werden.

Der Schulranzen selbst sollte nicht mehr als 1,3 Kilogramm wiegen. Damit er nicht zu schwer wird, empfiehlt es sich, nur das einzupacken, was das Kind am nächsten Tag in der Schule benötigt. "Am besten klären die Eltern, ob ihr Nachwuchs schwere Bücher, Malsachen und Bastelmaterial in der Schule aufbewahren kann", rät Ebel.

Ranzen gehört auf den Rücken


Damit ein Ranzen rückengerecht ist, sollte er richtig zum Einsatz kommen:
  • Das Kind sollte den Ranzen auf dem Rücken tragen. Baumelt der Tornister nur über eine Schulter, belastet dies die Wirbelsäule einseitig.
  • Das Gewicht sollte gleichmäßig im Ranzen verteilt werden, um eine "Schlagseite" nach links oder rechts zu vermeiden. Schwere Sachen wie Bücher gehören nach hinten, leichtere wie Hefte und Federmäppchen weiter nach vorne.
  • Straff angezogene Tragegurte sorgen dafür, dass der Ranzen an beiden Schulterblättern anliegt. Die Oberkante sollte mit der Schulterhöhe abschließen.
  • Um den Tornister rückenschonend aufzusetzen, kann das Kind einen Tisch, eine Bank oder einen Stuhl zur Hilfe nehmen. Beim Auf- und Absetzen sollte es seine Wirbelsäule nicht verdrehen und sich nicht bücken.
     

Kräftige Muskeln helfen beim Tragen


"Wichtig ist auch, dass Kinder sich viel bewegen", weiß Ebel. "Dadurch stärken sie ihre Muskulatur und entlasten ihre Wirbelsäule." Das Tragen des Ranzens fällt ihnen dadurch leichter. Eltern sollten ihren Kindern daher Zeit zum Spielen und Toben geben und sich mit ihnen gemeinsam bewegen. Sinnvoll ist es auch, wenn die Jungen und Mädchen regelmäßig Sport treiben, zum Beispiel in einem Verein.

Rucksäcke, Taschen und Trolleys sind für den Transport der Schulsachen nicht geeignet. "Rucksäcken fehlt die nötige Stabilität, außerdem sind sie nicht ausreichend am Rücken gepolstert", begründet Ebel. Taschen, die seitlich getragen werden, können zu einer Krümmung der Wirbelsäule führen, die bei Heranwachsenden noch weich und formbar ist.
Auch Trolleys kommen als Ersatz für den Schulranzen nicht infrage, denn häufig müssen die Kinder sie schleppen und hochheben, etwa in den Bus oder über den Bordstein. "Das kann das Kreuz mehr belasten, als den Ranzen auf dem Rücken zu tragen", sagt AOK-Mediziner Ebel. Schädlich für das Kreuz ist es auch, wenn das Kind den Trolley seitlich hinter sich herzieht.

Unterstützung bei der Wahl eines gesundheitsgerechten Ranzens bietet der Schulranzen-Check der AOK. Das kostenfreie Aktionspaket enthält Informationen für Eltern, Schüler und Lehrer. Auf Wunsch kommen AOK-Fachleute auch in die Schulen, um vor Ort zu überprüfen, ob der Ranzen rückenfreundlich und sicher ist. Weitere Informationen dazu gibt es in den AOK-Geschäftsstellen vor Ort.

Mittwoch, 10. Juli 2013

Masern: Machen Sie den Impfcheck

Mit rund 1.000 gemeldeten Erkrankungen bereits in diesem Jahr breiten sich die hoch ansteckenden Masern in Deutschland wieder deutlich aus. Aufgrund dieser Häufung von Masern-Fällen mit Schwerpunkten in Berlin und Bayern sowie dem aktuell gemeldeten Ausbruch an einer Schule in Erftstadt bei Köln, rät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zum Impfcheck.

"Um Masernausbrüche in Zukunft zu verhindern, ist es wichtig, die heute schon recht guten Impfquoten bei Kindern weiter zu steigern und auf konstant hohem Niveau zu halten. Entscheidend ist aber auch, Impflücken bei Jugendlichen und Erwachsenen zu schließen", betont Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. "Deshalb sollten nach 1970 Geborene ihren Impfschutz gegen die hoch ansteckenden Masern überprüfen."

Für Kinder sind zwei Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln zwischen dem vollendeten 11. und 23. Lebensmonat empfohlen. Die Impfung ist bereits ab dem Alter von 9. Monaten möglich - beispielsweise beim Besuch einer KiTa. Jugendliche mit unvollständigem Impfschutz sollten fehlende Impfungen möglichst bald nachholen. Darüber hinaus empfiehlt die Ständige Impfkommission seit 2010 allen nach 1970 geborenen Erwachsenen ohne oder mit nur einer Impfung in der Kindheit bzw. bei unklarem Impfschutz eine einmalige Impfung gegen Masern. Da heute etwa die Hälfte der Masernfälle Jugendliche und junge Erwachsene betreffen, lohnt sich vor allem auch für diese Altersgruppen der Impfcheck.

Den meisten der nach 1970 geborenen Erwachsenen ist die Impfempfehlung gegen Masern nicht bekannt. Das zeigt die aktuelle Repräsentativbefragung der BZgA zu Wissen, Einstellung und Verhalten. So gaben 81 Prozent der befragten Erwachsenen an, davon bislang nichts gehört zu haben. Außerdem schätzten etwa ein Viertel der befragten Erwachsenen und Jugendlichen Masern fälschlicherweise als harmlos ein.

Diese Wissensdefizite greift die BZgA mit der Kampagne "Deutschland sucht den Impfpass" auf. Ziel der Aktion ist es, zur Impfpasssuche und zum anschließenden Impfcheck zu motivieren.  Jugendliche und Erwachsene können sich umfassend zu Krankheitsbild und Impfung auf der Internetseite http://www.impfen-info.de/impfpass informieren. Zudem bietet ein interaktiver Video-Impfcheck die Möglichkeit, den persönlichen Impfschutz gegen Masern zu überprüfen. Neben diesem Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene finden sich auf der Internetseite ausführliche Informationsmaterialien für Eltern kleiner Kinder.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Unterwegs in den Urlaub: Tipps für leckeren Proviant

Endlich Ferien. Wer mit dem Zug oder Auto zum Urlaubsort reist, darf auch die richtige Verpflegung nicht vergessen. Bei der Zusammenstellung des Proviants für unterwegs ist das Butterbrot mit die erste Wahl. Vollkornbackwaren sind dabei nicht nur gesünder, sondern sättigen auch schneller und länger als Produkte aus weißem Mehl. Belegen Sie die Stulle je nach Geschmack mit Schnitt- oder Hartkäse, fettarmer Salami oder geräuchertem Schinken. Salatblätter, Tomaten- und Gurkenscheiben peppen das Sandwich auf. Käsewürfel und bunte Gemüsespieße sind nicht nur bei Kindern beliebt. 

 Dazu stecken Sie zum Beispiel abwechselnd ein Radieschen, ein Stück Gurke und Paprika sowie eine Kirschtomate auf einen Holzspieß. Herzhafte Muffins oder Blätterteigtaschen mit Gemüsefüllung lassen sich einfach aus der Hand essen. Ein leichter Kartoffel- oder Nudelsalat mit einem Essig-Öl-Dressing, gebratene Hackfleischbällchen und hart gekochte Eier ersetzen eine warme Hauptmahlzeit. Zum Nachtisch und zwischendurch schmeckt frisches Obst der Saison wie Erdbeeren, Kirschen und Himbeeren. Auch Getränke dürfen im Reiseproviant nicht fehlen. Geeignete Durstlöscher sind Mineralwasser, Fruchtsaftschorlen und gekühlte Früchtetees. Und natürlich ganz wichtig: genug Bewegungspausen machen.

Heike Kreutz, www.aid.de

Dienstag, 4. Juni 2013

Kindern erklären, warum sie Medikamente brauchen

Foto: Bundesvereinigung Deutscher 
Apothekerverbände
Im Allgemeinen nehmen kranke Kinder ihre Medikamente nicht gerne ein. Häufig ist der Geschmack befremdlich, die Konsistenz ungewohnt und zudem fühlt sich das Kind schon durch die Erkrankung unwohl. „Eltern tun gut daran, soweit wie möglich, ihren Kindern durch eine altersgerechte Aufklärung, durch Geduld und durch kleine Belohnungen für die Einnahme beschützende Hilfestellung zu geben“, sagt Gabriele Overwiening, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der Bundesapothekerkammer. „Riskant ist, wenn Eltern ihren Kindern vorgaukeln, dass eine Tablette eine Süßigkeit wäre oder sie zur Einnahme zwingen. Lieber eine kleine Belohnung hinterher in Aussicht stellen.“

Säuglinge oder Kleinkinder bekommen meist flüssige Medikamente. Hier kann es leicht zu Unter- oder Überdosierungen kommen. Mischen Eltern Arzneimittel mit abgepumpter Muttermilch, Säuglingsnahrung, Brei oder anderen Lebensmitteln, müssen vorher mögliche Wechselwirkungen ausgeschlossen werden. So werden beispielsweise einige Antibiotika durch das Kalzium der Milch inaktiviert. Diese Wechselwirkung kann vermieden werden, wenn zwischen der Arzneimittelgabe und dem Trinken von Milch mindestens zwei Stunden liegen. Auch Unterdosierungen sind beim Untermischen unter Lebensmittel möglich. Das Kind muss die gesamte Menge der Flüssigkeit oder des Breis zu sich nehmen, sonst ist die Medikamentendosis zu gering. Spuckt das Kind hingegen einen Teil eines Arzneimittels wieder aus oder erbricht es sich anschließend, darf nicht nochmals eine volle Dosis des Arzneimittels gegeben werden. Es kann sonst zu Überdosierungen kommen. Eltern sollten in solchen Fällen in der Apotheke oder beim Kinderarzt nachfragen.

Wenn das Kind den Geschmack eines Safts oder einer Lutschtablette nicht mag, kennt der Apotheker häufig alternative Präparate mit einem anderen Geschmackszusatz. Damit sich das Kind nicht verschluckt, sollte es bei der Einnahme möglichst aufrecht sitzen und hinterher viel trinken.


Bei Kindern sind Zäpfchen oft eine gute Wahl. Sie lassen sich leichter einführen, wenn sie angewärmt oder mit etwas Wasser benetzt sind. Am besten die Zäpfchen mit dem stumpfen Ende voran einführen, dann rutschen sie nicht heraus. Anschließend die Pobacken für ein paar Minuten zusammenpressen.

Samstag, 1. Juni 2013

Irrtümer rund um Allergien

Irrtümer rund um Allergien: "Kuhmilch, Weizen und Fisch sind im ersten Lebensjahr tabu für allergiegefährdete Babys"

Schade ist es, wenn aus gut gemeinter Sorge Anstrengungen unternommen oder Entbehrungen in Kauf genommen werden, ohne dass diese etwas nützen. So bekamen viele Babys in der Vergangenheit im ersten Lebensjahr vermeintlich allergenarme Kost zu essen. Auf der Roten Liste standen dabei alle Lebensmittel, die öfter Allergien auslösen wie beispielsweise Kuhmilch, Weizen oder Fisch. Dahinter steckte eine Vermeidungsstrategie. Man könnte im übertragenen Sinne auch sagen, man versuchte "dem Feind" aus dem Weg zu gehen. Heute - mit dem Wissen aus zahlreichen Studien - hat sich die Denkweise geändert. 

Der Kontakt mit möglichen Allergenen ist im ersten Lebensjahr erwünscht und das gilt für alle Babys, auch die allergiegefährdeten. Ab dem fünften Monat dürfen deswegen Schritt für Schritt, entsprechend den Bedürfnissen des Babys Kuhmilch, Weizen oder Fisch eingeführt werden. Neu ist auch die Erkenntnis, dass Babys in deren Familie Zöliakie - die Unverträglichkeit gegenüber Gluten aus Getreide - bekannt ist, schon zwischen dem fünften und siebten Monat kleine Mengen Weizen bekommen sollten. Damit kann das Risiko für diese Krankheit gesenkt werden, besonders wenn die Mutter begleitend noch stillt. 

Viele Familien dürften angesichts dieser Empfehlungen erleichtert sein, denn die Sorge, etwas Falsches zu füttern, wird dadurch wesentlich geringer. Was (werdende) Eltern tun können, um ihr Kind vor Allergien zu schützen, erfahren sie bei der neuen Telefonhotline vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) und dem Präventions- und Informationsnetzwerk Asthma/Allergien (pina).

Weitere Informationen zu Allergien: www.aktionsplan-allergien.de.

Dr. Sonja Floto-Stammen, www.aid.de

Freitag, 31. Mai 2013

Jedes dritte Kind benötigt Physio-, Ergo- oder Sprachtherapie

Statistisch gesehen wurde fast jedem dritten Berliner Kind zwischen unter neun Jahren im letzten Jahr vom Arzt eine Physio-, Ergo- oder Sprachtherapie verschrieben. Das ergab eine aktuelle Datenauswertung der Techniker Krankenkasse (TK), bei der mehr als 625.000 Berlinerinnen und Berliner versichert sind. Um Kinder zu mehr Bewegung im Freien zu motivieren, hat die TK gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales die Broschüre "Spielend im Freien - Spiele aus alten Zeiten neu entdecken" herausgegeben. Gemeinsam mit Kita-Kindern vom Prenzlauer Berg haben die Berliner TK-Chefin Susanne Hertzer und der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja heute die Broschüre vorgestellt.

Mehr als 17 Prozent der Berliner Kinder zwischen 0 und acht Jahren haben im letzten Jahr eine Physio- oder Ergotherapie-Verschreibung erhalten, mehr als 12 Prozent eine Sprachtherapie. Insbesondere Therapien, die motorische Defizite der Kinder ausgleichen sollen, wären jedoch in einigen Fällen vermeidbar. Susanne Hertzer, Berliner TK-Chefin: "Bewegung ist entscheidend für eine gesunde und natürliche Entwicklung der Kinder. Schon Kleinkinder sollten ganz selbstverständlich lernen, dass Bewegung Spaß macht und zum Alltag dazugehört." Von älteren Kindern und Jugendlichen ist bekannt, dass sie relativ viel Zeit mit dem Computer, der Spielkonsole oder dem Fernseher verbringen. Jedes dritte Schulkind zwischen 6 und 18 Jahren bewegt sich in der Freizeit weniger als eine halbe Stunde am Tag, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der TK aus dem Jahr 2010 ergab.

Senator Mario Czaja: "Nach den aktuellen Einschulungsuntersuchungen ist jedes zehnte Kind im Vorschulalter übergewichtig. Die Ursachen sind vor allem Bewegungsarmut und ungesunde, kalorienreiche Ernährung. Die in der Broschüre dargestellten Spiele aus alten Zeiten sollen wieder mehr Lust auf Spaß und Bewegung im Freien machen - und dass ohne viel Geld und Aufwand. Das gemeinsame aktive Spielen fördert aber nicht nur eine gesunde, sondern vor allem auch die soziale Entwicklung der Kinder.“" Die Broschüre ist kostenlos bei der TK und der Senatsverwaltung für Gesundheit erhältlich. Zudem sollen alle Berliner Kitas mit "Spielend im Freien" ausgestattet werden.

Dienstag, 28. Mai 2013

Weniger Schwangere greifen zur Zigarette

In Thüringen greifen weniger Frauen während der Schwangerschaft zur Zigarette.
Foto: Techniker Krankenkasse (TK)


In Thüringen greifen weniger Frauen während der Schwangerschaft zur Zigarette. Mit 9,7 Prozent liegt der Anteil rauchender Schwangerer im Jahr 2011 deutlich unter den Werten der beiden Vorjahre (2010: 10,8 Prozent, 2009: 10,1 Prozent), jedoch immer noch weit über Bundesdurchschnitt. Darauf weist die Techniker Krankenkasse (TK) hin und bezieht sich auf aktuelle Daten zur Qualitätssicherung im Krankenhaus.

"Statistisch gesehen greift damit immer noch jede zehnte werdende Mutter im Freistaat zur Zigarette, was mit erheblichen Risiken für das ungeborene Leben verbunden ist", so Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen.

Von insgesamt 15.540 befragten Schwangeren haben 1.516 geraucht. Der Großteil - 1.248 Frauen - hat bis zu zehn Zigaretten täglich konsumiert, 231 Frauen haben elf bis maximal 20 Zigaretten, 18 Frauen sogar mehr als 20 Stück geraucht.

"Babys von Müttern, die 20 Zigaretten pro Tag rauchen, nehmen schon im Mutterleib Schadstoffe von über 5.000 Zigaretten auf, die sowohl die Entwicklung des Kindes als auch die Gesundheit der Mutter erheblich beeinträchtigen", betont Dressel.

Bundesweit rauchten im Jahr 2011 insgesamt 7,9 Prozent der schwangeren Frauen und damit erneut weniger als im Vorjahr (2010: 8,5 Prozent).

Sonntag, 26. Mai 2013

Heuschnupfen in der Schwangerschaft

Die Nase läuft, die Augen jucken: Schätzungen zufolge leidet in Deutschland jeder vierte bis fünfte Erwachsene unter Heuschnupfen. Das heißt: Der Körper reagiert allergisch auf verschiedene Blüten- und Gräserpollen oder Pilzsporen. Die meisten Betroffenen nehmen Medikamente, die die überschießende Abwehrreaktion eindämmen sollen, die Schuld an der triefenden Nase, den juckenden Augen und Niesattacken ist. Aber: Dürfen auch Schwangere die Arzneimittel weiternehmen?

Dr. Christof Schaefer vom Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie in Berlin, mit dem die Techniker Krankenkasse (TK) bei Fragen zur Arzneimittelsicherheit in der Schwangerschaft zusammenarbeitet, erklärt hierzu: "Viele Medikamente, die gegen Allergien wirken, dürfen auch werdende Mütter einnehmen. Selbstverständlich müssen sie im Einzelfall stets mit ihrem Arzt überprüfen, ob es sich tatsächlich um einen allergischen Schnupfen handelt - und nicht etwa um eine Erkältung oder eine schwangerschaftsbedingt geschwollene Nasenschleimhaut", so der Leiter des Instituts.

Der Arzt sieht keinen Grund, dass Frauen während der Schwangerschaft eine therapiebedürftige Allergie unbehandelt lassen und die Beschwerden einfach "aushalten" - zumal eine nicht behandelte schwere Allergie zu einem Bronchialasthma führen kann, einer erheblichen Belastung für eine schwangere Frau.

Schaefer nennt Arzneimittel, die - in Absprache mit dem behandelnden Arzt - für eine Therapie in Frage kommen können: "Als Nasenspray oder als Augentropfen eignen sich die Wirkstoffe Azelastin, Cromoglicinsäure und Levocabastin." Bei diesen Wirkstoffen sei bisher kein nachteiliger Effekt auf die Entwicklung des Babys bekannt geworden. Bei akut stark verstopfter Nase können werdende Mütter auch kurzzeitig abschwellende Nasensprays oder -tropfen mit den Wirkstoffen Xylometazolin oder Oxymetazolin einsetzen. Schaefer: "Wenn die Mittel nur wenige Tage angewendet werden, besteht nach aktuellem Erkenntnisstand kein Risiko."

Wenn eine lokale Therapie nicht ausreicht, können Schwangere auch Loratadin oder Cetirizin in Tablettenform in der üblichen Dosierung einnehmen, so der Arzt weiter. "Diese Wirkstoffe gehören zu den in der Schwangerschaft am besten untersuchten überhaupt, und Nebenwirkungen für das Kind wurden bisher nicht beschrieben", sagt Schaefer. Auch bei den verschreibungspflichtigen Antiallergika - etwa Kortison haltigen Asthmasprays - bestehe kein Grund, die Behandlung in Frage zu stellen oder sich Sorgen um das ungeborene Kind zu machen. Mehr Informationen und Kontaktdaten finden interessierte Frauen unter www.embryotox.de oder www.arzneimittel-in-der-schwangerschaft.de.

Ausführliche Informationen über Heuschnupfen bietet zudem die Website der TK unter www.tk.de, Webcode 028268. Sie enthält auch Tipps, wie Allergiker die Pollenbelastung im Alltag reduzieren können. TK-Gesundheitsexpertin Nicole Liptow nennt Beispiele: "Empfehlenswert ist es, vor dem Schlafengehen zu duschen und Haare zu waschen, bei geschlossenem Fenster zu schlafen und die Wohnräume möglichst dann zu lüften, wenn es geregnet hat."  

Samstag, 25. Mai 2013

Schutzimpfungen: Kleiner Piks - Große Wirkung


Wann haben Sie das letzte Mal in Ihren Impfpass gesehen? Bei den meisten gerät das Thema „Impfungen“ schnell in Vergessenheit. Dabei erkranken noch immer Menschen an schweren Infektionskrankheiten wie Wundstarrkrampf oder Kinderlähmung. Impfungen helfen dem Körper, langfristig Abwehrkräfte gegen die Krankheitserreger aufzubauen. „Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto größer ist die Chance, schwere oder sogar lebensbedrohliche Erkrankungen auszurotten“, sagt Thomas Hilmer vom KKH-Serviceteam in Schwäbisch Hall. Beispielsweise konnte vor über dreißig Jahren, am 8. Mai 1980, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den weltweiten Sieg über Pocken erklären.

Für welche Impfungen die gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten übernehmen, richtet sich nach der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses und kann vom Alter, Risiko oder von speziellen Indikationen abhängen. Einige Immunisierungen gegen Krankheiten – wie zum Beispiel Hepatitis B – werden einmalig in der Kindheit durchgeführt und müssen nur im Bedarfsfall erneuert werden. Dahingegen müssen Tetanus- und Diphterie-Impfungen regelmäßig alle zehn Jahre durchgeführt werden. Da sich der Grippevirenstamm ständig verändert, wird hier eine jährliche Schutzimpfung mit einem stets neu entwickelten Impfstoff für spezielle Personenkreise empfohlen. Hierzu zählen Schwangere und Personen mit chronischen Erkrankungen.

Für Impfungen gegen folgende Krankheiten übernimmt die KKH nach der Schutzimpfungs-Richtlinie die Kosten für ihre Versicherten beispielsweise:
• Diphtherie
• Gebärmutterhalskrebs (HPV-Impfung) für 12- bis 17jährige Mädchen
• Grippe (Influenza) ab 60 Jahren und für Personen mit gesundheitlicher Gefährdung
• Keuchhusten (Pertussis)
• Kinderlähmung (Polymyelitis)
• Masern
• Mumps
• Röteln
• Wundstarrkrampf (Tetanus)
• FSME in Risikogebieten Deutschlands
• Haemophilus Influenzae Typ b
• Meningokokken im 2. Lebensjahr und für Personen mit gesundheitlicher Gefährdung
• Pneumokokken
• Varizellen (Windpocken)


Zusätzlich zu der Regelversorgung werden von der KKH folgende Impfungen übernommen:
• gegen Rotaviren für Säuglinge im Alter von sechs bis 32 Lebenswochen
• gegen Grippe (Influenza) für alle Versicherten

„Eine Zuzahlung für Schutzimpfungen ist nicht erforderlich. Die Abrechnung erfolgt durch den Arzt über die Krankenversichertenkarte“, erklärt Hilmer. „Wer Fragen zu Nebenwirkungen von Impfungen oder Einträgen in seinem Impfpass hat, sollte den behandelnden Arzt bei der nächsten Untersuchung hierzu ansprechen.“

Weitere Informationen gibt es unter www.kkh.de/impfungen und www.impfen-info.de.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Warum Männer so selten kochen

Bei einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) haben 93 Prozent der Frauen ihre Kochkünste als gut oder sehr gut eingeschätzt. 41 Prozent der Männer gaben hingegen zu, nur wenig oder überhaupt nicht zu kochen. Foto: Techniker Krankenkasse (TK)


 Hauptsache lecker...

Aller Fortschritte der Gleichberechtigung zum Trotz: Der Blick in die bundesdeutschen Küchen offenbart, dass weiterhin vor allem die Frauen am Herd stehen. Bei einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) haben 93 Prozent der Frauen ihre Kochkünste als gut oder sehr gut eingeschätzt. 41 Prozent der Männer gaben hingegen zu, nur wenig oder überhaupt nicht zu kochen. Zudem ist bei den Männern der Anteil derjenigen, die sich nur wenig Gedanken über Ihre Ernährung machen, dreimal höher als bei den Frauen.

Elisabeth Kirchner, Diplom-Oecotrophologin bei der TK in Berlin: "Gesundes Essen ist traditionell ein weibliches Thema. Während die Mehrheit der Frauen dem Motto 'Hauptsache gesund' zustimmt, orientieren sich die Männer mehrheitlich am Prinzip 'Hauptsache lecker'. Dabei sind Genuss und eine ausgewogene Ernährung durchaus miteinander vereinbar - vor allem, wenn selbst gekocht wird." Doch warum greifen die Herren der Schöpfung nicht häufiger zum Kochlöffel? Zu den wichtigsten Gründen gehören: keine Zeit (40 Prozent), jemand anderes kann besser kochen (17 Prozent), keine Lust (14 Prozent) und zu faul (neun Prozent). Doch nicht alle Männer verweigern sich dem kulinarischen Selbstversuch: Rund jeder Dritte gab an, regelmäßig zu kochen.

Ernährungswissenschaftlerin Kirchner rät zu einem unverkrampften Umgang mit dem Essen: "Der Griff zum Fertiggericht lässt sich nicht immer vermeiden und nicht in jedem steckt ein begeisterter Hobbykoch. Wichtig ist, dass man sich im Großen und Ganzen bewusst und ausgewogenen ernährt."

Im Auftrag der TK hat Forsa im Januar 2013 bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Erwachsene in Deutschland zu ihrem Ernährungsverhalten befragt.

Mittwoch, 1. Mai 2013

Exzessive Internetnutzung

Ab sofort unterstützt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Jugendliche dabei, übermäßigem Internetsurfen oder exzessivem Gebrauch von PC-Spielen Aktivitäten außerhalb des Online-Bereichs entgegen zu setzen. Zentrales Ziel des neuen Programms "Das andere Leben" auf www.ins-netz-gehen.de ist es, bei jungen Menschen im Alter von 12 bis 18 Jahren Aktivitäten im realen Leben zu fördern.

Dass die BZgA dafür ein Online-Angebot entwickelt hat, mag auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen - entspricht allerdings den Lebensgewohnheiten der Zielgruppe. Gerade die jungen Menschen, die zu viel und zu oft online aktiv sind, können primär über diesen Kommunikationsweg erreicht werden mit dem längerfristigen Ziel, dass sie "Das andere Leben" wieder kennen lernen.

Hierzu erklärt Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung: "Das neue BZgA-Online-Programm vermittelt Jugendlichen dort, wo man sie am besten erreicht, einen verantwortungsvollen Computerspiel- und Internetgebrauch. Das Programm motiviert Jugendliche körperlich aktiv zu sein, alternativen Freizeitangeboten und Hobbys nachzugehen und außerhalb der virtuellen Welt Freunde zu treffen. Es schafft damit die Voraussetzung, sich nicht in virtuellen Welten zu verlieren und abhängig zu werden."

Zahlreiche Studien der letzten Jahre belegen, dass die Beschäftigung mit elektronischen Medien einen immer größeren Anteil in der Freizeitgestaltung Jugendlicher einnimmt. Aktuelle Zahlen zeigen, dass exzessiver oder pathologischer Computerspiel- und Internetgebrauch vor allem bei jungen Menschen verbreitet ist: Etwa 250.000 aller 14- bis 24- Jährigen in Deutschland gelten als internetabhängig, 1,4 Millionen als problematische Internetnutzer.

"In der Prävention exzessiver Internetnutzung müssen besonders soziale Fähigkeiten trainiert werden, um beispielsweise die Selbstwahrnehmung junger Menschen zu stärken oder um kompetent mit Stress und Belastungen umzugehen", erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. "Dabei setzen wir auf Prävention, die Jugendliche in ihrer Lebenswelt anspricht. Bei dem neuen Angebot ‚Das andere Leben’ lernen sie, befriedigende Aktivitäten in anderen sozialen Räumen zu finden, in denen sie Bestätigung erfahren."

Das neue Programm "Das andere Leben" auf www.ins-netz-gehen.de richtet sich an 12 - bis 14-Jährige und an 15- bis 18-Jährige. Es bietet Hilfe bei der exzessiven Nutzung von Computerspielen und von sozialen Netzwerken. Insgesamt ist das Programm  auf einen Zeitraum von vier Wochen angelegt. In dieser Zeit erhalten Jugendliche die Möglichkeit, sich in einem persönlichen Chatgespräch mit speziell qualifizierten Beraterinnen und Beratern - dem Support Team - auszutauschen. Zentrales Element des Programms ist die Übung "Real Life Challenge: Verbessere deine Offline-Skills": Teilnehmende Jugendliche suchen sich hierbei in der Liste "Offline-Skills" die Aktivitäten aus, die sie im realen Leben ausführen wollen. Wenn sie die Aktivität ausgeführt und kurz beschrieben haben, wie es ihnen ergangen ist, sammeln sie Punkte für Offline-Aktivitäten und können dafür später eine Urkunde erhalten. Neben der "Real Life Challenge" bietet das Programm auch einen so genannten Medien-Checker - eine spezielle Form des Tagebuchs zur Dokumentation der eigenen Mediennutzung - und einen Medien-Planer, mit dem Jugendliche zusammen mit dem Support-Team ihre Online-Zeiten selbst festlegen können.

Abgerundet wird "Das andere Leben" durch eine individuelle E-Mail-Beratung und verschiedene Selbst-Tests zur Internet- und Computerspielnutzung. Darüber erhalten sie dann ein personalisiertes Feedback zu ihrem Nutzungsverhalten.

Weitere Informationen unter www.ins-netz-gehen.de

Informationsangebote der BZgA für Jugendliche und für Eltern zum Thema Computerspiele:

- Computerspiele find ich toll! Wo ist das Problem? - Flyer zum Thema "Computerspiele im Internet" für 12- bis 18-Jährige

- Online sein mit Maß und Spaß - Ein Elternratgeber zum richtigen Umgang mit digitalen Medien


Die Materialien können direkt unter http://www.ins-netz-gehen.de bestellt werden oder unter folgender Adresse: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51101 Köln, Fax: 0221-8992-257, E-Mail: order@bzga.de, www.bzga.de/infomaterialien/suchtvorbeugung


Montag, 29. April 2013

Wie Kinder am besten schwimmen lernen


Schwimmnudeln bieten eine gute Hilfe bei der Gewöhnung ans Wasser.  Foto: Foto: AOK-Mediendienst

Möglichst frühzeitig an Wasser zu gewöhnen

Paddeln und zappeln wie die Frösche und die Hunde – auch für ungeübte kleine Schwimmer ist es gar nicht so schwer, sich über Wasser zu halten. Wer erst einmal die Scheu vor dem nassen Element verloren hat, lernt schnell, wie er sich vom Wasser tragen lassen kann und welch großen Spaß Schwimmen macht. Schon ab einem Alter von vier Jahren können Kinder spielerisch an Wasser herangeführt werden. "Wir raten Eltern, ihre Kinder möglichst frühzeitig an Wasser zu gewöhnen", sagt der für Ausbildung zuständige Referent der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG), Dr. Harald Rehn.

"Schwimmen macht nicht nur Spaß, sondern ist auch ein gesunder Sport, der den gesamten Bewegungsapparat in Schwung hält und die Gelenke schont", sagt Rehn. Als Hilfsmittel könnten Schwimmnudeln verwendet werden. Das vermittelt ein gewisses Sicherheitsgefühl und schränkt die Bewegungsfreiheit nicht ein. "Schwimmflügel eignen sich dagegen weniger zum schwimmen lernen: Die Kinder hängen damit so im Wasser, dass sie Arme und Beine nicht richtig bewegen können", warnt Rehn. 

Wer Mut und Ausdauer hat, kann dann sogar schon das Schwimmen vorbereitende Abzeichen "Seepferdchen" in Angriff nehmen. Vor der Verleihung dieses Abzeichens steht ein Sprung ins Wasser vom Beckenrand und 25 Meter schwimmen sowie das Herausholen eines Gegenstandes mit den Händen aus schultertiefem Wasser. "Allerdings kann man damit noch nicht sicher schwimmen", sagt Rehn. "Die Kinder dürfen auf keinen Fall unbeaufsichtigt im Wasser bleiben."


Fehler in der Schwimmtechnik vermeiden


Nach der Empfehlung des Sportwissenschaftlers sollten Eltern ihre Kinder möglichst nicht selbst im Schwimmen unterrichten. "Sonst schleichen sich Fehler in der Schwimmtechnik ein, die später nur schwer korrigiert werden können." Rehn: "Es gibt viele Organisationen und Vereine, die gut ausgebildete Schwimmlehrer haben. Dort können die Kinder am besten die richtige Schwimmtechnik erlernen, und die Kurse sind in der Regel nicht teuer". "Aber ein Vergleich lohnt sich auf jeden Fall", erläutert Rehn.

"Wir plädieren dafür, dass Kinder möglichst vor dem Eintritt in die Schule oder in der ersten Klasse schwimmen lernen", sagt DLRG-Experte Rehn. Richtig los geht es nach seinen Worten mit dem "Deutschen Jugendschwimmabzeichen – Bronze" das neben einem Sprung vom Beckenrand mindestens 200 Meter schwimmen in einer Zeit von höchstens 15 Minuten, zwei Meter Tieftauchen, einen Sprung aus einem Meter Höhe und das Kennen von Baderegeln beinhaltet. In Deutschland beginnt der Schwimmunterricht in den meisten Schulen in der dritten Klasse. "Das halten wir für zu spät." Immer noch können nach Rehns Angaben in Deutschland knapp die Hälfte aller Kinder nicht sicher schwimmen. "Das kann zu Badeunfällen mit dramatischen Auswirkungen führen. Je früher Kinder schwimmen lernen, desto früher sind sie auch vor der Gefahr des Ertrinkens geschützt."

Weitere Informationen gibt es bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Freitag, 12. April 2013

Radfahren mit der ganzen Familie

Auch wer Familie hat, muss aufs Radfahren nicht verzichten: Eltern kleiner Kinder können ihren Nachwuchs bequem im Fahrradanhänger mitnehmen. Foto: AOK-Mediendienst

Tipps für die Radtour

Schönes Wetter ist ideal fürs Radfahren. Auch Eltern kleiner Kinder können eine Tour im Grünen genießen. Die Bewegung an der frischen Luft ist für die ganze Familie ein Erlebnis und außerdem gesund. "Radfahren trainiert Herz und Kreislauf, kräftigt die Muskeln, verbessert die Lungenfunktion und stärkt die Abwehrkräfte", sagt Dr. Detlef Schmidt, Arzt im AOK-Bundesverband. Zugleich schont Radeln die Gelenke und wirkt entspannend.

Eltern können ihren Nachwuchs, der noch nicht selber radelt, bequem im Fahrradanhänger mitnehmen. Darin können zwei Kinder spielen und schlafen. "Achten Sie auf Sitzgurte, die der Nachwuchs nicht selbst öffnen kann", empfiehlt Mediziner Schmidt. Der Anhänger sollte einen tiefen Schwerpunkt haben, damit er nicht so leicht kippt, und hinten links ein Rücklicht besitzen. Ausgestattet mit Reflektoren und einem Wimpel ist das Gefährt besser sichtbar. Die Kupplung wird am Zugrad befestigt, das über gute Bremsen verfügen sollte.

Fährt nur ein Kind mit, können die Erwachsenen es auch auf einem Kindersitz mitnehmen, sofern es noch nicht älter als sieben ist. Der Sitz sollte der Größe des Kindes angepasst sein und über das GS-Zeichen für "Geprüfte Sicherheit" verfügen. Die Füße des Kindes dürfen nicht in die Speichen geraten können. Babys bis zum achten Lebensmonat sollten die Eltern nicht auf dem Kindersitz transportieren, da ihr Genick Erschütterungen noch nicht ausgleichen kann.

Schutzhelme sind sinnvoll

Zum Schutz vor Verletzungen empfiehlt es sich, dass der Nachwuchs sowohl im Anhänger als auch im Kindersitz einen Schutzhelm trägt. Praktisch für Familien-Radtouren sind auch Tandems oder Anhängefahrräder, sogenannte Trailerbikes. Darauf können Eltern und Kinder gemeinsam größere Strecken zurücklegen. Bei Trailerbikes werden ein Kinder- und ein Erwachsenenrad mithilfe einer speziellen Kupplung oder einer Tandemdeichsel miteinander verbunden.

Bevor die Radtour losgeht, sollten die Erwachsenen die Kinder je nach Alter mit in die Planung einbeziehen. Führt die Tour zu einem attraktiven Ziel, etwa einem Spielplatz, Schwimmbad oder einer Eisdiele, ist der Spaß für die Kleinen besonders groß. "Bauen Sie Zwischenziele ein, auf die sich alle freuen können", so AOK-Arzt Schmidt. Dazu eignen sich zum Beispiel ein Teich, ein Tierpark oder eine schöne Wiese zum Picknicken. Interessant ist es auch, bewusst die Natur zu erleben, indem man gemeinsam Tiere beobachtet und Pflanzen entdeckt.

Verkehrsarme Strecken auswählen

Wenn alle selber Rad fahren, sollte die Route nur so lang sein, dass auch die Schwächsten sie schaffen können. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte auf verkehrsarmen Wegen abseits der Hauptverkehrsstraßen radeln, auf denen sich alle sicher und frei bewegen können. Dennoch ist es wichtig, vorher die Verkehrssicherheit zu trainieren. So können bereits Fünfjährige in Jugendverkehrsschulen unter Anleitung verkehrssicheres Verhalten im Straßenverkehr üben.
Ihr Tempo sollten die Erwachsenen an das der Kinder anpassen. Auf Straßen sollten sie hinter ihrem Nachwuchs fahren, und zwar immer leicht zur Fahrbahn hin versetzt. Bei einer Radtour in der Gruppe empfiehlt es sich, dass ein erfahrener Radler vorausfährt und ein anderer die Nachhut bildet und darauf achtet, dass keiner den Anschluss an die Gruppe verliert.

Pausen zum Spielen und Erholen

"Machen Sie jede Stunde eine Pause von etwa 15 Minuten", rät Schmidt. Das ist wichtig, damit die Kleinen, die im Anhänger oder im Kindersitz mitfahren, zwischendurch toben können. Dafür ist es auch sinnvoll, Spielsachen wie einen Ball oder eine Frisbee-Scheibe mitzunehmen. Aber  auch Kinder, die selbst mitradeln, brauchen häufige Pausen. Besonders im Sommer, wenn es heiß ist, sollte zusätzlich immer wieder die Möglichkeit bestehen, etwas zu trinken.
Da Kinder häufig zwischendurch Hunger oder Durst haben, gehören genug Proviant und Getränke ins Tourgepäck. Gesunde Snacks sind Obst, belegte Brote und Gemüse, etwa klein geschnittene Gurken, Paprika oder Möhren. Zum Durstlöschen eignet sich am besten Mineralwasser. Wichtig ist auch eine wetterfeste Kleidung. Besonders Kinder, die nicht selbst fahren, sollten warm genug angezogen sein.

Neben einer Radwanderkarte, Fahrrad-Flickzeug und einer Luftpumpe gehört eine kleine Reiseapotheke ins Gepäck. Sie sollte neben Sonnenschutzmitteln ein Erste-Hilfe-Set, Pflaster und Insektenschutzmittel enthalten. "Nehmen Sie außerdem ein Handy mit, um im Notfall Hilfe rufen zu können", empfiehlt Schmidt. In wasserabweisenden Fahrrad-Packtaschen oder einem geräumigen Rucksack verstaut, bleibt das Gepäck selbst bei einem kleinen Regenschauer trocken.

Link:

Tipps des ADFC für Familienradtouren

Mittwoch, 10. April 2013

Wenn Kinder extrem viel zappeln

Viele Kinder sind lebhaft, spontan und tun nicht immer das, was die Erwachsenen wollen. Ist ein Kind allerdings länger als sechs Monate unaufmerksam, unruhig und impulsiv, kann es an der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, leiden. "Von ADHS spricht man, wenn die Auffälligkeiten bereits vor dem siebten Lebensjahr beobachtet wurden und deutlich über das hinausgehen, was durch das Alter und den Entwicklungsstand erklärbar ist", sagt Dr. Christiane Roick, stellvertretende Leiterin des Stabes Medizin im AOK-Bundesverband. Das auffällige Verhalten führt bei Kindern mit ADHS zu erheblichen Einschränkungen in mehreren Lebensbereichen, etwa in der Schule und der Familie.

ADHS ist eine häufig auftretende psychische Störung. Nach Daten aus dem Kinder- und Jugendsurvey des Robert-Koch-Instituts sind etwa vier Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland davon betroffen. Bei Jungen wird die starke Zerstreutheit, Unruhe und Impulsivität zwei- bis viermal häufiger festgestellt als bei Mädchen. "Wenn Sie befürchten, dass Ihr Kind unter ADHS leidet, sollten Sie einen Kinder- und Jugendarzt oder einen Kinder- und Jugendpsychiater um Rat fragen", empfiehlt Medizinerin Roick.

Experten können die Störung anhand eines speziellen Kriterienkatalogs bei Kindern ab dem Alter von etwa sechs Jahren relativ gut diagnostizieren. Häufig fallen Kinder mit ADHS aber schon im Kleinkindalter durch Ruhelosigkeit und ständiges Zappeln auf, sodass die Diagnose auch in diesem Alter schon gestellt werden kann.

Das Grundschulalter ist oft besonders schwierig

Besonders schwierig ist das Grundschulalter. Dann stören betroffene Kinder oft den Unterricht oder stehen einfach auf. Sie halten sich vielfach nicht an Regeln, können sich nur kurz auf eine Sache konzentrieren und lassen sich schnell ablenken. Außerdem handeln sie oft unüberlegt, unterbrechen andere und reden spontan dazwischen. Dazu haben viele ein geringes Selbstbewusstsein und werden bei Misserfolgen leicht aggressiv.

Durch ihr Verhalten haben Betroffene meist Schwierigkeiten in der Schule, außerdem kann es ihre Beziehung zu Eltern, Geschwistern, anderen Kindern und Lehrern belasten. Nicht selten werden sie von ihren Mitschülern abgelehnt. "Kinder mit ADHS sind genauso intelligent wie Gleichaltrige. Viele sind kreativ und künstlerisch begabt. Allerdings können sie durch ihre Hyperaktivität, fehlende Aufmerksamkeit und Impulsivität ihre tatsächlichen Fähigkeiten weniger gut nutzen", erläutert AOK-Ärztin Roick. Bei Jugendlichen und Erwachsenen ist die körperliche Unruhe meist weniger ausgeprägt, dafür stehen die Unaufmerksamkeit und Impulsivität im Vordergrund.

Störung frühzeitig erkennen und therapieren

"Entscheidend ist, dass die Störung frühzeitig erkannt und therapiert wird", sagt Roick, "dadurch können negative Auswirkungen der ADHS auf die Leistungsfähigkeit, die Lernbereitschaft, das soziale Verhalten und die Persönlichkeitsentwicklung verhindert oder abgemildert werden." Zentraler Baustein der Behandlung ist die Information und Beratung der Eltern, des Kindes sowie des Erziehers oder Klassenlehrers.

Zusätzlich können ein Elterntraining, Interventionen im Kindergarten oder der Schule und verhaltenstherapeutische Ansätze, bei denen positives Verhalten durch Belohnungen verstärkt wird, hilfreich sein. Sollten diese Maßnahmen nach mehreren Wochen beziehungsweise Monaten keinen Erfolg zeigen, ist bei ausgeprägter Symptomatik, die mit starken Einschränkungen verbunden ist, eine zusätzliche medikamentöse Behandlung zu erwägen.

Die Ursachen der ADHS sind noch nicht vollständig geklärt. Neben genetischen spielen vermutlich auch umweltbedingte Faktoren wie Schädigungen des Gehirns, ein ungünstiges Umfeld oder auch Komplikationen in der Schwangerschaft und bei der Geburt eine Rolle. Negativ kann es sich etwa auswirken, wenn die Mutter in der Schwangerschaft raucht und Alkohol trinkt. Wie sich Kinder mit ADHS entwickeln, hängt auch von ihrem sozialen Umfeld ab. Achten die Eltern beispielsweise auf klar strukturierte Abläufe, verhalten sich konsequent und stärken das Selbstbewusstsein ihres Kindes, wirkt sich dies positiv auf seine Entwicklung aus.

Auch die Stärken sehen

Kinder mit ADHS können durch ihre Unruhe und Sprunghaftigkeit für ihre Eltern sehr anstrengend sein. "Versuchen Sie, die Schwierigkeiten Ihres Nachwuchses zu verstehen und seine Stärken und angenehmen Seiten zu sehen", empfiehlt Roick. Wichtig ist es, dass die Eltern die positiven Beziehungen zu ihrem Kind stärken und so oft wie möglich eine angenehme Zeit mit ihm verbringen.

Entscheidend sind außerdem klare Regeln, die Kindern mit ADHS Halt und Orientierung geben. Besser als viele Regeln sind wenige, die sich auch umsetzen lassen und die sowohl der Vater als auch die Mutter konsequent anwenden sollten. Hat das Kind eine Regel befolgt, sollten die Eltern es dafür loben, während ein klarer Verstoß umgehend Konsequenzen haben sollte. Studien zeigen zudem, dass es hilfreich sein kann, die Fernseh- und PC-Zeiten der Kinder einzuschränken und sie stattdessen zu einem Spaziergang oder zu sportlichen Aktivitäten zu animieren.

An wichtige Regeln erinnern

Sind bestimmte Situationen wiederholt schwierig, etwa das Erledigen der Hausaufgaben, der Besuch bei Bekannten oder das Essen in einem Restaurant, ist es sinnvoll, dass die Eltern vorher mit dem Kind in einer ruhigen Minute darüber sprechen und es an die wichtigsten Regeln erinnern. Sie können ihrem Nachwuchs auch eine kleine Belohnung versprechen, wenn es sich an die Vereinbarung hält. "Tun Sie auch regelmäßig etwas für sich selbst, um Kraft zu schöpfen", rät Roick. "So können Sie die täglichen Herausforderungen besser meistern und Ihr Kind bei der Bewältigung seiner Erkrankung unterstützen."


Mehr zum Thema im ADHS-Infoportal.

Mittwoch, 3. April 2013

In der Kita essen lernen: Klare Regeln geben Kindern Sicherheit


Feste Strukturen und Abläufe sind für Kinder wichtig. Sie teilen den Tag ein und vermitteln Sicherheit. Gerade kleinen Kindern helfen Regeln und Rituale auf ihrem Weg zur Selbstständigkeit. Das gilt auch beim gemeinsamen Essen in der Kita. Dort ermöglichen einfache, klare Regeln, dass Mahlzeiten in einer positiven Atmosphäre stattfinden können und Raum für Freude und Genuss am Essen bieten.

"Wir essen alle gemeinsam am Esstisch und fangen erst an, wenn alle sitzen. Unsere Mahlzeit beginnen wir mit einem gemeinsamen Tischspruch." Das sind einige mögliche Regeln. Absprachen bieten sich auch für die Essatmosphäre an. Schreien, streiten und mäkeln stört die anderen und ist deshalb tabu. Daneben sollte es Raum zum Lernen und Ausprobieren geben: Wer kann, bringt sein Essen selbst auf den Teller, wobei es die Großen den Kleinen zeigen können. Kleine Missgeschicke werden möglichst unkommentiert hingenommen und dem Kind wird geduldig gezeigt, wie es besser geht. In der Gruppe wird Unbekanntes probiert, aber es gibt keinen Zwang.

Während die Kinder durch die Regeln lernen, wie eine Mahlzeit abläuft, tragen die Vereinbarungen zur Entlastung der pädagogischen Fachkräfte bei. Das Team der Krippe sollte diskutieren, wie die Mahlzeiten und die Verrichtungen drumherum aussehen sollten und dann die Regeln fürs Essen und Trinken gemeinsam aufstellen. Idealerweise sind auch Vertreter der Elternschaft beteiligt, denn gerade in diesem Bereich ist die Erziehungspartnerschaft wichtig. Wenn die Eltern zu Hause einen ähnlichen Ablauf einhalten, sind das Wochenende und der Wochenanfang entspannter. Aber selbst wenn es kleinere Unterschiede zwischen Elternhaus und Krippe gibt, ist das für die Kinder kein Problem und spricht nicht gegen Essensregeln in der Einrichtung. Schließlich wissen schon die ganz Kleinen, dass sie zu Hause manche Dinge nicht dürfen, die bei den Großeltern erlaubt sind.

Die Regeln sind ein Teil des pädagogischen Profils einer Einrichtung und sollten schriftlich fixiert sein. Schon beim Anmeldegespräch können sie Eltern in Form eines Merkblatts überreicht werden und in der Einrichtung bleiben sie als schön gestaltetes Plakat am Essplatz bei jeder Mahlzeit präsent.

www.aid.de

Weitere Informationen:

aid-Broschüre "Essen lernen in Kita und Tagespflege - Ernährungsbildung für Kleinkinder", 56 Seiten, Bestell-Nr. 61-3304, Preis: 5,00 Euro
www.aid-medienshop.de

Montag, 1. April 2013

Kinderunfälle - Im Alltag lieber auf Nummer sicher gehen

Vergiftungen und Verätzungen zählen mit zu den häufigsten Kinderunfällen. Gerade kleine Kinder sind von Reinigungsmitteln in bunten Farben fasziniert. Putzmittel und andere Chemikalien sollten daher immer in Originalbehältern, mit Kindersicherung verschlossen und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt sowie niemals in Getränkeflaschen umgefüllt werden. Besondere Gefahr besteht durch ätzende Reinigungsmittel (etwa Entkalker, Rohr- und WC-Reiniger). Foto: AOK


Die häufigsten Unfälle

Kinder bringen ordentlich Leben in die Bude - und das ist gut so. Aber Bewegungsfreude und Entdeckerlust bringen auch ganz neue Risiken in den Alltag: Nicht etwa Krankheiten, sondern Unfälle sind die größte Gefahr auch schon für kleinste Kinder. Die häufigsten Verletzungsursachen bei Kindern bis zu sechs Jahren sind Stürze, Verbrennungen und Vergiftungen - die meisten wären vermeidbar. 

Die meisten Eltern glauben, wenn sie in der Nähe sind, kann ihrem Kind schon nichts oder nicht viel passieren. Das ist ein fataler Irrtum: Gerade in den eigenen vier Wänden oder zumindest im vertrauten Umfeld ereignen sich die allermeisten Kinderunfälle. Allein im Jahr 2010 verunglückten laut AOK rund 200.000 gesetzlich krankenversicherte Kinder im Alter bis sechs Jahre so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die meisten von ihnen waren gestürzt, hatten sich verbrannt oder vergiftet. Besonders oft in diesem Alter sind Stürze die Ursache für Verletzungen.

Ein Großteil der Unfälle lässt sich verhindern


Die gute Nachricht dabei: "Ein Großteil dieser Kinderunfälle lässt sich effektiv verhindern, die Eltern müssen nur wissen, wie", sagt Claudia Schick, Diplom-Pädagogin in der Abteilung Prävention des AOK-Bundesverbandes. Oft sind es schon Kleinigkeiten, die Kinder schützen. Zusammen mit Krankenkassen, dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (bvkj), der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder" sowie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat die AOK die bestehenden Merkblätter auch mit Blick darauf aktualisiert und um Tipps erweitert.

Richtige Tipps zur richtigen Zeit


"Ganz entscheidend ist natürlich, dass die richtigen Tipps zur richtigen Zeit bei den Eltern ankommen," so Schick. Während das Baby sicher auf dem Wickeltisch liegen und der Airbag für die Babyschale ausgeschaltet sein muss, geht es im Spielplatzalter beispielsweise darum, Kordeln an Anoraks zu entfernen und beim Fahren mit dem Laufrad den Kopf mit einem Helm zu schützen. Deshalb sind die Merkblätter auf die Entwicklungsphasen des Kindes zugeschnitten. Die Kinderärzte geben sie zu den jeweiligen U-Untersuchungen aus, sie können dort aber auch jederzeit mitgenommen oder im Internet heruntergeladen werden.
Um von Beginn an Unfälle vermeiden zu können, gilt es unter anderem,

  • auf dem Wickeltisch immer eine Hand am Körper des Babys zu haben, damit es nicht herunterfallen kann
  • das Kind nicht auf dem Bauch schlafen zu lassen und durch einen Schlafsack das Überhitzen und damit den plötzlichen Kindstod zu vermeiden
  • nur kurze Schnullerketten zu verwenden, damit sich das Kind nicht erdrosseln kann
  • das Baby im Auto in der Babyschale nur rückwärts und mit ausgeschaltetem Airbag zu transportieren.

Risiken ändern sich mit zunehmendem Alter


Mit zunehmendem Alter ändern sich die Risiken des Alltags. Eine Checkliste hilft, den Haushalt grundsätzlich sicher für kleine Kinder zu machen. Dazu gehört es beispielsweise,
  • die Steckdosen mit Kindersicherungen auszustatten
  • Tischdecken zu entfernen, damit Kinder keine heißen Töpfe oder gefährlichen Gegenstände vom Tisch ziehen können
  • Herde, Backöfen und Öfen mit Schutzgittern auszurüsten
  • Regale umsturzsicher zu befestigen, Fernseher sicher aufzustellen
  • Treppen mit Gittern zu sichern
  • gefährliche Gegenstände wie Putzmittel und Medikamente unerreichbar für Kinder aufzubewahren
  • Gartenteiche, Pools und Regentonnen zu umzäunen oder abzudecken sowie
  • die Wohnung mit Rauchmeldern auszustatten, was ohnehin für jede Wohnung gelten sollte.

Verbrennung, Vergiftung, Verätzung - das ist zu tun


Neben Stürzen zählen Verbrennungen, Vergiftungen und Verätzungen zu den häufigsten Kinderunfällen. Deshalb ist es auch hier für den Fall des Falles besonders wichtig für Eltern zu wissen, wie sie reagieren müssen. Bei Verbrennungen gilt:
  • das Kind beruhigen und die Verletzung unter handwarmem Wasser (25 Grad) spülen, bis der Schmerz nachlässt
  • den restlichen Körper warm halten
  • bei größeren Verbrennungen den Rettungswagen mit der Nummer 112 anrufen.
Bei Vergiftungen glauben sehr viele Eltern, dass sie ihr Kind schnellstmöglich zum Erbrechen bringen sollten. "Das sollten sie aber auf keinen Fall", sagt Schick. Macht das Kind einen kranken Eindruck, sollte schnellstmöglich der Rettungswagen gerufen werden. Außerdem:
  • Den Giftnotruf anrufen: Was hat das Kind gegessen oder getrunken? Wie viel? Wie alt ist es? Wie lange ist der Vorfall her? Genaue Angaben erleichtern es den Experten, die Lage einzuschätzen und die Eltern zu beraten.
  • Falls das Kind von sich aus erbricht, sollten Eltern das Erbrochene mit ins Krankenhaus nehmen.
  • Bei Verätzungen des Auges ist es sinnvoll, das Auge zehn Minuten lang mit lauwarmem Wasser zu spülen. Ist die Haut betroffen, sollte die Stelle mit Seife gewaschen werden; bei Verätzungen im Mund oder in der Speiseröhre sollte ein Kind, das bei Bewusstsein ist, ein bis zwei Gläser Wasser oder Tee trinken.

Selbst mit Vorsichtsmaßnahmen lassen sich nicht immer alle Unfälle vermeiden. Für den Notfall ist es sinnvoll, alle wichtigen Telefonnummern auf einem Zettel im Schrank hängen zu haben: Rettungswagen, Giftnotruf, Nachbarn, die auf ein Geschwisterkind aufpassen könnten. Das hilft den Eltern, in solchen Momenten den Kopf nicht zu verlieren. Wichtig und hilfreich auch: "Wenn die Eltern selbst einen Erste-Hilfe-Kurs speziell für Kinder gemacht haben, wissen sie, was zu tun ist und bleiben ruhiger."


Donnerstag, 21. März 2013

Mit Vorlesestunden gesund aufwachsen

Mit regelmäßigen Vorlesestunden können Eltern viel dazu beitragen, dass ihre Kinder gut lesen und schreiben lernen, selbstbewusst werden und gesund aufwachsen. Einer AOK-Familienstudie zufolge geben Rituale und gemeinsame Aktivitäten in der Familie Kindern Halt und Geborgenheit. Wie positiv sich Vorlesen auf die Entwicklung von Heranwachsenden auswirkt, zeigen Untersuchungen der Stiftung Lesen.

Danach trägt regelmäßiges Vorlesen dazu bei, dass sich Mädchen und Jungen zu vielseitig interessierten, aktiven und offenen Menschen entwickeln. Kinder und Jugendliche, denen in der Kindheit vorgelesen wurde, lesen häufiger und länger, sind besser in der Schule und haben mehr Spaß an Bewegung, Kreativität und Musik als Heranwachsende, denen nicht oder nur wenig vorgelesen wurde.


Auch der Einzug elektronischer Medien in deutschen Kinderzimmern kann an der Faszination von gedruckten Büchern nichts ändern. Einer repräsentativen Studie der Stiftung Lesen zufolge sehen 90 Prozent der befragten Eltern beispielsweise Bilder- und Kinderbuch-Apps lediglich als Ergänzung, aber nicht als Ersatz von klassischen Büchern an.

Doch längst nicht alle Kinder kommen häufig in den Genuss von Vorlesestunden oder Gute-Nacht-Geschichten. 42 Prozent der Eltern von Kindern unter zehn Jahren lesen ihrem Nachwuchs nur gelegentlich oder nie vor. Die Folge: Viele Kinder und Jugendlichen tun sich schwer mit dem Lesen und Schreiben. Nahezu jeder vierte sechsjährige Junge und jedes sechste gleichaltrige Mädchen brauchten 2010 vorübergehend die Hilfe eines Sprachtherapeuten. 

Auch mit dem Rechnen tun sich viele Schüler schwer. "Probleme mit dem Lesen, Schreiben und Rechnen belasten die Kinder, nagen an ihrem Selbstbewusstsein und können zur Ausgrenzung führen", weiß Dr. Ulrich Schäfer vom AOK-Bundesverband.

Stand: 11/12

Dienstag, 26. Februar 2013

Richtig essen in der Schwangerschaft

Nur circa 20 Prozent der Deutschen sind ausreichend mit Folat versorgt. Für Schwangere ist es durch den deutlich erhöhten Bedarf fast unmöglich, allein über die Ernährung ausreichend mit diesem Vitamin versorgt zu sein. Eine Unterversorgung mit Folsäure kann jedoch Mutter und Kind schaden. Deshalb wird allen Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder ein Kind erwarten, zur Vorbeugung von Mangelsymptomen ein Folsäurepräparat empfohlen.

Folat, beziehungsweise Folsäure ist ein essenzielles B-Vitamin und kommt natürlicherweise in Lebensmitteln vor (Folat) oder wird synthetisch (Folsäure) für Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel hergestellt. Es ist wasserlöslich und empfindlich gegenüber Licht, Sauerstoff und Hitze. Folathaltiges Gemüse sollte deshalb kurz, aber gründlich abgewaschen (nicht wässern!), schnell verbraucht und nicht zu lange gekocht werden. Im Körper ist Folat, bzw. Folsäure bei Zellteilungs- und Wachstumsprozessen beteiligt. Ein Mangel führt zu Blutarmut, Verdauungsstörungen und Veränderungen an den Schleimhäuten. Speziell beim Fötus kann eine unzureichende Versorgung zu Neuralrohrdefekten ("offener Rücken", bzw. "Spina bifida") und Fehlbildungen wie Lippen-Kiefer-Gaumenspalten führen. Circa 800 Babys kommen jedes Jahr in Deutschland mit einem offenen Rücken zur Welt und etwa 400 Schwangerschaften werden nach der Diagnose im Mutterleib abgebrochen.

Erwachsene sollten täglich 400 Mikrogramm (µg) Folsäure zu sich nehmen. Schwangeren werden durch den erhöhten Bedarf 600 µg Folsäure empfohlen. Um diesen Bedarf decken zu können, sollten Schwangere täglich ein Präparat mit 400 µg Folsäure einnehmen. Auch Frauen mit Kinderwunsch sollten bereits vor der Empfängnis vorsorgen, da beim ungeborenen Baby der Schluss des Rückenmarkkanals bereits in der vierten Embryonalwoche erfolgt. Zu diesem Zeitpunkt wissen die meisten Frauen noch nicht, dass sie ein Kind erwarten. Ob bei einer späten Kenntnis der Schwangerschaft eine höhere Dosierung sinnvoll ist, sollte nach Rücksprache mit dem Gynäkologen entschieden werden. Das Präparat sollte bis Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels eingenommen werden.

Zusätzlich sollte auf eine folatreiche Ernährung mit reichlich grünem Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorngetreideprodukten und Zitrusfrüchten geachtet werden. Frühstücksflocken und -müslis sowie Molkereiprodukte sind zudem häufig mit Folsäure angereichert und werden entsprechend beworben.

Nadia Röwe, www.aid.de

Weitere Informationen zur Ernährung in der Schwangerschaft finden Sie im Heft: "Das beste Essen in der Schwangerschaft", Bestell-Nr. 61-1605, Preis: 2,50 Euro, www.aid-medienshop.de

Weitere Informationen:
Netzwerk Gesund ins Leben, www.gesundinsleben.de