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Dienstag, 27. August 2013

Junge faulenzen, Ältere sind aktiv

Wenn es um die Gestaltung des Urlaubs geht, gibt es große Unterschiede zwischen den Generationen. Das ist das Ergebnis der aktuellen TK-Bewegungsstudie "Beweg Dich, Deutschland!". Demnach liegt mehr als jeder zweite Befragte im Alter bis 25 im Urlaub am liebsten an Pool, Strand oder Badesee. Bei den über 65jährigen sucht nur jeder Fünfte so seine Entspannung. Für 55 Prozent der Älteren gehört viel und intensive Bewegung zum Urlaub -  eine Einstellung, die man bis 25 seltener teilt (28 Prozent). Laut der Umfrage mangelt es vielen Deutschen an der nötigen Zeit, um sich im Alltag mehr zu bewegen (46 Prozent). Trotzdem nutzen viele den Urlaub nicht, um etwas Bewegung nachzuholen.

Die Bewegungsstudie zeigt außerdem, dass Menschen, die bereits im Beruf viel Zeit im Sitzen verbringen, auch im Urlaub am liebsten passiv entspannen. Auch Menschen, die in ihrer Freizeit lange vor dem Bildschirm hocken, nutzen den Urlaub selten, um einen sportlichen Ausgleich zu schaffen. Jeder zweite Befragte, der sieben Stunden und mehr vor Computer oder Fernseher verbringt, entspannt im Urlaub am liebsten am Pool. Im Vergleich: Nur jeder Dritte, der maximal eine Stunde vor dem Bildschirm verbringt, sucht diese Form der Entspannung.

Regelmäßige Bewegung ist wichtig. Sie dient nicht nur dem allgemeinen Wohlbefinden, sondern beeinflusst auch die Gesundheit positiv. Bewegung kann vor Rückenbeschwerden, Depressionen und Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkten schützen. Die TK hat daher das Jahr 2013 zum "Jahr der Gesundheit" für ihre Versicherten erklärt. Die Menschen sollen informiert und motiviert werden, mehr für ihre Gesundheit zu tun. Themen wie gesunde Ernährung, Bewegung und Stress-Prävention stehen im Mittelpunkt.

Sonntag, 28. Juli 2013

Auch im Alter mit Genuss essen

Gesund kochen kann auch im Alter Spaß machen. Foto: AOK

Beschwerden beim Schlucken und Kauen, wenig Appetit – insbesondere bei älteren Menschen mit gesundheitlichen Problemen nimmt die Lust am Essen und Trinken ab. "Mit ein paar Tricks lässt sich aber erreichen, dass es ihnen gut schmeckt und dass sie sich ausgewogen ernähren", sagt Anita Zilliken, Ernährungswissenschaftlerin bei der AOK. Eine vollwertige Ernährung ist gerade im Alter wichtig, um gesund zu bleiben oder Erkrankungen besser zu überstehen.

Mit höherem Alter benötigt der Körper weniger Energie in Form von Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß. Der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen bleibt aber gleich oder steigt sogar. "Daher ist es wichtig, dass ältere Menschen Essen mit hoher Nährstoffdichte zu sich nehmen", sagt AOK-Ernährungsexpertin Zilliken.

Daran hapert es jedoch häufig, wie die ErnSIPP-Studie zeigt, die im 12. Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) veröffentlicht ist. Wissenschaftler untersuchten darin die Ernährungssituation von Pflegebedürftigen, die zu Hause meist von Angehörigen gepflegt und versorgt werden. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie: Die Teilnehmer essen zu viel Fleisch und Wurst, aber zu wenig Gemüse, Obst, Kartoffeln, Getreideprodukte und Fisch. In der Folge nehmen sie zu wenig Ballaststoffe zu sich, außerdem zu geringe Mengen an Vitamin D und Vitamin E sowie der Mineralstoffe Folat und Kalzium. Insgesamt beteiligten sich 353 Frauen und Männer an der Studie. Bei vielen hochbetagten Menschen treten Schwierigkeiten beim Essen und Trinken auf:
  • Appetit und Durstempfinden lassen nach.
  • Die Geruchs- und Geschmackwahrnehmung nehmen ab, das Essen schmeckt fade.
  • Das Schlucken bereitet Probleme.
  • Das Kauen macht besonders beim Verzehr von Obst und Gemüse Be-schwerden; Ursache können schlecht sitzende Zahnprothesen und Ent-zündungen der Mundschleimhaut sein.
  • Mundtrockenheit und ein geringerer Speichelfluss erschweren die Nahrungsaufnahme.
  • Die Verdauung verschlechtert sich, Inhaltsstoffe der Nahrung werden ungenügend verwertet.
  • Es entsteht ein Sättigungsgefühl, obwohl der Magen noch nicht gefüllt ist.
Das Risiko für eine Mangelernährung steigt auch durch Erkrankungen wie Depressionen und Demenz. Wer seine Hände oder Arme nicht mehr gut bewegen kann, zum Beispiel aufgrund von Erkrankungen wie Parkinson oder nach einem Schlaganfall, hat ebenfalls Schwierigkeiten mit dem Essen und Trinken.

Viel Gemüse, Obst, Milch- und Vollkornprodukte


"Damit alte und pflegebedürftige Menschen genügend Nährstoffe zu sich nehmen, sollten sie viel Gemüse, Obst, Milch- und Vollkornprodukte essen", empfiehlt AOK-Ernährungsexpertin Zilliken. Sinnvoll ist es, ihnen über den Tag verteilt mehrere kleine Portionen anzubieten. Vollkornbrot oder Vollkornnudeln enthalten Ballaststoffe, die die Verdauung fördern. Mit einem leicht verzehrbaren Salat, der mit kalt gepresstem Raps- oder Traubenkernöl angemacht ist, lässt sich die Versorgung mit Vitamin E verbessern.
Damit Senioren und Pflegebedürftige genügend Vitamin D aufnehmen, sollten sie einmal in der Woche Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering essen. Sinnvoll ist es auch, dass sie sich täglich eine Zeitlang im Freien aufhalten, da der Körper das Vitamin auch bei Lichteinwirkung in der Haut selbst bildet. Damit Vitamine nicht verloren gehen, sollten Gemüse und andere Nahrungsmittel nicht zu lange gekocht und das Essen nicht längere Zeit warmgehalten werden. Zilliken gibt Tipps, wie sich der Appetit anregen lässt:
  • Sorgen Sie für Bewegung und Aufenthalt an der frischen Luft.
  • Schaffen Sie eine angenehme Essatmosphäre, zum Beispiel mit einem schön gedeckten Tisch.
  • Stellen Sie ein abwechslungsreiches Angebot an Speisen und Getränken bereit.
  • Berücksichtigen Sie individuelle Vorlieben und Schwierigkeiten beim Essen.
  • Servieren Sie immer wieder mal Lieblingsgerichte, die meist auch noch im Alter schmecken.
  • Richten Sie das Essen appetitlich an.
  • Verwenden Sie reichlich Kräuter und Gewürze, aber nur wenig Salz; dann schmeckt das Essen auch, wenn der Geschmackssinn nachgelassen hat.
Bereitet das Kauen Beschwerden, sollten der Zahnstatus oder die Prothese überprüft werden. Regelmäßige Mundhygiene ist wichtig, um Entzündungen vorzubeugen. Außerdem sollten Speisen so angeboten werden, dass auch Menschen mit Kauproblemen sie essen können.
"Zerdrücken Sie zum Beispiel Gemüse und Kartoffeln mit der Gabel und schneiden Sie Fleisch klein", empfiehlt AOK-Ernährungsexpertin Zilliken. Joghurt, Dickmilch und Quark mit Früchten lassen sich leichter essen als ein ganzer Apfel, streichfähiger Käse eher als Hartkäse. Harte Lebensmittelteile wie Obstschalen und Brotrinden sollte man entfernen. Sinnvoll ist es auch, Speisen mundgerecht zu servieren und bei Bedarf zu pürieren. Das kommt auch Menschen mit Schluckstörungen entgegen. Die einzelnen Bestandteile eines Gerichtes sollten aber noch erkennbar sein.

Zu jeder Mahlzeit Getränke anbieten


Da das Durstempfinden im Alter nachlässt, trinken alte Menschen oft zu wenig. "Bieten Sie daher zu jeder Mahlzeit Getränke an", rät Zilliken. Am besten sind Wasser, Kräuter- und Früchtetees sowie Saftschorlen. Empfehlenswert ist es auch, schon morgens die Trinkmenge für den Tag bereit zu stellen.
Eine Demenz kann ebenfalls das Essverhalten und den Energiebedarf verän-dern. Viele Betroffene sind sehr unruhig und haben einen starken Bewegungsdrang. Sie benötigen daher mehr Energie und sollten viel trinken. Im Verlauf der Krankheit geht häufig die Fähigkeit verloren, mit Besteck zu essen. Sinnvoll ist es dann, den Pflegebedürftigen mundgerechtes "Fingerfood" anzubieten. Dazu eignen sich Fleischstücke ohne Soße, Gemüse und Rohkost, kleine Kartoffeln, Kroketten und Gebäck. Aufläufe können in Stücke geschnitten werden, die nicht größer als ein bis zwei Bissen sind. Sie müssen gut zu greifen und einfach zu kauen und zu schlucken sein.


Generell gelten die Empfehlungen der DGE für eine vollwertige Ernährung auch für alte und pflegebedürftige Menschen. Danach sollte die tägliche Nahrung zu etwa drei Vierteln aus Gemüse, Salat, Getreideprodukten, Kartoffeln, und Obst bestehen. Ein Viertel des Tagesbedarfs decken tierische Lebensmittel wie Milch und Milchprodukte. Ein- oder zwei Mal pro Woche sollte Fisch auf dem Speiseplan stehen. Fettarmes Fleisch, Wurst und Eier sollten in Maßen und nicht täglich verzehrt werden. Sparsamkeit ist auch beim Verzehr von Fetten und Ölen angesagt. Wichtig sind ungesättigte Fettsäuren, die etwa in Raps-, Soja- und Olivenöl stecken. Zu einer ausgewogenen Ernährung gehört es auch, mindestens eineinhalb Liter am Tag zu trinken.

Freitag, 5. Juli 2013

Leicht verständlich, größere Schrift

Ältere Konsumenten brauchen mehr Unterstützung bei der Auswahl und Beurteilung von Lebensmitteln. Das lässt eine Untersuchung der Universität Regensburg vermuten. Danach werden die Bedürfnisse der Senioren nach klaren und deutlich sichtbaren Produktinformationen von der Lebensmittelindustrie zu wenig berücksichtigt, wodurch wertvolles Kaufpotenzial verloren geht. Zudem könnte man Ältere durch eine bessere Kennzeichnung zu einer gesünderen Ernährungsweise bewegen und dadurch nebenbei auch den Kostendruck auf das Gesundheitssystem senken.

Für viele Verbraucher ab 50 Jahren spielen die Kaufmotive Gesundheit und Wohlbefinden eine immer größere Rolle. Sie möchten ernährungsbewusst einkaufen, müssen dafür aber Lebensmittelinformationen auf dem Etikett angemessen beurteilen können. Das ist für die ältere Generation offenbar nicht immer einfach. Bessere Informationen sind notwendig, um gesunde Produktalternativen erkennen zu können, erklären die Wissenschaftler. Mit zunehmendem Alter achten die Konsumenten zwar mehr auf das Etikett, können aber weit weniger Informationen verarbeiten als jüngere Menschen. Einen gewissen Ausgleich schafft die Erfahrung der Senioren, die sie im Laufe der Jahre beim Einkauf von Nahrungsmitteln sammeln konnten.

Dennoch könnte die Lebensmittelindustrie durch geeignete Hinweise das Ernährungswissen der Verbraucher verbessern und sie beim Einkauf unterstützen. Die Informationsverarbeitung lässt sich etwa durch vergrößerte Produkthinweise verkürzen. Zudem würden Senioren eher von eigenschaftsbezogenen Informationen wie zum Beispiel "fettreduziert" oder "reich an Kalzium" profitieren. Auch farbig gestaltete Gütezeichen mit einfachen und verständlichen Textelementen wie "hoch", "mittel" und "niedrig" wären für Ältere ideal, so die Regensburger Wissenschaftler.


Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:

aid-Heft "Achten Sie aufs Etikett! - Kennzeichnung von Lebensmitteln", Bestell-Nr. 61-1140, Preis: 4,00 Euro, http://www.aid-medienshop.de


Donnerstag, 6. Juni 2013

Gesund und aktiv älter werden

Die Lebenserwartung steigt. Derzeit leben fast 17 Millionen 65-Jährige und ältere Menschen in Deutschland, 2060 werden es fast 22 Millionen sein. Ein heute 65-jähriger Mann kann damit rechnen, noch weitere 17 Jahre zu leben, eine 65-jährige Frau hat durchschnittlich noch weitere 20 Jahre vor sich. Ziel ist es, die gewonnenen Jahre in möglichst hoher Lebensqualität zu erleben. Angesichts dieser Herausforderungen richtet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) heute die zweite Bundeskonferenz "Gesund und aktiv älter werden" unter dem Titel "Es ist nie zu spät und selten zu früh - körperliche Aktivität, psychische Gesundheit und Teilhabe im höheren Alter fördern" aus. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis diskutieren in Berlin über Strategien, mit denen Menschen gesund, aktiv und selbstbestimmt älter werden und somit im Alter eine hohe Lebensqualität genießen können.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr eröffnet die Tagung und unterstreicht die Bedeutung des Themas. "Gesundheit ist die vielleicht wichtigste Voraussetzung, um das Älterwerden eigenverantwortlich gestalten zu können. Ältere Menschen sind dabei nicht weniger leistungsfähig als jüngere. Sie sind anders leistungsfähig. Dies müssen wir bedenken, wenn wir die älteren Menschen motivieren wollen, länger gesund und aktiv an unserem gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Und genau hier setzen wir mit unseren Maßnahmen und auch mit unserem Präventionsförderungsgesetz an."

"Frühzeitig beginnende Gesundheitsförderung und Prävention sind unverzichtbar", betont Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "In einer älter werdenden Bevölkerung ist Gesundheit auch im höheren Alter die Voraussetzung für Selbständigkeit und aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Wenn wir mit unseren Maßnahmen erfolgreich sein wollen, müssen wir", so Prof. Pott weiter, "den Alltag, die Lebenswelten und Lebenslagen der Menschen berücksichtigen und möglichst konkrete Hilfen anbieten."

Auch Präventionsangebote, die erst im Alter einsetzen, wirken sich noch auf die Gesundheit und Selbständigkeit positiv aus. Ein gelungenes Beispiel dafür sind Programme zur Vermeidung von Stürzen. Durch Training von Kraft, Ausdauer und Bewegung kann bei älteren Menschen ein Leistungszuwachs von bis zu 40 Prozent erzielt werden. Solche Maßnahmen führen zu einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität von älteren Menschen und zum Erhalt von Selbständigkeit.

Auch die psychische Gesundheit spielt gerade im Alter eine wichtige Rolle für die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit. So belegt eine im Auftrag der BZgA durchgeführte Studie,  dass ein Teil der älteren Menschen das Älterwerden in unsicheren, ungesunden und auch einsamen Lebenssituationen meistern muss. Es ist davon auszugehen, dass rund ein Viertel der Menschen im Alter von psychischen Störungen und Erkrankungen betroffen ist.

Ebenfalls nimmt das Thema Demenz mit zunehmendem Alter zu. Deutschlandweit sind etwa 1,4 Millionen Menschen davon betroffen. Eine eigenständige Lebensführung ist in vielen Fällen nicht mehr möglich. Bis zum Jahr 2050 werden drei Millionen Demenzerkrankte prognostiziert, sofern kein Durchbruch in der Forschung zur Therapie gelingt. Vor diesem Hintergrund ist die Gestaltung des Lebens mit Demenz ein wichtiges Diskussionsthema bei der Konferenz.

Die Beiträge des Kongresses zeigen alltagsnahe Möglichkeiten und Strategien der Gesundheitsförderung auf. Es geht beispielsweise um Wechselwirkungen und Synergieeffekte zwischen körperlicher Aktivität und psychischer Gesundheit. Vorgestellt werden aktuelle Daten zum Stand der medizinischen Forschung, regionale Angebote und Praxisbeispiele. Präsentiert wird beispielsweise das Bewegungsnetzwerk 50+ des Deutschen Olympischen Sportbunds. Hier geht es darum, differenzierte Sport- und Bewegungsangebote für die Generation 50+ in den Kommunen zu fördern.

Tagungsbegleitend erfolgt eine Einführung in Tai Chi, eine Fitness- und Gesundheitssportart, die auf schonende Art auch bei älteren Menschen Gleichgewicht, Koordination und Muskelaufbau fördert, ohne zu überfordern.

Weitere Informationen:

/www.gesund-aktiv-aelter-werden.de

Alte Menschen - Expertise zur Lebenslage von Menschen im Alter zwischen 65 und 80 Jahren. Band 44 der Reihe "Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung" der  Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.


Das Fachheft ist kostenlos zu beziehen unter: BZgA, 51101 Köln, Fax: 0221-8992257,
E-Mail: order@bzga.de, http://www.bzga.de

Das Fachheft steht zum Download unter
http://www.bzga.de/infomaterialien/forschung-und-praxis-der-gesundheitsfoerderung/


Montag, 3. Juni 2013

Medikamente auch bei altersbedingten Einschränkungen richtig anwenden

Viele ältere Menschen sind auf Medikamente angewiesen. Aber Sehprobleme und eingeschränkte Kraft oder Geschicklichkeit der Hände können die korrekte Anwendung erschweren. „Am besten lässt man sich die richtige Anwendung eines Medikaments in der Apotheke demonstrieren“, sagte Dr. Wolfgang Kircher, Apotheker und Mitglied der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). „Das gilt besonders für technisch aufwändig verpackte Medikamente wie Augentropfen, Trockensäfte oder Medikamente zur Inhalation.“

Im Alter lässt die Kraft in den Händen nach und rheumatische Erkrankungen können die Geschicklichkeit zusätzlich verschlechtern. Älteren fällt es deshalb oft schwer, Kindersicherungen zu öffnen. Auch viele Augentropfen sind so verpackt, dass vor dem ersten Öffnen ein Siegel abgedreht oder aufgerissen werden muss. Andere Medikamente wie Tubenverschlüsse müssen vor der ersten Entnahme durchbohrt werden. Dafür braucht man relativ viel Kraft. Wer damit Schwierigkeiten hat, kann sich das Medikament bereits in der Apotheke öffnen lassen. Die korrekte Anwendung hängt auch vom jeweiligen Präparat ab. Komplexe Applikationssysteme zur Inhalation oder zum Eintropfen ins Auge sollten sich Patienten vom Apotheker demonstrieren lassen.


Wenn die Sehkraft nachlässt, steigt das Risiko für Verwechslungen ähnlich aussehender Medikamente. Hilfreich ist es dann, die verschiedenen Medikamente mit farbigem Klebeband, Filzklebepunkten oder durch gut tastbare Aufkleber aus Sandpapier zu kennzeichnen. Wenn bei Wirkstoffpflastern die Einreißkerben der Verpackung nur schlecht erkennbar sind, lassen Patienten sich diese am besten markieren. Fällt das Abzählen von Tropfen schwer, kann man diese in einen leeren Joghurtbecher fallen lassen. So kann man die Tropfen nach Gehör abzählen.

Sonntag, 2. Juni 2013

Gesund alt werden im Beruf

Wissenstransfer … zwischen alt und jung bringt Vorteile
 für das Unternehmen. Foto: Techniker Krankenkasse

Gesund alt werden im Beruf

Rund acht Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland sind älter als 50 Jahre. Das sind über zwei Millionen mehr als noch vor zehn Jahren, so die Techniker Krankenkasse (TK). Laut Gudrun Ahlers, Expertin für Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der TK, sind Ältere sind nicht weniger leistungsfähig als Jüngere – sie sind anders leistungsfähig. "Obwohl manche Fähigkeiten wie die Stressresistenz und Schnelligkeit im Alter nachlassen, nehmen andere zu. Dazu zählen zum Beispiel Zuverlässigkeit und soziale Fähigkeiten. Die Älteren verfügen außerdem über ein großes Erfahrungswissen und treffen ihre Entscheidungen überlegter", erklärt Ahlers. Diese Fähigkeiten nicht für das Unternehmen zu nutzen, wäre wirtschaftlich unklug.

Immer mehr Beschäftigte müssen länger arbeiten, die Gesundheit zu erhalten wird daher umso wichtiger. Deshalb sollten sich Unternehmen laut Ahlers frühzeitig in der Gesundheitsförderung engagieren. "Studien haben gezeigt, dass die Arbeitsfähigkeit erhalten oder sogar verbessert werden kann, wenn das Unternehmen aktiv gegensteuert", so die TK-Expertin.

In Demografieworkshops beraten die Firmenkundenbetreuer der TK Führungskräfte über wichtige Maßnahmen wie die Flexibilisierung der Arbeitszeit, altersgerechte Entwicklungschancen, Wissenstransfer zwischen Jung und Alt, Angebote zur Gesundheitsförderung und ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze. Beim Thema altersgerechtes Arbeiten wird Führungskräften in den kommenden Jahren eine besonders wichtige Rolle zukommen, schätzt die TK-Expertin. "Um die Kompetenzen aller Mitarbeiter ideal zu nutzen und zu fördern, müssen die Führungskräfte diese erst einmal kennen. Deshalb empfehlen wir regelmäßige Feedbackgespräche, um zu klären, welche Ressourcen, aber auch welche Belastungen vorhanden sind."

Weitere Informationen gibt es unter www.tk.de (Bereich Firmenkundenportal, Rubrik "Gesund im Betrieb").


Die TK bezieht sich auf Daten der Bundesagentur für Arbeit.

Freitag, 31. Mai 2013

Medikamente können auch krank machen

Pro Jahr werden in Deutschland 1,5 Milliarden Packungen Arzneimittel verbraucht. 4 von 10 Patienten über 65 Jahre bekommen 8 verschiedene Wirkstoffe und mehr verschrieben. Dabei ist seit langem bekannt, dass zu viele Medikamente, gleichzeitig eingenommen, mehr schaden können als nützen. Die Stiftung Warentest liefert mit der 9. Auflage des Handbuchs Medikamente unabhängige Informationen zu Risiken und Nebenwirkungen von über 7000 häufig verschriebenen Präparaten.


Es geht um Mittel bei Depression, Demenz, Bluthochdruck, Herzschwäche oder Schmerzen, die häufig gleichzeitig eingenommen werden. Jedes Jahr müssen vor allem ältere Menschen ins Krankenhaus, weil Wechselwirkungen verschiedener Arzneimittel sie krank gemacht haben.

In diesem Ratgeber geht es aber auch um Medikamente, die, richtig eingesetzt, besonders wertvoll sind, aber viel zu häufig verordnet werden. So bekommen gerade Kinder und Jugendliche noch immer Antibiotika bei Erkältungskrankheiten oder Mittelohrentzündung verschrieben. Dabei werden die meisten Erkältungskrankheiten durch Viren hervorgerufen. Antibiotika wirken dann nicht. Es kann aber zu Bauchschmerzen, Durchfall, Allergien und im schlimmsten Fall zu Antibiotika-Resistenzen kommen.

Damit liefert das „Handbuch Medikamente“ wichtige Informationen für den richtigen Gebrauch der richtigen Arzneimittel. So können sich Patienten fundiert und von der Pharmaindustrie unabhängig über Medikamente informieren.


„Handbuch Medikamente“ hat 1472 Seiten und ist für 49,90 Euro im Buchhandel erhältlich oder kann unter www.test.de/handbuch-medikamente bestellt werden.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Leben und Arbeiten im Stand-By-Modus

Was der "Digital Native" als Segen empfindet, kann sich für einen Berufstätigen zu einem Fluch entwickeln: Die Digitalisierung der Welt hat Auswirkungen auf Menschen jeden Alters und für alle Lebensbereiche. Informationsvorsprung und grenzenlose Kommunikation gehen häufig mit einer permanenten Erreichbarkeit einher. Wiederum ganz anders begegnen die älteren, sogenannten "Silver Surfer" den modernen Internetangeboten.

Die Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen e. V. (HLS) und die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen in Hamburg (KISS) bringen drei Vertreter ihrer Generation mit ihrer individuelle Mediennutzung ins Gespräch: Ein Student, ein Vater, der in der IT-Branche tätig ist, und ein Rentner diskutieren, ob Erreichbarkeit oder Unerreichbarkeit für sie das größere Glück oder fortdauernder Stress oder gar Krankheit bedeuten. Colette See, Internetexpertin bei der HLS: "Viele Menschen merken nicht, dass ihre Dauerverfügbarkeit nur scheinbar freiwillig ist. Ältere Menschen verteufeln häufig zu Unrecht die neuen Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten. Berufstätige wiederum nehmen den schleichend größer werdenden Stress gar nicht wahr."

Bei der Veranstaltung sollen die unterschiedlichen Herausforderungen von Familie, Arbeitswelt oder Freizeit beim Umgang mit neuen Technologien besprochen werden. Colette See: "77 Prozent aller Berufstätigen stehen auch nach Arbeitsschluss für den Chef und Kollegen zur Verfügung. 66 Prozent fühlen sich unwohl, wenn sie für Familie und Freunde nicht erreichbar sind. Wir wollen voneinander lernen, die Dinge anders zu sehen und die Facetten des digitalen Lebens gut zu nutzen."

Die Veranstaltung "Leben und Arbeiten im Stand-By-Modus - zwischen Technikoptimismus und Technikskepsis" findet am 29. Mai 2013 um 19 Uhr im Lichtmess Kino, Gaußstraße 25, statt. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Der Generationendialog wird mit Unterstützung der Techniker Krankenkasse (TK) durchgeführt und ist Teil des Projekts "Netz mit Web-Fehlern?".

Bei Demenz: Bewegung lässt Gedächtniszellen wachsen

Mehr als 71.000 Menschen leiden allein in Hessen an einer Demenzerkrankung. Vielen von ihnen könnte mehr körperliche Aktivität – neben medikamentöser Therapie und anderen Begleittherapien – eine zusätzliche Chance bieten, den Verfall der Nervenzellen zu verzögern. Denn Sport und Bewegung bauen Nervenzellen auf, und zwar genau in der Region des Gehirns, die für Gedächtnisleistungen zuständig ist. Ganz besonders gut gelingt dies, wenn die Bewegung mit Spaß verbunden ist. Darauf weist die Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen hin.

Die TK empfiehlt daher Angehörigen von demenzkranken Menschen, die betroffenen Familienmitglieder zur Aktivität zu ermuntern. Hilfreich ist aber auch, das Leben bereits in gesunden Zeiten bewegt zu gestalten. Allerdings, so zeigt eine FAZ-Studie im Auftrag der TK, bewegt sich nur jeder Siebte der über 60-Jährigen regelmäßig. Wie der Zellaufbau im Gehirn funktioniert, erklärt der Hirnforscher Professor Manfred Spitzer von der Universität Ulm: "Es ist tierexperimentell eindeutig nachgewiesen, dass durch Bewegung dafür gesorgt wird, dass Nervenzellen vermehrt nachwachsen. 

Dies hat positive Auswirkungen auf Merkfähigkeit und Gedächtnis. Für diesen Effekt ist es aber wichtig, dass die motorische Tätigkeit gerne und freiwillig erfolgt", sagt Spitzer. Denn die Freude bei der Aktivität garantiere auch eine entsprechende Hormonausschüttung und damit die nötigen chemischen Prozesse. Bewegung und Hormone kombiniert, ergeben dann das Zellwachstum. Von der Art und dem Stadium der Erkrankung hänge es ab, so Spitzer, wie sich die Symptomatik durch positive Emotionen und Bewegung bessere.

Daniela Bürger, Präventionsbeauftragte der TK, rät dazu, Demenzkranke vor allem in Bewegungsangebote als Therapie begleitende Maßnahme einzubeziehen, an denen sie freudvoll teilnehmen: "Wir wissen, dass negative Gefühle und Stress gleichzeitig wieder für den Abbau von Nervenzellen sorgen, deshalb sollte man die Bedürfnisse der Demenzkranken ernst nehmen, wenn sie beispielsweise mit Freude oder mit Ärger auf ein Bewegungsangebot reagieren", so Bürger. Außerdem trainiert die regelmäßige Bewegung die Alltagsmobilität und schützt vor Stürzen, die mit Folgeverletzungen im Alter ein zusätzliches Gesundheitsrisiko darstellten. "Vor allem auch, weil Demenzkranke besonders sturzgefährdet sind", sagt Bürger.

Für Menschen, die Körper und Geist rechtzeitig stärken möchten, bietet die TK spezielle Präventionskurse an und stellt via Internet einen Gesundheitscoach zur Verfügung, mit dem sich individuelle Trainingspläne erstellen lassen. Für Einsteiger bietet sich etwa der Kurs "Walking und Nordic Walking - Fit ab 50" an. Wer nicht sicher ist, welche Sportart ihm zu geistigen Höhenflügen verhilft, kann beim TK-Gesundheitscoach mit einem Test herausfinden, welcher Sporttyp in ihm schlummert.

"Wie bitte?", "Was haben Sie gesagt?"

Im Alter lässt bei vielen Menschen das Gehör nach. In Gesprächen bekommen sie dann vieles, was gesagt wird, nicht mehr mit und fühlen sich zunehmend isoliert. Foto: AOK-Mediendienst

"Wie bitte?", "Was haben Sie gesagt?"

"Wie bitte?", "Was haben Sie gesagt?" - Wer häufig nachfragen muss, bei Familienfesten oder im Restaurant Gesprächen schlecht folgen kann, den Fernseher auf hohe Lautstärke eingestellt hat und selbst laut spricht, hört meist nicht mehr gut. Schwerhörigkeit kommt bei älteren Menschen häufig vor: Etwa ein Drittel der über 65-Jährigen leidet darunter und bereits die Hälfte der über 75-Jährigen.

Wenn jemand im Alter schlecht hört, steckt dahinter in der Regel eine Schädigung des Innenohres. Die Wahrnehmung des Schalls ist gestört, also der Geräusche, die von der Ohrmuschel eingefangen und über den Gehörgang weitergeleitet werden; sie bringen das Trommelfell zum Schwingen. Über die Gehörknöchelchen im Mittelohr wird der Schall dann ins Innenohr übertragen. Dort werden akustische Reize in Nervenimpulse umgewandelt und anschließend  im Gehirn verarbeitet.

Betroffene hören hohe Töne schlecht


Gibt es für die beidseitige Schwerhörigkeit im Alter keine offensichtliche Ursache, sprechen Mediziner von Presbyakusis. "Betroffene nehmen insbesondere hohe Töne und Geräusche nicht mehr richtig wahr", erläutert Dr. Astrid Maroß, Ärztin im AOK-Bundesverband. Sie haben Schwierigkeiten, Gespräche zu verstehen, vor allem, wenn im Hintergrund andere Geräusche ablenken. Manchmal treten zusätzlich Ohrgeräusche auf. Das wirkt sich auf die Kommunikation und das soziale Leben aus: Da Schwerhörige Gespräche nicht mehr gut mitbekommen, sind sie oft zunehmend isoliert.

Was genau Schwerhörigkeit im Alter hervorruft, ist noch unklar. Wissenschaftler vermuten, dass Alterungsprozesse das Innenohr schädigen. Als Risikofaktor gilt vor allem Lärmbelastung, aber auch Rauchen, Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte und Diabetes mellitus werden diskutiert. Wichtig ist es daher, das Gehör vor Lärm zu schützen. Bereits ein Lärmpegel von 85 Dezibel kann Hörschäden hervorrufen, wenn man dieser Lautstärke dauerhaft ausgesetzt ist. Zum Vergleich: Ein normales Gespräch ist etwa 60 Dezibel laut, ein Lastwagen in fünf Metern Entfernung 90 Dezibel, in Clubs werden etwa 110 Dezibel erreicht. Wer am Arbeitsplatz viel Lärm ausgesetzt ist oder häufig in Clubs oder zu Konzerten geht, sollte daher Gehörschutz tragen und dem Gehör hinterher Ruhepausen gönnen.

In der Regel lassen sich Hörschäden im Innenohr nicht durch eine medizinische Behandlung rückgängig machen. Meist können Betroffene mit einem Hörgerät aber wieder besser hören. "Entscheidend ist es, solche Hilfen frühzeitig zu nutzen, da sonst das Gehirn das Hören regelrecht verlernen kann", sagt AOK-Medizinerin Maroß. Sie empfiehlt, bei Hörproblemen einen Hals-Nasen-Ohrenarzt (HNO)-Arzt aufzusuchen. Dieser kann bei Bedarf ein Hörgerät verordnen, das Schallwellen aus der Umgebung aufnimmt und sie verstärkt. Moderne Geräte sind oft kaum mehr sichtbar. Die meisten Patienten wählen ein sogenanntes Hinter-dem-Ohr-Gerät. Angeboten werden auch Im-Ohr-Geräte und sogenannte Hörbrillen.

Hörgeräte gleichen Hörbehinderung aus


Die AOK übernimmt die Kosten für Hörgeräte, die geeignet sind, die individuelle Hörbehinderung auszugleichen. Dazu hat die Gesundheitskasse Verträge mit Hörgeräteakustikern abgeschlossen. Diese sind verpflichtet, Versicherten mindestens ein hochwertiges, modernes und dem aktuellen Stand der Technik entsprechendes Hörgerät anzubieten, für das sie keinen Aufpreis zahlen müssen. Dann fällt lediglich die gesetzliche Zuzahlung von zehn Euro an. Die AOK trägt auch die Kosten für die Beratung, Erprobung und Nachbetreuung. An wen sie sich wenden können und wie sie am besten vorgehen, erfahren Versicherte bei ihrer Gesundheitskasse vor Ort.

"Nutzen Sie in jedem Fall die Möglichkeit, verschiedene Geräte in Ihrer alltäglichen Umgebung Probe zu tragen und testen Sie, mit welchem Sie am besten hören", rät AOK-Ärztin Maroß. Haben sich Patienten für ein Gerät entschieden, muss es bestmöglich auf die individuelle Hörstörung eingestellt werden. Oft sind im Laufe der Gewöhnung an die neuen Höreindrücke weitere Feineinstellungen notwendig. Der Hörgeräteakustiker sollte Betroffenen außerdem zeigen, wie sie das Gerät richtig nutzen.


Hörgeräte nützen nur, wenn Patienten noch ein wenig hören können. Bei vollständigem Hörverlust kann gegebenenfalls ein sogenanntes Cochlea-Implantat helfen, das operativ eingesetzt wird, um das Innenohr funktionell zu ersetzen.

Sonntag, 26. Mai 2013

Bewusster Umgang mit Lärm das A und O


Lärm umgibt uns vielerorts: im Berufsleben wie in der Freizeit, im Straßenverkehr, durch Maschinen oder streitende Nachbarn. Lärm zerrt nicht nur an den Nerven und beeinträchtigt die Lebensqualität. Er kann – zu laut und zu lange andauernd – die Gesundheit beeinträchtigen. Mögliche Folge: bleibende Hörschäden, die laut einer aktuellen Hochrechnung der KKH Kaufmännische Krankenkasse vor allem bei der Generation 65 plus zunehmen. „In dieser Altersgruppe stieg die Versorgung mit Hörgeräten in den vergangenen fünf Jahren um 17 Prozent“, sagt Bettina Möhrle von der KKH in Ravensburg. Insgesamt erhöhte sich der Bedarf an Hörhilfen bei KKH-Versicherten in diesem Zeitraum dagegen nur um 8 Prozent.

Bundesweit hören rund 15 Millionen Menschen schlecht. Tendenz steigend. Dabei sind nicht nur ältere Menschen betroffen. Mediziner stellen auch bei Kindern und Jugendlichen zunehmend mehr Gehörschäden fest. Das Risiko dafür beginnt bei Schalldruckpegeln oberhalb von 85 Dezibel, verursacht beispielsweise durch Musik aus einem Walkmann. Lärm kann neben Schwerhörigkeit, Tinnitus und anderen Hörschäden weitere negative Auswirkungen auf den Körper haben. Krachmacher wie Flugzeuge, Presslufthammer und laute Discomusik lassen den Blutdruck steigen, das Herz schneller schlagen und verengen die Blutgefäße. Sie erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einschließlich Herzinfarkt. Auch chronische Schlafstörungen drohen.

„Wer Gesundheitsschäden durch Krach vorbeugen und sein Hörvermögen schützen möchte, sollte auf einen bewussten Umgang mit Lärm achten“, rät Möhrle. „Entscheidend dabei ist, Lärm bei jeder Gelegenheit zu reduzieren.“ Einige Beispiele:
  • Zu laute Musik vermeiden. Stereoanlagen auf Zimmerlautstärke stellen, Bässe dabei herunterdrehen. Beim Musikhören über Mini-Kopfhörer oder MP3-Player neben der Lautstärke auch die Hördauer begrenzen.
  • Während Diskotheken- und Konzertbesuchen Gehörschutz mit Filter nutzen. Damit wird die Musik leiser, aber nicht dumpf. Und: Die Nähe zu Lautsprechern meiden.
  • Halten Sie Kinder dazu an, Lärmquellen wie Trillerpfeifen, Spielzeugpistolen oder platzende Luftballons in Ohrnähe zu vermeiden.
  • Achten Sie beim Kauf von Haushaltsgeräten wie Staubsaugern auf lärmarme Geräte, zu erkennen am Umweltzeichen ‚Blauer Engel’.
Noch ein Tipp von Bettina Möhrle: „Wer über längere Zeit hoher Lärmbelastung ausgesetzt war, sogar Ohrgeräusche wahrnimmt, sollte seinem Gehör eine akustische Auszeit von acht bis zehn Stunden gönnen. Dann kann sich das Innenohr wieder erholen.“
 

Risiko Pflegebedürftigkeit - keine Frage des Alters

Ob durch einen Verkehrsunfall, einen Sturz oder einen Schlaganfall: Jeder kann – gleich welchen Alters – von einer Minute auf die andere zum Pflegefall werden. Foto: KKH Kaufmännische Krankenkasse

Ob durch einen Verkehrsunfall, 
einen Sturz oder einen Schlaganfall...

Ob durch einen Verkehrsunfall, einen Sturz oder einen Schlaganfall: Jeder kann – gleich welchen Alters – von einer Minute auf die andere zum Pflegefall werden. Auch wenn die meisten den Gedanken daran gern verdrängen: „Für jeden, auch für junge Menschen, ist es sinnvoll, sich mit dem Risiko Pflegebedürftigkeit auseinanderzusetzen“, rät Alfred Tatura von der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Essen. 

Wer pflegebedürftig wird, ist meist nicht mehr in der Lage, seine Angelegenheiten selbst zu regeln. Was manch einer nicht weiß: Angehörige haben in solch einer Situation ohne rechtsgültige Erklärung keine Entscheidungsrechte. Dann kann es passieren, dass das zuständige Vormundschaftsgericht einen Betreuer für die pflegebedürftige Person bestellt.


Damit es nicht soweit kommt, ist es ratsam, rechtzeitig eine Betreuungsverfügung oder eine Vorsorgevollmacht zu erstellen“, empfiehlt Tatura. „Darin werden eine oder mehrere Vertrauenspersonen benannt, die Sie im Ernstfall vertreten und wichtige Entscheidungen in Ihrem Sinne treffen.“ Im Einzelnen kann zum Beispiel festgelegt werden, wie finanzielle Angelegenheiten zu regeln sind, wer ärztliche und pflegerische Versorgung organisiert oder wo man im Alter leben möchte.

Eine weitere Möglichkeit, um die Selbstbestimmung lebenslang zu sichern, bietet eine Patientenverfügung. Hierin können Details festgelegt werden, ob und wie man im Bedarfsfall medizinisch-pflegerisch behandelt werden möchte. Lebensverlängernde Maßnahmen durch Hightechmedizin, künstliche Ernährung – das sind nur zwei von vielen Aspekten, über die sich jeder in gesunden Zeiten Gedanken machen und diese schriftlich verfassen sollte. „Eine Patientenverfügung kann darüber hinaus genutzt werden, um seine Bereitschaft für oder gegen eine Organ- und Gewebespende zu dokumentieren“, erklärt Alfred Tatura. „Das erspart den nächsten Angehörigen unter Umständen eine große Belastung.“

Entscheidend ist es auch, die finanzielle Seite frühzeitig zu klären. Denn Pflege kann schnell teuer werden. „Die Pflegekassen können lediglich die gesetzlich geregelte Grundversorgung zahlen“, erklärt Tatura. „Da sich die Kosten schnell auf einige tausend Euro im Monat summieren, klafft häufig eine erhebliche finanzielle Lücke.“ Abhilfe schafft private Vorsorge, zum Beispiel durch eine private Pflegezusatzversicherung. 

Dienstag, 21. Mai 2013

Senioren-Unfallversicherung: Große Unterschiede bei Preisen


Eine Senioren-Unfallversicherung bietet älteren Menschen eine zuverlässige Unterstützung und Betreuung nach dem Unfall. So vermittelt und bezahlt sie zum Beispiel die Haushaltshilfe, den Menüservice und gegebenenfalls den Pflegedienst. Die Stiftung Warentest hat für die Juni-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest Angebote der privaten Unfallversicherungen für Senioren untersucht und fünf empfehlenswerte ermittelt, einige gibt es bereits ab 100 Euro im Jahr.

Die untersuchten Tarife bieten Hilfeleistungen für den Fall, dass jemand durch einen Unfall seinen Alltag für einige Zeit nicht mehr ohne Hilfe bewältigen kann. Besonders alleinstehende Senioren haben es beispielsweise nach einem Sturz schwer, zuhause wieder zurechtzukommen. Stehen weder Freunde noch Familie zur Seite, kann sich jede noch so alltägliche Aufgabe, wie das Putzen oder das Kochen als unmöglich herausstellen. Günstige Angebote sind der Tarif Exklusiv-Aktiv der Signal-Iduna und der Schutzbrief der ARAG. Andere Tarife bieten ebenfalls einen guten Schutz, sind aber teurer. Beim Abschluss sollte man darauf achten, dass der Vertrag tatsächlich die wichtigsten Hilfen bietet.

Finanztest hat deshalb einen Mindestumfang der Leistungen definiert: Innerhalb eines Zeitraums von mindestens sechs Monaten müssen beispielsweise die Begleitung zum Arzt, Einkäufe oder ein Menüservice gewährleistet sein. Daneben gibt es Tarife, die noch zusätzliche Leistungen wie beispielsweise die Haustierbetreuung anbieten oder auch einspringen, wenn der Unfall die Folge einer Erkrankung wie ein Schlaganfall ist.

Finanztest sagt, welche Leistungen in der Senioren-Unfallversicherung enthalten sind und worauf man beim Abschluss einer Versicherung achten sollte. Der ausführliche Artikel „Senioren-Unfallversicherung“ erscheint in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (ab 22.05.2013 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/seniorenunfallversicherung abrufbar.

Mittwoch, 10. April 2013

Geistige Fitness – Auch das Gehirn braucht Bewegung

Gerade im Alter ist es wichtig, weiterhin seine Hobbys zu pflegen, wie zum Beispiel Musik zu machen. Darauf weisen die Apotheken im Land Brandenburg jetzt hin. Foto: Alois Müller

Aktiv, gesund und lebensfroh bis ins hohe Alter: Das ist der größte Wunsch der Menschen. Für dieses Ziel kann jeder etwas tun – und das mit einfachsten Mitteln. Wenn es um das Wohlbefinden geht, gibt es Einflussfaktoren, auf die man acht geben sollte. Typische Altersbeschwerden müssen deshalb kein unabwendbares Schicksal sein, sagen die Apotheker im Land Brandenburg und geben jetzt Fitness-Tipps für Körper und Geist. „Ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und mentales Training können helfen, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten“, sagt Astrid Markow, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der Apotheker im Land Brandenburg.

Wer körperlich fit bleiben möchte, kräftigt seine Muskeln. Mit der geistigen Fitness ist es ähnlich, denn die geistige Fitness ist von entscheidender Bedeutung für ein langes und lohnenswertes Leben. Auch die Gehirnzellen sollten deshalb regelmäßig trainiert werden. „Gedächtnistraining kann die Verknüpfungen zwischen den Gehirnzellen ausbauen und sie verstärken“, erklärt die Apothekerin. „Am besten erhält man die grundlegenden Leistungen von Geist und Gedächtnis mit so genanntem Gehirnjogging“, so Markow weiter. Lebenslanges Lernen heißt das Motto.

Möglichkeiten, das Gedächtnis zu fordern, gibt es viele. Mit am wichtigsten ist es, auch im Alter aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, offen für neue Erfahrungen zu bleiben und sich unbekannten Herausforderungen zu stellen. Das kann zum Beispiel das Spielen eines Musikinstruments oder das Erlernen einer neuen Sprache sein. Hilfreich ist es außerdem, Freundschaften, soziale Kontakte und Hobbys zu pflegen, Pläne zu schmieden und neugierig zu bleiben. Das Gehirn auf Trab bringt man mit einfachen Konzentrationsübungen, täglichem Zeitung lesen, Schach spielen, Rätsel lösen oder Briefe schreiben.

Für den gesunden Geist ist ein gesunder Körper unerlässlich, weiß die Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der Landesapothekerkammer Brandenburg. Fitnesstraining sei nicht nur jungen Menschen vorbehalten. Auch Senioren können vom richtigen Bewegungstraining profitieren. „Ausdauer-, Kraft- und Balanceübungen beugen Erkrankungen des Bewegungsapparates und des Herz-Kreislauf-Systems vor. Die Belastung sollte nur nicht übertrieben werden.“ Körperliches Training beeinflusse den ganzen körperlich-seelischen Zustand. Allein der Umstand, dass beim Sport soziale Kontakte gepflegt werden, wirke sich positiv auf Körper und Geist aus.

Tipps für das Gehirnjogging im Alltag:

-Einen anderen Spazierweg als den gewohnten gehen. Bekannte Pfade verlassen.

-Alltägliche Tätigkeiten mit der anderen Hand vornehmen. Zum Beispiel Zähne putzen, rasieren, Brot schmieren etc.

-Neue Kochrezepte ausprobieren.

-Sitzordnung am Esstisch verändern.

-Ohne Einkaufszettel in den Supermarkt und sich vorher alle im Haushalt benötigten Dinge merken.

-Sich regelmäßig an Gesellschaftsspielen beteiligen.




Freitag, 29. März 2013

Geriatrische Reha: Nur die wenigsten wissen, was ihnen zusteht

Eine spezielle Form der Reha, die geriatrische Reha, bietet älteren Menschen weit mehr als klassische Behandlungen. Sie werden dort umfassend betreut, geschult und trainiert, um später ein möglichst selbstständiges Leben zu führen. Nur die wenigsten Patienten wissen, dass es diese Einrichtungen gibt. Dabei gibt es seit 2007 einen Rechtsanspruch darauf. Auf test.de erklärt die Stiftung Warentest, was ältere Patienten tun können, um ihren Anspruch durchzusetzen.

Geriatrische Rehas sind für Senioren mit mehreren altersbedingten Beschwerden und Einschränkungen konzipiert. Zusätzlich zur Versorgung konkreter Probleme nach beispielsweise einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder einer schweren Operation werden Patienten in diesen Rehas umfassend betreut und auf Ihren Alltag nach der Reha vorbereitet. Auch ohne akuten Anlass sind geriatrische Rehas möglich. Sie bieten älteren Patienten eine Riesenchance, aber längst nicht jeder kommt in den Genuss.

In manchen Bundesländern ist das Angebot nur gering. Zudem sind diese Rehas relativ teuer. Entsprechend lehnen die Krankenkassen immer wieder Anträge ab oder lenken Versicherte in eine günstigere klassische Reha um.

Patienten und Ihre Angehören müssen also hartnäckig sein, um ihre Ansprüche durchzusetzen. Im Antrag an die Krankenkasse muss geriatrische Reha stehen – alle Krankheiten und Einschränkungen sollten auch genannt werden. Wenn die Kasse mauert, können Patienten Widerspruch einlegen.

Der ausführlichen Artikel „geriatrische Reha“ erscheint auf www.test.de/reha. Dort gibt es auch eine Liste mit allen Einrichtungen.

Sonntag, 3. März 2013

Gesund und leistungsfähig bis zur Rente

Gesund und leistungsfähig bis zur Rente zu bleiben ist ein gemeinsames Ziel von Mitarbeitern 
und ihren Unternehmen. Foto: AOK

Wie sieht alter(n)sgerechte Arbeit aus?

Gesund und leistungsfähig bis zur Rente zu bleiben ist ein gemeinsames Ziel von Mitarbeitern und ihren Unternehmen. Dafür zu sorgen, fängt nicht erst im Alter an. Wie kann aber Arbeit flexibel an die unterschiedlichsten Bedürfnisse angepasst werden, um diesem Ziel Rechnung zu tragen? Patricia Lück, Diplom-Psychologin und Referentin für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) im AOK-Bundesverband, unterstützt Unternehmen und deren Beschäftigte dabei, die Herausforderungen des demografischen Wandels anzugehen.

Das Unternehmen der Zukunft will für Jüngere attraktiv sein und gleichzeitig all seinen Beschäftigten ermöglichen, an ihrem Arbeitsplatz bis zur Rente gesund und leistungsfähig zu bleiben. Dafür benötigt die Firma ein Konzept, welches auf die Altersstruktur der Belegschaft abgestimmt ist und die Stärken und Schwächen aller Beschäftigten in ihren jeweiligen Lebensphasen berücksichtigt. Beispielsweise können das Maßnahmen zu Weiterbildungsangeboten, zu gesundheitsgerechtem Verhalten wie auch Anpassungen in der Arbeitsorganisation und des Arbeitsplatzes sein. Dazu bedarf es zunächst detaillierter Analysen zu körperlichen und psychischen Belastungen im Betrieb. Gerade für ältere Mitarbeiter sind Stressfolgen, etwa durch hohe Arbeitsdichte und dauernden Zeitdruck, zumeist eine größere Belastung und schwerer auszugleichen als für jüngere. Mögliche Folgen: körperliche Beeinträchtigungen, Demotivation und Ausfallzeiten.

Unterschiedliche Kompetenzen berücksichtigen


"Von Aktivitäten gegen Stress, sowohl auf der individuellen Bewältigungsebene, wie auch auf der organisatorischen Ebene, profitieren dann nicht nur die älteren Mitarbeiter, sondern alle", so die AOK-Expertin Lück. Mehr noch als das Alter müssen die unterschiedlichen Kompetenzen der einzelnen Mitarbeiter berücksichtigt und an der richtigen Stelle zum Einsatz gebracht werden, beispielsweise in altersgemischten Teams.

Dort können sich unter den richtigen Bedingungen optimal Erfahrung, soziale Kompetenz und eine große Verbundenheit zum Unternehmen, die man eher bei älteren Mitarbeitern findet, mit mehr Kraft, Schnelligkeit, aber auch Risikobereitschaft der eher jüngeren Beschäftigten ergänzen. Besonders gut ist es, wenn in solchen Teams Mitarbeiter aller Altersgruppen sind, um keine altersbezogenen Vorurteile und Zuschreibungen hervorzurufen, sondern die Mitarbeiter in ihren ganz individuellen Kompetenzen einzusetzen.

Dazu braucht es eine alternssensible, das heißt vorurteilsfreie, faire Führung, die diesen Prozess und die Mitarbeiter unterstützt. Für die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten ist auch ein gesundheitsgerechter Arbeitsplatz wichtig. Altersgerecht heißt dann, dass auf die konkreten Bedürfnisse der älteren Belegschaft aufgegriffen werden. Zu einer altersgerechten Arbeitsplatzgestaltung gehören unter anderem Hilfen bei (altersspezifischen) Einschränkungen, etwa weniger Beweglichkeit der Gelenke, Nachlassen der Kraft, verminderte Seh- und Hörfähigkeit.

Das kann zum Beispiel für den Mitarbeiter eines Handwerksbetriebs, der oft schwere Lasten trägt, ein Treppenkarren sein. Ältere Beschäftigte benötigen mehr Licht. Sicht- und Messinstrumente müssen kontrastreicher, die Schrift auf Monitoren vergrößert sein. "Am einfachsten kann der Büroarbeitsplatz altersgerecht ausgestattet werden", sagt Lück, "bei einem Dachdecker zum Beispiel ist es tatsächlich schwer, altersgerechte Bedingungen herzustellen". Da müsse gegebenenfalls auch über Belastungs- oder gar Tätigkeitswechsel nachgedacht werden.

Präventive Maßnahmen für jede Lebensphase


Um aber nicht nur bei Einschränkungen von älteren Menschen anzusetzen, hat sich der Begriff der alter(n)sgerechten Gestaltung von Arbeit durchgesetzt. Hier geht es darum, bezogen auf jede Lebensphase präventive Maßnahmen zu ergreifen, die schon bei den jüngeren Mitarbeitern Belastungen und vorzeitigen Verschleiß verhindern helfen. AOK-Expertin Lück: "Das geht am besten miteinander. In der Betrieblichen Gesundheitsförderung legen wir viel Wert darauf, Mitarbeiter in die Gestaltung ihrer Arbeitsbedingungen einzubinden. Sie sind ja die Experten für ihren Arbeitsplatz." Das funktioniert in jedem Alter.


Mittwoch, 27. Februar 2013

Wenn Raucher ihre grauen Zellen vernebeln

Auch im Alter noch gut durchatmen!
Rauchen gefährdet die Gesundheit. Die Auswirkungen werden mit zunehmendem Alter spürbarer, wie die Apotheker im Land Brandenburg berichten. Besser ist es, sich fit zu halten, zum Beispiel mit Schwimmen. Foto: Alois Müller


Rauchen gefährdet die Gesundheit. Das ist allgemein bekannt. So wird zum Beispiel laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung jede dritte Krebserkrankung durch das Rauchen mitverursacht. Aber der Griff zum Glimmstengel hat noch weitere negative Konsequenzen, die weit weniger bekannt sind. Nach Erkenntnissen der Wissenschaftler erhöht Rauchen das Risiko, an Demenz zu erkranken. Für die Apotheker im Land Brandenburg ein weiteres Argument, mit dem Rauchen aufzuhören.

„Die Alterungsprozesse des Gehirns schreiten bei Rauchern schneller voran“, erklärt Astrid Markow, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der Landesapothekerkammer Brandenburg. „Davon betroffen sind die Gedächtnisleistung und das Lernvermögen.“ Die Entstehung von Demenz wird beschleunigt. Ab einem Alter von 60 Jahren verlieren Nikotinsüchtige vier Mal häufiger noch funktionsfähige Gehirnzellen als Abstinenzler.

Hintergrund: Der schädliche Qualm schränkt die geistige Leistungsfähigkeit auf verschiedene Weise ein. Rauchen erhöht das Risiko für Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn, die mit Demenz zusammen hängen. „Durchblutungsstörungen im Gehirn führen dabei zum Absterben von Nervenzellen“, sagt die Apothekerin. Je mehr Packungen geraucht werden, desto schneller schreitet dieser Prozess voran. Wer mit dem Rauchen aufhören möchte und Unterstützung benötigt, kann sich an die Apotheker im Land Brandenburg wenden. Astrid Markow: „Eine gute Möglichkeit ist die Nikotinersatztherapie. Medikamente in Form von Kaugummis, Pflastern oder Nasensprays helfen, den Teufelskreis der Abhängigkeit zu durchbrechen.“

Die Wahl des Arzneimittels und die Dauer der Anwendung hängen vom Grad der Sucht ab. So benötigen einige Raucher nur Nikotinkaugummis oder Lutschtabletten als Zigarettenersatz. Die teilweise rezeptpflichtigen Ersatzpräparate erfüllen eine Brückenfunktion, damit der Körper Zeit zur Umstellung hat. Sie lindern die Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen oder Schlaflosigkeit. „Vor der Entwöhnung sollten sich Raucher aber auf jeden Fall vom Arzt oder Apotheker beraten lassen“, empfehlen die Apotheker im Land Brandenburg. Wer es schafft, dem Nikotin dauerhaft adé zu sagen, belohnt sich selbst, so die Apotheker. Neben der positiven Auswirkung auf das Gedächtnis nimmt die Leistungsfähigkeit zu und auch die Haut atmet auf.

Rauchen und seine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit:
  • Krebs - Der überwiegende Teil der an Lungenkrebs erkrankten Erwachsenen ist Raucher.

  • Herzinfarkt - Rauchen bewirkt eine Verengung der Blutgefäße, die den Blutdruck erhöht und fördert die Gefäßverkalkung der Arterien des Herzens.

  • Schlaganfall - Förderung von Arteriosklerose (Arterienverkalkung).

  • Sehstörungen - Rauchen gilt als der wichtigste Risikofaktor bei der altersabhängigen Degeneration der Netzhaut.

  • Chronische Bronchitis – Die Bronchien und die Luftröhre verkleben, „Raucherhusten entsteht“.


Die Landesapothekerkammer Brandenburg ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Potsdam. Sie vertritt die beruflichen Interessen der Apotheker. Mitglied der Landesapothekerkammer sind alle Apotheker, die im Land Brandenburg ihren Beruf ausüben oder – falls sie ihren Berufen nicht ausüben – ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. Die Landesapothekerkammer hat derzeit 1.500 Mitglieder. Im Land Brandenburg gibt es 590 Apotheken (inklusive 14 Krankenhausapotheken).


Stand: 29/01/13