Seite zum Thema Gesundheit, Ernährung und Diät. Enthält viele leckere Rezepte und Tipps.
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Dienstag, 28. Mai 2013
Erntefrisch auf den Tisch
Mit den Sommertagen startet in vielen Supermärkten auch allmählich die Saison für einheimisches Gemüse und Obst. Radieschen, Rhabarber, Spargel und Spinat bieten Abwechslung auf dem Teller und noch einiges mehr. Denn die Auswahl aus dem Saisonangebot ist ernährungsphysiologisch, ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Während Importware zum Erntezeitpunkt oft noch unreif ist und erst auf dem Weg zu uns nachreift, bekommen einheimisches Saisongemüse und -obst bis zur Ernte die volle Portion Sonne ab. Hierdurch bilden sich der komplette Nährstoffcocktail aus Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen sowie das volle Aroma erst richtig aus. Gleichzeitig benötigen sonnengereifte Früchte keine künstlichen Reifungsbeschleuniger, die bei importierter Ware des Öfteren gern zum Einsatz kommen.
Auch der Umwelt kommt die Wahl der heimischen Ware zugute. Gerade empfindliche Obstsorten wie Beeren und exotische Früchte aus Übersee legen weite Strecken mit dem Flugzeug zurück. Im Gewächshaus gezogene oder lang gelagerte Ware verbraucht zusätzliche Energieressourcen. In vielen südlichen Anbaugebieten wie etwa Spanien zehrt der intensive Anbau zudem am Grundwasserspiegel und führt zur allmählichen Versteppung der Region.
Wer auf einheimische Saisonfrüchte zurückgreift, schont oft auch seinen Geldbeutel. So kosten Tomaten im Frühjahr gut zwei Euro pro Kilogramm mehr als im Herbst. Ohne aufwändige Transporte oder Lagerung fallen weniger Produktionskosten an, die der Käufer auffangen muss. Zudem ist das Angebot zur Erntezeit groß genug für kleine Preise.
Welche Gemüse-, Obst- und Salatsorten wann Saison haben und wann diese aus einheimischem Freilandanbau verfügbar sind, verrät der praktische Saisonkalender, der im Medienshop unter www.fet-ev.eu erhältlich ist.
Freitag, 24. Mai 2013
Ernährungsberatung im falschen Licht
Gut ausgebildete und zertifizierte Ernährungsberater sehen sich in der Öffentlichkeit oftmals auf eine Stufe mit unseriösen, selbsternannten Ernährungsexperten gestellt. Es ist notwendig, das Vertrauen in eine professionelle Ernährungsberatung durch ein gemeinsam erarbeitetes und geschütztes Berufsbild zu stärken. Die Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention vollzieht mit einem Positionspapier den ersten Schritt.
Bislang umgab sich das „Essen und Leben“-Magazin Effilee mit dem Herausgeber Vijay Sapre gerne mit dem Glanz genussvoller Kultiviertheit. Mit der Veröffentlichung eines Interviews des medienpräsenten Lebensmittelchemikers Udo Pollmer scheint sich die Zeitschrift von ihrer journalistischen Verpflichtung gegenüber Stil und Kultur nun verabschieden zu wollen. Die polemischen Angriffe auf den Berufsstand des Ernährungsberaters und -therapeuten derart unkritisch und ohne Hintergrundrecherchen einfach zu übernehmen, ist schlichtweg als unseriös zu bezeichnen. Doch nicht nur Herr Pollmer vertritt eine kritische Haltung gegenüber der diätologischen Zunft. Auch in der breiten Masse sieht sich die Ernährungsberatung des Öfteren mit einem schlechten Ruf konfrontiert. Die Öffentlichkeit nimmt Ernährungsberater gar als „Ess-Spaßbremsen“ wahr, die alles verbieten, was gut schmeckt.
Ein Grund für die verzerrte öffentliche Wahrnehmung liegt wohl auch darin begründet, dass der Beruf des Ernährungsberaters in Deutschland nicht geschützt ist. Das öffnet Tür und Tor für fachlich unsachgemäße Betätigungen und unlautere Geschäftsmodelle. Jeder darf sich zum Thema Ernährung äußern, kann den Verbraucher mit der Angst vor Krankheiten verunsichern und mit dubiosen Zusatzpräparaten und Diagnosemethoden gute Geschäfte machen. Seriös arbeitende Ernährungsberater sind es leid, durch das Fehlverhalten solch selbsternannter Ernährungsgurus oder Fachkollegen medial vorgeführt zu werden.
Die Medien sollten zur Kenntnis nehmen, dass der Gesetzgeber besondere Bedingungen an eine professionelle Ernährungsberatung stellt. Zertifizierte Ernährungsberater und -therapeuten sind durch ihre Berufsverbände (VDOe, QUETHEB, DGE, VFED und VDD) speziell für die Beratung geschult und von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt. Sie arbeiten in der Regel produktneutral und verkaufen keine Produkte. Neben der kontinuierlichen fachlichen Weiterbildung ist der wertschätzende Umgang mit dem Ratsuchenden die Basis ihrer Arbeit.
Es ist Zeit, dass die Berufsverbände gemeinsam an einem Berufsbild arbeiten und dieses in der Öffentlichkeit etablieren. Die Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET e.V.) legt mit einem Positionspapier den Grundstein.
Info: www.fet-ev.eu
Donnerstag, 23. Mai 2013
Essen mit Nebenwirkung: Fast jeder Fünfte reagiert allergisch
Schokolade essen, in einen Apfel beißen oder einen Joghurt löffeln - 17 Prozent der Deutschen können das nicht genießen. Sie leiden unter mindestens einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder -allergie. Das zeigt die bevölkerungsrepräsentative Ernährungsstudie "Iss was, Deutschland?" der Techniker Krankenkasse (TK).
Unter
den Betroffenen müssen die meisten auf Nüsse (28 Prozent), bestimmte
Früchte (29 Prozent) und Lactose (25 Prozent) verzichten. Viele hat es
zudem gleich mehrfach erwischt: Auf zwei Allergiker kommen
durchschnittlich drei Unverträglichkeiten.
Je
höher die Bildung, desto mehr Betroffene ‒ auch das zeigt die Studie.
"Als Grund hierfür vermuten wir eine größere Sensibilität. Menschen mit
höherem Bildungsabschluss können die Symptome häufiger richtig deuten
und gehen früher zum Spezialisten. In den bildungsferneren Gruppen ist
dies seltener der Fall", erklärt die TK-Ernährungsexpertin Nicole
Battenfeld und geht daher dort von einer höheren Dunkelziffer aus.
Immerhin:
Eine positive Folge der Diagnose ist, dass Allergiker deutlich mehr auf
ihre Ernährung achten. Bei jedem zweiten (47 Prozent) von ihnen
überwiegen die Phasen, in denen sie sich gesund ernähren. Das Gleiche
behauptet nur jeder dritte Nicht-Betroffene von sich (33 Prozent). "Eine
gesunde, ausgewogene Ernährung hilft Allergikern dabei,
Nährstoffmängeln vorzubeugen, auch wenn sie dauerhaft auf Milchprodukte,
Nüsse oder bestimmte Obstsorten verzichten müssen", betont Nicole
Battenfeld.
Mehr Informationen zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten gibt es unter www.tk.de (Webcode 030156). Hier erfährt man, welche Lebensmittel Allergien auslösen können und wie sie sich äußern.
Wer nur die Kilos sieht, sieht nicht das Ganze
Am 18.Mai diskutierte die Fachwelt anlässlich des „Europäischen Tages der Adipositas“ erneut über die aktuellen Entwicklungen der Wohlstandskrankheit. Der wissenschaftliche Mainstream bescheinigt den oberen Gewichtsklassen seit Jahren, dass sie selbst Ursache von chronischen Erkrankungen und verfrühtem Ableben sind. Doch ist dem tatsächlich so?
Seit sich die Hirnforschung dem Phänomen Übergewicht angenommen hat, kommen immer wieder überraschende Erklärungsansätze zum Vorschein. Bereits seit den 80iger Jahren mehren sich die Berichte, dass Menschen mit zu vielen Pfunden nicht nur länger leben, sondern möglicherweise auch gesünder sind. Sie überleben belastende Situationen besser, obwohl ein hohes Körpergewicht statistisch mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden ist. Im vorletzten Jahr sorgte die Selfish Brain-Theorie des Lübecker Hirnforschers Achim Peters für Furore und es sah so aus, als käme es auf breiter Ebene zu einem Paradigmenwechsel.
Demnach sei Übergewicht nicht – wie ursprünglich gedacht – die Ursache, sondern die Folge anderer ursächlicher Faktoren. Mehr noch: Übergewicht ist möglicherweise eine Art Schutzmechanismus des Körpers, um die negativen Auswirkungen anderer Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes Typ 2 so lange wie möglich auszugleichen.
Eine aktuelle Studie am Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, die zum ersten Mal Hirnstruktur und impulsives Verhalten bei normal- und übergewichtigen gesunden Männern sowie Frauen vergleicht, kommt dagegen zu dem Schluss, dass sich höhergewichtige Frauen deutlich risikofreudiger verhalten als die schlanken Versuchsteilnehmerinnen. Mit Hilfe des Magnetresonanztomographen stellte sich heraus, dass Hirnstrukturen, die an der kognitiven Verhaltenskontrolle beteiligt sind, vor allem bei schwergewichtigen Frauen verkleinert sind. Im Gegenzug waren dafür diejenigen Hirnstrukturen vergrößert, die als Sitz des Belohnungssystems gelten (1). Nach der Leipziger Neurobiologin Dr. Annette Horstmann spiegeln die Studienergebnisse den Alltag und damit auch das Essverhalten wieder. Wer sich eher für den Sofortkalorien entscheide, denke weniger an die langfristigen Risiken.
Da sind sie auch schon wieder: die eingefahrenen Denkmuster, aus denen flugs neuer Stoff für soziale Diskriminierung entsteht. Wenn der Begriff Hirn fällt, schließen wir schnell auf den Charakter. Bisher waren Dicke gefräßig und faul. Jetzt sind sie auch noch impulsgesteuert. Aber vielleicht lässt ja ein weiteres Ergebnis der Studie noch andere Schlüsse zu. Denn die männlichen Studienteilnehmer gingen alle ohne Unterschied voll auf Risiko. Das wirft die Frage auf, ob hier nicht auch andere Kräfte am Werk sind. Immerhin sicherte die Jagd nach dem Sofortgewinn seit der Steinzeit das Überleben der Menschheit. So gesehen ist die verminderte Impulskontrolle, die den übergewichtigen Frauen in der Leipziger Studie bescheinigt wird, nicht nur negativ zu bewerten.
Im Grunde braucht die Ernährungsberatung die neuen Erkenntnisse aus der Hirnforschung nicht, um zu begreifen, dass die allgemeinen Annahmen über die überflüssigen Pfunde unzureichend sind. Menschen lassen sich nicht in enge BMI-Schubladen pressen oder nach Tabellen einordnen. Niemand kann die Prognose für den vermuteten Schaden durch Übergewicht aus einer bunten Grafik exakt ablesen. Besser als jede Körperwaage oder andere Methoden zur Bestimmung der Körperfettverteilung ist der exakte Augenschein in Kombination mit einer umfassenden Patientenanamnese. Wer nur die Kilos sieht, sieht nicht das Ganze.
Info: www.fet-ev.eu
Verwendungsmenge für bestimmte Azofarbstoffe eingeschränkt
Weitere Informationen:
aid-Heft "Die E-Nummern in Lebensmitteln - Kleines Lexikon der Zusatzstoffe", Bestell-Nr. 61-1135, Preis: 3,00 Euro,
www.aid-medienshop.de
Donnerstag, 9. Mai 2013
Tag gegen den Schlaganfall: Prävention fängt auf dem Teller an
Der Schlaganfall steht in der Rangliste der Todesursachen auf Platz drei. Das ist Grund genug, dem Thema am 10. Mai einen ganzen Tag zu widmen und für die Bedeutung eines vorbeugenden Lebensstils zu sensibilisieren. Die richtige Nahrungsmittelauswahl spielt dabei natürlich eine große Rolle.
Plötzlich fehlen die Worte, Verwirrtheit macht sich breit, der Arm ist taub oder ein Auge scheint erblindet zu sein – die Anzeichen für einen Schlaganfall können vielfältig sein. In allen Fällen jedoch treffen diese den Betroffenen unvorbereitet und verändern sein Leben im wahrsten Sinne des Wortes schlagartig. Der Ursprung eines Schlaganfalls sind arteriosklerotische Verengungen der Hirngefäße, die zu Durchblutungsstörungen oder Blutungen führen.
Im Mittelpunkt des arteriosklerotischen Geschehens stehen zu hohe Cholesterinspiegel im Blut, die zu einer vermehrten Cholesterineinlagerung in die Gefäßwände beitragen. Während zur Bekämpfung der hohen Blutfette jahrzehntelang eine fettarme Kost empfohlen wurde, weiß die Fachwelt heute, dass es vor allem auf die Fettqualität ankommt. Statt rigoros alle Fette zu meiden, sollte eher ein Austausch stattfinden: Rapsöl anstelle von Schmalz zum Braten, Oliven- oder Walnussöl statt fertiger Salatsoße, Nüsse als Alternative zu Chips. Hände weg heißt es nach Möglichkeit bei Produkten mit industriell gehärteten Fetten wie Keksen, Crackern oder Instantsuppen. Während der Herstellung entstehen sogenannte Transfette, die der Körper nicht verwerten kann und bevorzugt in die Gefäße einlagert.
Auch zu viel Zucker und Insulin im Blut schädigen auf Dauer die Blutgefäße. Neben Süßigkeiten und Gebäck sind vor allem gesüßte Getränke problematisch. Doch auch Süßstofftabletten oder Light-Getränke sind keine sinnvollen Alternativen. Die hohe Süßkraft animiert die Geschmacksknospen auf der Zunge und schafft ein künstliches Verlangen nach mehr Süßem. Wer es pur nicht mag, kann das Mineralwasser mit etwas Fruchtsaft mischen oder den Kaffee mit Milch trinken.
Frisches Gemüse und Obst gehören auch aufgrund des hohen Kaliumgehaltes täglich auf den Teller. Der Mineralstoff ist der Gegenspieler des Natriums im Körper und hilft, den Blutdruck auf natürlichem Wege zu senken. Das schützt die Blutgefäße vor zu hoher Beanspruchung und mindert die Entwicklung einer Arteriosklerose [1]. Häufiger zu Möhren, Kartoffeln, Beeren, Steinobst und Bananen zu greifen, ist sinnvoller als ein allzu drastischer Salzverzicht.
Fleisch ist zwar reich an wertvollen Nährstoffen, kann aber bei übermäßigem Konsum möglicherweise die Gefäßverengung fördern. Wissenschaftler endeckten erst kürzlich, dass die Darmflora von regelmäßigen Fleischessern das enthaltene L-Carnitin zu einem Stoff umwandelt, der Arteriosklerose begünstigen kann [2]. Daher empfiehlt es sich, Fleisch lieber seltener zu genießen, dafür aber auf hochwertige Waren in Bioqualität oder auf Fleisch aus Weidetierhaltung zurückzugreifen. Als Alternativen eignen sich Fisch, Eier, Milchprodukte und Hülsenfrüchte. Weitere Ernährungstipps zur Vorbeugung und Behandlung von Gefäßverengungen enthält das Fachkompendium „Arteriosklerose“, das im Medienshop erhältlich ist.
Info: www.fet-ev.eu
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Freitag, 29. März 2013
Früher Hinweis auf die Alzheimer-Erkrankung
Ablagerungen in den Nervenzellen
Alzheimer-Forscher gingen bislang davon aus, dass sich
schädliche Plaques von außen an die Nervenzellen anlagern und sie
schließlich in den Untergang treiben. Wissenschaftler des Bonner
Universitätsklinikums und ihre Göttinger Kollegen entdeckten nun in
Mäusegehirnen gefährliche Ablagerungen direkt in den Nervenzellen. Diese
Variante verklumpt stärker und ist auch schwerer abbaubar.
Möglicherweise dienen die im Inneren befallenen Zellen als ein Keim, von
dem aus sich weitere schädliche Plaques im Gehirn bilden. Die
Ergebnisse werden nun im renommierten Fachjournal „Acta
Neuropathologica” vorgestellt.
In Deutschland leiden mehr als 1,3 Millionen Menschen an Demenz, die
meisten davon an der Alzheimer-Krankheit. Bis zum Jahr 2050 wird sich
die Zahl voraussichtlich verdoppeln. Verantwortlich für den Untergang
der Nervenzellen im Gehirn werden Ablagerungen aus fehlerhaft gefalteten
Beta-Amyloid-Peptiden gemacht. Sie beeinträchtigen die Funktion der
Nervenzellen lange bevor sich erste klinische Symptome bemerkbar machen.
„In vorangegangenen Untersuchungen haben wir festgestellt, dass
Beta-Amyloid-Peptide mit Phosphatgruppe im Gehirn besonders schädlich
sind“, berichtet Prof. Dr. Jochen Walter von der Klinik für Neurologie
des Bonner Universitätsklinikums. „Sie verklumpen stärker und sind viel
schwerer abbaubar als Peptide ohne Phosphatgruppe.“
Die Aggregate lagern sich bei jungen Mäusen im Inneren der Zellen ab
Die Wissenschaftler untersuchten nun mit ihren Kollegen von der Universität Göttingen an Alzheimer erkrankte Mäusen, wie sich diese schwer abbaubaren Phosphat-Peptide altersabhängig in den Gehirnen ablagern. Von Plaques war bislang bekannt, dass sie sich von außen an die Nervenzellen heften und sie allmählich schädigen. „Ein überraschender Befund unserer Studie ist, dass sich die besonders schädlichen Beta-Amyloid-Peptide mit Phosphatgruppe bei jungen, zwei Monate alten Tieren nicht außen, sondern direkt in den Nervenzellen ablagerten“, berichtet Erstautor Dr. Sathish Kumar aus der Arbeitsgruppe von Prof. Walter. Im weiteren Verlauf der Erkrankung bekamen dagegen die äußerlich abgelagerten Plaques die Oberhand: Bei etwa sechs Monate alten Mäusen hielten sich die Ablagerungen inner- und außerhalb der Nervenzellen in etwa die Waage. Waren die Tiere älter als zwölf Monate und die Krankheit noch weiter fortgeschritten, befanden sich die Amyloid-Peptide vor allem außerhalb der Gehirnzellen.
Werkzeug zur Diagnose besonders schädlicher Plaques
Um die besonders schädlichen Peptide mit Phosphatgruppe von den weniger schädlichen ohne Phosphat unterscheiden zu können, haben die Wissenschaftler spezifische Antikörper entwickelt, die entweder zur phosphathaltigen oder zur phosphatfreien Variante der Beta-Amyloid-Peptide jeweils genau passten wie ein Schlüssel ins Schloss. Zusammen mit speziellen Färbetechniken konnten die Forscher mit den so gewonnenen Antikörpern als diagnostischem Werkzeug nachweisen, wo sich phosphathaltige oder phosphatfreie Ablagerungen in den Gehirnen der verschieden alten Mäuse befanden.
Keimzelle für weitere Ablagerungen im Gehirn
„Die frühen Ablagerungen direkt in den Nervenzellen zeigen, dass die Alzheimer-Erkrankung bereits beginnt, wenn von außen noch gar keine Plaques erkennbar sind“, sagt Prof. Walter. Diese Erkenntnis ist sehr wichtig, weil bei den Patienten die Diagnose und Behandlung möglichst frühzeitig einsetzen sollte, um die Verschlimmerung der Symptome wie Gedächtniseinbußen und Verhaltensauffälligkeiten möglichst lange hinauszuzögern. Darüber hinaus stehen die Nervenzellen, die die Ablagerungen mit Phosphatgruppe in sich tragen, in Verdacht, das Fortschreiten der Erkrankung zu intensivieren: Diese Gehirnzellen altern offenbar besonders rasch und scheinen als eine Art Keim zu dienen, aus dem sich später die Plaques außerhalb der Gehirnzellen bilden.
Erkenntnisse können zur Entwicklung von Biomarkern beitragen
„Mit unseren Methoden könnten nun Biomarker identifiziert werden, mit deren Hilfe der Beginn der Ablagerungen in den Nervenzellen als frühestes Stadium der Erkrankung besser erkennbar wird“, sagt Dr. Kumar. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Zunächst muss noch der Nachweis erbracht werden, dass sich die Ergebnisse aus dem Tiermodell auf den Menschen übertragen lassen.
Publikation: Early intraneuronal accumulation and increased aggregation of phosphorylated Abeta in a mouse model of Alzheimer’s disease, Acta Neuropathologica, Internet: http://link.springer.com/article/10.1007/s00401-013-1107-8
Die Aggregate lagern sich bei jungen Mäusen im Inneren der Zellen ab
Die Wissenschaftler untersuchten nun mit ihren Kollegen von der Universität Göttingen an Alzheimer erkrankte Mäusen, wie sich diese schwer abbaubaren Phosphat-Peptide altersabhängig in den Gehirnen ablagern. Von Plaques war bislang bekannt, dass sie sich von außen an die Nervenzellen heften und sie allmählich schädigen. „Ein überraschender Befund unserer Studie ist, dass sich die besonders schädlichen Beta-Amyloid-Peptide mit Phosphatgruppe bei jungen, zwei Monate alten Tieren nicht außen, sondern direkt in den Nervenzellen ablagerten“, berichtet Erstautor Dr. Sathish Kumar aus der Arbeitsgruppe von Prof. Walter. Im weiteren Verlauf der Erkrankung bekamen dagegen die äußerlich abgelagerten Plaques die Oberhand: Bei etwa sechs Monate alten Mäusen hielten sich die Ablagerungen inner- und außerhalb der Nervenzellen in etwa die Waage. Waren die Tiere älter als zwölf Monate und die Krankheit noch weiter fortgeschritten, befanden sich die Amyloid-Peptide vor allem außerhalb der Gehirnzellen.
Werkzeug zur Diagnose besonders schädlicher Plaques
Um die besonders schädlichen Peptide mit Phosphatgruppe von den weniger schädlichen ohne Phosphat unterscheiden zu können, haben die Wissenschaftler spezifische Antikörper entwickelt, die entweder zur phosphathaltigen oder zur phosphatfreien Variante der Beta-Amyloid-Peptide jeweils genau passten wie ein Schlüssel ins Schloss. Zusammen mit speziellen Färbetechniken konnten die Forscher mit den so gewonnenen Antikörpern als diagnostischem Werkzeug nachweisen, wo sich phosphathaltige oder phosphatfreie Ablagerungen in den Gehirnen der verschieden alten Mäuse befanden.
Keimzelle für weitere Ablagerungen im Gehirn
„Die frühen Ablagerungen direkt in den Nervenzellen zeigen, dass die Alzheimer-Erkrankung bereits beginnt, wenn von außen noch gar keine Plaques erkennbar sind“, sagt Prof. Walter. Diese Erkenntnis ist sehr wichtig, weil bei den Patienten die Diagnose und Behandlung möglichst frühzeitig einsetzen sollte, um die Verschlimmerung der Symptome wie Gedächtniseinbußen und Verhaltensauffälligkeiten möglichst lange hinauszuzögern. Darüber hinaus stehen die Nervenzellen, die die Ablagerungen mit Phosphatgruppe in sich tragen, in Verdacht, das Fortschreiten der Erkrankung zu intensivieren: Diese Gehirnzellen altern offenbar besonders rasch und scheinen als eine Art Keim zu dienen, aus dem sich später die Plaques außerhalb der Gehirnzellen bilden.
Erkenntnisse können zur Entwicklung von Biomarkern beitragen
„Mit unseren Methoden könnten nun Biomarker identifiziert werden, mit deren Hilfe der Beginn der Ablagerungen in den Nervenzellen als frühestes Stadium der Erkrankung besser erkennbar wird“, sagt Dr. Kumar. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Zunächst muss noch der Nachweis erbracht werden, dass sich die Ergebnisse aus dem Tiermodell auf den Menschen übertragen lassen.
Publikation: Early intraneuronal accumulation and increased aggregation of phosphorylated Abeta in a mouse model of Alzheimer’s disease, Acta Neuropathologica, Internet: http://link.springer.com/article/10.1007/s00401-013-1107-8
Donnerstag, 21. März 2013
Wenn die Angst das Leben bestimmt
Angststörungen zählen zu den häufigsten seelischen
Erkrankungen in Deutschland. Sie können die Lebensqualität stark
einschränken und Hilflosigkeit, Depression und Suchterkrankungen nach
sich ziehen. Häufig sind sich die Betroffenen nicht darüber im Klaren,
dass ihre Angststörung behandelbar ist. So suchen viele keine Hilfe,
zumal auch von ärztlicher Seite die Erkrankung oft nicht erkannt wird.
Häufig treten Ängste auch in Begleitung einer körperlichen Erkrankung
auf. Daher richtet die Klinik für Psychosomatische Medizin und
Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn jetzt eine für alle
Betroffenen zugängliche Angststörungsambulanz ohne Terminvoranmeldung
ein, die jeden Dienstag von 13 bis 14.30 Uhr stattfindet. Ziel ist es,
die seelische Erkrankung frühzeitiger zu erkennen.
Angst erhöht die Wachsamkeit in einer bedrohlichen Situation. Muskeln
spannen sich an, Herzschlag und Atmung werden schneller. Ist die Gefahr
überstanden, entspannt sich der Körper wieder. „Doch der Grat zwischen
einer gesunden Angst und einer Angststörung ist schmal. Sind die
ausgelösten Gefühle und Symptome nicht mehr verhältnismäßig und
beeinträchtigen den Alltag dauerhaft, sollte ärztlicher Rat gesucht
werden“, sagt Prof. Dr. Franziska Geiser, Direktorin der Klinik für
Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikum
Bonn.
Quälende Ängste aus dem Nichts
Zu Angststörungen gehören krankhafte Ängste vor Situationen, Gegenständen, Naturgewalten oder Tieren, so genannte Phobien. Bei einer Panikstörung brechen immer wieder Panikattacken aus dem Nichts über die Betroffenen herein. Ihr Puls rast, Schweiß bricht aus und sie haben ein Gefühl der Beengung bis hin zu Todesängsten. „Oft bestimmt die Furcht vor der nächsten Panikattacke den Alltag“, sagt Privatdozent Dr. Rupert Conrad, Oberarzt an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikum Bonn. Typisch sei, dass die Betroffenen die angstbesetzten Situationen vermeiden. Andere leiden an einer generalisierten Angststörung, bei der eine nicht auf bestimmte Auslösereize beschränkte Angst permanent vorhanden ist. Sie haben ständig Sorgen, dass sich etwas Schlimmes ereignen könnte und neigen zu Zukunfts- und Existenzängsten.
Eine offene Tür
Schon seit vielen Jahren bietet die Bonner Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie eine methodenübergreifende stationäre Behandlung bei Ängsten an. Die neue offene Ambulanz der Klinik bietet Betroffenen die Möglichkeit einer fundierten und kostenlosen Beratung ohne Überweisung und Voranmeldung vom Hausarzt. „Wir klären, ob eine Angststörung vorliegt und informieren über sinnvolle Behandlungsmöglichkeiten“, erklärt Conrad. Ziel sei es, die Kontaktschwelle Betroffener zu senken und das Informationsangebot zu verbessern. „Denn eine frühzeitige Erkennung und Behandlung von Angststörungen können die Krankheitsdauer verkürzen und die Folgen reduzieren.“
Informationen zur Anfahrt gibt es unter: http://www.psychosomatik.uni-bonn.de/
Quälende Ängste aus dem Nichts
Zu Angststörungen gehören krankhafte Ängste vor Situationen, Gegenständen, Naturgewalten oder Tieren, so genannte Phobien. Bei einer Panikstörung brechen immer wieder Panikattacken aus dem Nichts über die Betroffenen herein. Ihr Puls rast, Schweiß bricht aus und sie haben ein Gefühl der Beengung bis hin zu Todesängsten. „Oft bestimmt die Furcht vor der nächsten Panikattacke den Alltag“, sagt Privatdozent Dr. Rupert Conrad, Oberarzt an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikum Bonn. Typisch sei, dass die Betroffenen die angstbesetzten Situationen vermeiden. Andere leiden an einer generalisierten Angststörung, bei der eine nicht auf bestimmte Auslösereize beschränkte Angst permanent vorhanden ist. Sie haben ständig Sorgen, dass sich etwas Schlimmes ereignen könnte und neigen zu Zukunfts- und Existenzängsten.
Eine offene Tür
Schon seit vielen Jahren bietet die Bonner Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie eine methodenübergreifende stationäre Behandlung bei Ängsten an. Die neue offene Ambulanz der Klinik bietet Betroffenen die Möglichkeit einer fundierten und kostenlosen Beratung ohne Überweisung und Voranmeldung vom Hausarzt. „Wir klären, ob eine Angststörung vorliegt und informieren über sinnvolle Behandlungsmöglichkeiten“, erklärt Conrad. Ziel sei es, die Kontaktschwelle Betroffener zu senken und das Informationsangebot zu verbessern. „Denn eine frühzeitige Erkennung und Behandlung von Angststörungen können die Krankheitsdauer verkürzen und die Folgen reduzieren.“
Informationen zur Anfahrt gibt es unter: http://www.psychosomatik.uni-bonn.de/
Mittwoch, 20. März 2013
Energydrinks: Jeder zehnte Europäer greift mehrmals in der Woche zu
Fast jeder dritte Europäer konsumiert Energydrinks - rund 12 Prozent
sogar mindestens vier- bis fünfmal in der Woche. Das geht aus einem
Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)
hervor, für die mehr als 52.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in 16
EU-Mitgliedstaaten befragt wurden. Energydrinks sind alkoholfreie
Getränke, die anregende Inhaltsstoffe wie Koffein und meist auch Taurin
enthalten. Die Hersteller werben damit, dass diese Produkte die
Konzentration, Leistungsfähigkeit und sportliche Fitness steigern
würden. Das ist wissenschaftlich allerdings bislang nicht erwiesen.
Weitere Informationen:
www.efsa.europa.eu/de/press/news/130306.htm
Weitere Informationen:
www.efsa.europa.eu/de/press/news/130306.htm
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Trinken
Brustimplantate und andere Medizinprodukte
Wer wegen einer Erkrankung auf das Einsetzen eines Stents, eines
Implantats oder eines anderen Medizinproduktes angewiesen ist, sollte
sich vorab gut informieren. "Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des
Skandals um schadhafte Brustimplantate fragen sich viele Patienten immer
öfter, inwieweit sie sich vor Gesundheitsrisiken durch Medizinprodukte
schützen können", sagt der Leiter des Stabs Medizin im
AOK-Bundesverband, Dr. Gehard Schillinger. Nach seiner Ansicht könnte in
Deutschland bei der Einführung neuer Medizinprodukte noch einiges
verbessert werden.
Schillinger rät Patienten deshalb dazu, sich möglichst ausführlich beraten zu lassen. Das kann direkt beim behandelnden Arzt geschehen, der zum Nutzen und zu den Risiken einer Behandlung insbesondere zu den Langzeiterfahrungen mit einem Medizinprodukt befragt werden kann. Bei Implantaten oder anderen Produkten, die in den Körper eingesetzt werden sollen, könne die Antwort auf die Frage, ob das Produkt auch in den USA zugelassen sei, aufschlussreich sein. "Schließlich gelten in den USA viel härtere Zulassungsbedingungen für Medizinprodukte als beispielsweise in Deutschland", sagt Schillinger, der sich für ein neues Medizinprodukte-Recht mit angemessenen Anforderungen an die Qualität und angemessene Kontrollen einsetzt.
Auch in Europa und in Deutschland sollten nach seiner Meinung nach dem Vorbild der USA aussagefähige Studien zum Nutzen eines Medizinproduktes für deren Zulassung notwendig sein und die Anwendung von neuen Medizinprodukten auf kontrollierte Bedingungen in Studien beschränkt werden. Nötig sei zudem mehr Versorgungstransparenz mittels entsprechender Register, so dass fehlerhafte Produkte schneller erkannt und die betroffenen Patienten schneller benachrichtigt werden können.
Register für Medizinprodukte der höchsten Risikoklasse wie Brustimplantate, Herzschrittmacher oder Endoprothesen haben den großen Vorteil, dass die betroffenen Patientinnen und Patienten im Schadensfall sicher informiert werden können. Wenn beispielsweise Unregelmäßigkeiten bei einem künstlichen Hüftgelenk vorliegen, können die Patienten durch die Krankenkassen unverzüglich informiert werden. "Dies ist auch einer der Gründe, warum die AOK sich am Aufbau und der Finanzierung des Deutschen Endoprothesenregisters beteiligt", so Jürgen Malzahn, Leiter der Abteilung Stationäre Versorgung, Rehabilitation. "Weiterhin liefern Register breite Informationen darüber, welche Produkte qualitativ besonders hochwertig sind.
So konnte in Schweden die Revisionsrate bei künstlichen Gelenken nahezu halbiert werden – ein Erfolg für die Versorgungsqualität, den wir auch in Deutschland erreichen wollen." Der wichtigste Rat der Ärzte Schillinger und Malzahn lautet denn auch: "Holen Sie sich fundierte Informationen und treffen Sie dann gemeinsam mit dem Arzt eine Entscheidung."
Schillinger rät Patienten deshalb dazu, sich möglichst ausführlich beraten zu lassen. Das kann direkt beim behandelnden Arzt geschehen, der zum Nutzen und zu den Risiken einer Behandlung insbesondere zu den Langzeiterfahrungen mit einem Medizinprodukt befragt werden kann. Bei Implantaten oder anderen Produkten, die in den Körper eingesetzt werden sollen, könne die Antwort auf die Frage, ob das Produkt auch in den USA zugelassen sei, aufschlussreich sein. "Schließlich gelten in den USA viel härtere Zulassungsbedingungen für Medizinprodukte als beispielsweise in Deutschland", sagt Schillinger, der sich für ein neues Medizinprodukte-Recht mit angemessenen Anforderungen an die Qualität und angemessene Kontrollen einsetzt.
Auch in Europa und in Deutschland sollten nach seiner Meinung nach dem Vorbild der USA aussagefähige Studien zum Nutzen eines Medizinproduktes für deren Zulassung notwendig sein und die Anwendung von neuen Medizinprodukten auf kontrollierte Bedingungen in Studien beschränkt werden. Nötig sei zudem mehr Versorgungstransparenz mittels entsprechender Register, so dass fehlerhafte Produkte schneller erkannt und die betroffenen Patienten schneller benachrichtigt werden können.
Register bieten große Vorteile
Register für Medizinprodukte der höchsten Risikoklasse wie Brustimplantate, Herzschrittmacher oder Endoprothesen haben den großen Vorteil, dass die betroffenen Patientinnen und Patienten im Schadensfall sicher informiert werden können. Wenn beispielsweise Unregelmäßigkeiten bei einem künstlichen Hüftgelenk vorliegen, können die Patienten durch die Krankenkassen unverzüglich informiert werden. "Dies ist auch einer der Gründe, warum die AOK sich am Aufbau und der Finanzierung des Deutschen Endoprothesenregisters beteiligt", so Jürgen Malzahn, Leiter der Abteilung Stationäre Versorgung, Rehabilitation. "Weiterhin liefern Register breite Informationen darüber, welche Produkte qualitativ besonders hochwertig sind.
So konnte in Schweden die Revisionsrate bei künstlichen Gelenken nahezu halbiert werden – ein Erfolg für die Versorgungsqualität, den wir auch in Deutschland erreichen wollen." Der wichtigste Rat der Ärzte Schillinger und Malzahn lautet denn auch: "Holen Sie sich fundierte Informationen und treffen Sie dann gemeinsam mit dem Arzt eine Entscheidung."
Montag, 18. März 2013
Ärzte ermitteln den Hilfebedarf für ein inklusives Leben
Hilfe für Menschen mit Behinderung
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) möchte es möglichst vielen Menschen mit Behinderung im Sinne der Inklusion ermöglichen, in der eigenen Wohnung zu leben. Damit auch Menschen mit Schwerstbehinderung die dafür nötige Hilfe bekommen, wird dies zukünftig durch drei Ärzte unterstützt, die Betroffenen zu Hause zu besuchen. Sie ermitteln gutachterlich den jeweiligen Hilfebedarf. Deshalb hat LWL-Sozialdezernent Matthias Münning jetzt Dr. Jürgen Schwittai (Münster), Dr. Thomas Stuhlweißenburg (Bad Sassendorf) und Manfred Vitt (Bochum) zu Landesärzten für Menschen mit Behinderung berufen.
"Die drei Ärzte aus dem LWL-Versorgungsamt sind ausgewiesene Experten auf dem Gebiet der Orthopädie. Sie können auf eine lange, erfolgreiche berufliche Tätigkeit in der Sozialmedizin zurückblicken", betonte Münning bei der Übergabe der Bestellungsurkunden in Münster. Wichtigstes Ziel der drei Ärzte sei es Menschen mit Behinderung mit erforderlichen Hilfsmitteln zu versorgen, um ihnen ein inklusives Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen. Die Alternative bestehe in einer Heimunterbringung. Dies sei aber nicht nur für den Betroffenen sondern auch unter Kostengesichtspunkten die schlechtere Alternative.
Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 13.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
Freitag, 15. März 2013
Umfrage zur Pflegekammer ergibt differenziertes Bild
In den letzten Monaten wurde in Niedersachsen intensiv über die Errichtung einer niedersächsischen Pflegekammer diskutiert. Pflegeverbände, Leistungserbringerverbände und Gewerkschaften vertreten sehr unterschiedliche Positionen dazu, ob eine Pflegekammer für Niedersachsen rechtlich zulässig und für die Pflegekräfte von Vorteil ist. Auch im Niedersächsischen Landtag wurde in der vergangenen Legislaturperiode die mögliche Einrichtung einer Pflegekammer kontrovers beraten.
Im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration hat deshalb infratest dimap zwischen dem 27. November 2012 und dem
12. Januar 2013 eine repräsentative Umfrage unter 1039 niedersächsischen Pflegefachkräften durchgeführt. Die Ergebnisse ergeben ein sehr differenziertes Bild. Zwar spricht sich die überwiegende Mehrheit (67 Prozent) zunächst grundsätzlich für die Errichtung einer Pflegekammer aus. Einer Pflichtmitgliedschaft mit Beitragspflicht stimmen aber lediglich 42 Prozent der Befragten zu. Das Sozialministerium wird daher mit allen an der Diskussion Beteiligten Gespräche führen.
Die Ergebnisse der Umfrage können unter
www.ms.niedersachsen.de > Soziales > Pflegeversicherung > Pflegekammer
heruntergeladen werden.
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Dienstag, 5. März 2013
Junger Gouda: Testsieger kommen von der Käsetheke
Es macht einen echten Unterschied, wie Gouda
hergestellt wird und heranreift – traditionell im Laib und mit Rinde
oder industriell im Block und in einer Folie. Das zeigt ein Test der
Stiftung Warentest für die März-Ausgabe der Zeitschrift test.
Geschmackssieger ist Gouda, der im Laib gereift ist. Die besten Produkte
kommen von der Käsetheke.
Alle fünf Vertreter aus dem Laib waren in der Test-Verkostung „sehr gut“. Sie sind cremig, schmecken aromatisch und manche leicht pikant-würzig. Insgesamt „sehr gut“ waren dabei die zwei Produkte von der Käsetheke.
Die Qualität von Gouda aus Folienreifung kann sich ebenfalls sehen lassen, auch wenn sie nicht ganz an das Aroma der laibgereiften Konkurrenz heranreicht: Gleich zwölf Produkte sind insgesamt „gut“, drei „befriedigend“.
Probleme mit Keimen und Schadstoffen gab es im Test nur wenige. Im Gouda von Real aus der Selbstbedienungstheke fand sich allerdings ein kritischer Weichmacher, der aus der Verpackungsfolie in den Käse übergegangen war. Der Real-Gouda bekam als Testurteil nur „Ausreichend“. Stark belastet war vor allem die obenliegende Scheibe.
Käseliebhaber sollten die Rinde des laibgereiften Gouda nicht mitessen. Sie kann Natamycin enthalten, ein Antibiotikum, das vor Schimmel und Hefen schützt. Wird die Rinde weggeschnitten, ist der Zusatzstoff aber unproblematisch.
Der ausführliche Test Junger Gouda erscheint in der März-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 22.02.2013 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/kaese abrufbar.
Alle fünf Vertreter aus dem Laib waren in der Test-Verkostung „sehr gut“. Sie sind cremig, schmecken aromatisch und manche leicht pikant-würzig. Insgesamt „sehr gut“ waren dabei die zwei Produkte von der Käsetheke.
Die Qualität von Gouda aus Folienreifung kann sich ebenfalls sehen lassen, auch wenn sie nicht ganz an das Aroma der laibgereiften Konkurrenz heranreicht: Gleich zwölf Produkte sind insgesamt „gut“, drei „befriedigend“.
Probleme mit Keimen und Schadstoffen gab es im Test nur wenige. Im Gouda von Real aus der Selbstbedienungstheke fand sich allerdings ein kritischer Weichmacher, der aus der Verpackungsfolie in den Käse übergegangen war. Der Real-Gouda bekam als Testurteil nur „Ausreichend“. Stark belastet war vor allem die obenliegende Scheibe.
Käseliebhaber sollten die Rinde des laibgereiften Gouda nicht mitessen. Sie kann Natamycin enthalten, ein Antibiotikum, das vor Schimmel und Hefen schützt. Wird die Rinde weggeschnitten, ist der Zusatzstoff aber unproblematisch.
Der ausführliche Test Junger Gouda erscheint in der März-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 22.02.2013 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/kaese abrufbar.
Montag, 4. März 2013
Versicherungen beim Sport: Schutz für Skifahrer und Co.
Viele Sportler sind nur unzureichend bei Unfällen
geschützt. Dabei haben gerade sie ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Welche
Versicherungen für Sportler wichtig sind und worauf sie bei den Policen
achten müssen, zeigt die Zeitschrift Finanztest in ihrer März-Ausgabe.
Ob ein Sturz beim Skifahren oder eine Grätsche beim Fußball – Sportler leben gefährlich. Deshalb sollten sie besonders auf einen guten Versicherungsschutz achten. Dazu zählt eine moderne Haftpflichtversicherung, die möglichst auch dafür aufkommt, wenn ein Unfallverursacher keinen Schadenersatz zahlen kann. Daneben ist es unbedingt nötig, dass sich Sportler für den Fall einer Invalidität absichern, am besten durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
Bei Kampf- und Kontaktsportarten wie Boxen oder Fußball ist eine Haftung der Sportler gewöhnlich stark eingegrenzt. Wird etwa ein Fußballspieler bei einem Foul verletzt, hat er meist keinen Anspruch auf Schadenersatz. Umso wichtiger ist bei diesen Sportarten ein Invaliditätsschutz.
Viele Policen haben allerdings Einschränkungen für Sportler. So schließen einige Unfallversicherungen Risikosportarten wie Tiefseetauchen, Drachenfliegen und Motorsport aus oder zahlen erst ab einem bestimmten Invaliditätsgrad. Die Experten der Stiftung Warentest raten Sportlern deshalb, einen genauen Blick ins Kleingedruckte der Versicherungen zu werfen.
Der ausführliche Artikel Versicherungen beim Sport ist in der März-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (ab 20.02.2013 am Kiosk) veröffentlicht und bereits online unter www.test.de/thema/unvallversicherung veröffentlicht.
Ob ein Sturz beim Skifahren oder eine Grätsche beim Fußball – Sportler leben gefährlich. Deshalb sollten sie besonders auf einen guten Versicherungsschutz achten. Dazu zählt eine moderne Haftpflichtversicherung, die möglichst auch dafür aufkommt, wenn ein Unfallverursacher keinen Schadenersatz zahlen kann. Daneben ist es unbedingt nötig, dass sich Sportler für den Fall einer Invalidität absichern, am besten durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
Bei Kampf- und Kontaktsportarten wie Boxen oder Fußball ist eine Haftung der Sportler gewöhnlich stark eingegrenzt. Wird etwa ein Fußballspieler bei einem Foul verletzt, hat er meist keinen Anspruch auf Schadenersatz. Umso wichtiger ist bei diesen Sportarten ein Invaliditätsschutz.
Viele Policen haben allerdings Einschränkungen für Sportler. So schließen einige Unfallversicherungen Risikosportarten wie Tiefseetauchen, Drachenfliegen und Motorsport aus oder zahlen erst ab einem bestimmten Invaliditätsgrad. Die Experten der Stiftung Warentest raten Sportlern deshalb, einen genauen Blick ins Kleingedruckte der Versicherungen zu werfen.
Der ausführliche Artikel Versicherungen beim Sport ist in der März-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (ab 20.02.2013 am Kiosk) veröffentlicht und bereits online unter www.test.de/thema/unvallversicherung veröffentlicht.
Donnerstag, 28. Februar 2013
Darmkrebs: früh erkannt – besser heilbar
Was für viele Krebsarten gilt, trifft
besonders auf Darmkrebs zu: Früh erkannt, ist er besser heilbar.
Anlässlich des Darmkrebsmonats März ruft die Deutsche Krebshilfe dazu
auf, sich ausführlich über die Früherkennungs-Möglichkeiten zu
informieren, die die gesetzlichen Krankenkassen allen Versicherten ab 50
Jahren anbieten. Für alle Interessierten hält die Deutsche Krebshilfe
das kostenlose Faltblatt „Darmkrebs erkennen“ bereit.
Jedes Jahr erhalten rund 70.000 Menschen in
Deutschland die Diagnose Darmkrebs, wie das Robert Koch-Institut in
Berlin schätzt. Die meisten Menschen erkranken im Alter von über 70
Jahren, jeder Zehnte ist jedoch jünger als 55 Jahre. Zu den
Risikofaktoren gehören Übergewicht, Bewegungsmangel und eine ungesunde
Ernährung.
Das Aufspüren eines Darmtumors in einem frühen
Entwicklungsstadium kann lebenswichtig sein. Darmkrebs bildet sich durch
langsam wachsende Vorstufen, die leicht entdeckt und entfernt werden
können. Daher bieten die gesetzlichen Krankenkassen Frauen und Männern
ab einem Alter von 50 Jahren kostenlose Früherkennungsuntersuchungen an:
Zunächst einen jährlichen Test auf verstecktes Blut im Stuhl, ab 55
Jahren dann die Darmspiegelung (Koloskopie).
Die Koloskopie ist zwar ein Routineverfahren,
dennoch kann es bei einem sehr geringen Prozentsatz aller untersuchten
Patienten zu Komplikationen kommen. „Daher ist es sehr wichtig, dem
Patienten mögliche Risiken dieses Untersuchungsverfahrens verständlich
darzulegen. Denn nur ein aufgeklärter und gut informierter Patient kann
auf Augenhöhe mit seinem Arzt die für ihn richtige Entscheidung treffen“
so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „So
kann er die richtigen Fragen stellen und weiß die medizinischen
Informationen besser einzuordnen.“
Darmkrebs ist auch eine Krankheit, die vererbt
werden kann: etwa jeder 50. Bundesbürger ist familiär vorbelastet.
Menschen, bei denen Darmkrebs häufig innerhalb der Familie auftritt,
sollten bereits in jungen Jahren ein engmaschiges Früherkennungsprogramm
beginnen. Risikopersonen können sich in einem der sechs deutschen
Zentren für familiären Darmkrebs beraten lassen, die von der Deutschen
Krebshilfe gefördert werden. Unter www.krebshilfe.de/darmkrebszentren.html finden Betroffene eine Liste der Zentren für familiären Darmkrebs.
Zum Thema Darmkrebs und Darmkrebs-Früherkennung
stellt die Deutsche Krebshilfe umfangreiches Informationsmaterial zur
Verfügung: Alle Ratgeber, Präventionsfaltblätter, Plakate sowie
Patienten-Informationsfilme auf DVD können Interessierte und Betroffene
kostenlos bei der Deutschen Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn, und
im Internet unter www.krebshilfe.de bestellen oder herunterladen.
Mittwoch, 2. Januar 2013
Antibiotika – richtig anwenden ist wichtig
Am 18. November fand zum fünften Mal der Europäische
Antibiotikaresistenztag statt. Ziel des Tages war es, über die
umsichtige Anwendung von Antibiotika zu informieren und die Risiken des
unangemessenen Einsatzes aufzuzeigen. Nach wie vor werden Antibiotika in
vielen Fällen angewendet, in denen es nicht oder nicht in dem Umfang
erforderlich wäre.
Deutschland beteiligt sich regelmäßig mit unterschiedlichen Veranstaltungen zur Problematik Antibiotikaresistenzen an den Aktivitäten zu diesem Tag. 2012 u.a. auch mit einem Workshop, den das Robert Koch-Institut gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie, der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie und EurSafety-Health-Net Anfang November veranstaltet hat.
„Antibiotikaresistenzen sind ein komplexes Problem. Viele verschiedene Stellen müssen kontinuierlich und interdisziplinär zusammenarbeiten und aktiv sein“, daran erinnert Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr. Um Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken und eine gezieltere Herangehensweise auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung 2008 die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) entwickelt, an der auch die Bundesländer und weitere Akteure des Gesundheitswesens beteiligt waren.
Seitdem werden die in DART enthaltenen Maßnahmen ständig an neue Gegebenheiten angepasst. Einen aktuellen Überblick über Umfang und Art des Problems sowie die zur Vermeidung, Erkennung und Bekämpfung etablierten Strukturen, Konzepte und Maßnahmen gibt das Bundesgesundheitsblatt in der soeben erschienenen Ausgabe (Doppelheft November/Dezember 2012). Mit den in DART enthaltenen Maßnahmen konnten in den vergangenen Jahren bereits weitreichende Fortschritte erzielt werden. „Nun gilt es, bewährte Strategien zu verstetigen und konsequent weiter umzusetzen“, unterstreicht Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr.
Grundlage für eine adäquate Antibiotikagabe sind Wissen sowie Strukturen und Abläufe, die verantwortungsbewusstes Handeln ermöglichen. Wichtige Schwerpunkte im humanmedizinischen Abschnitt von DART sind, neben Surveillance, Diagnostik, Therapieleitlinien und Zusammenarbeit, die Aus-, Weiter- und Fortbildung von medizinischen Berufsgruppen.
Ein zentrales Ziel von DART ist eine bessere Erhebung und Bewertung von Daten (Surveillance). „Verlässliche und regelmäßig erhobene Daten zu Antibiotikaresistenzen und zum Antibiotikaverbrauch sind Voraussetzung für gezielte Präventionsmaßnahmen“, erklärt Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch-Instituts. Das Robert Koch-Institut erfasst bei der „Antibiotika-Resistenz-Surveillance“ (ARS), deren Ergebnisse auch im Internet abrufbar sind, in standardisierter Form Resistenzdaten aus mikrobiologischen Laboratorien. Dabei wird das gesamte Spektrum klinisch relevanter bakterieller Erreger aus der stationären und ambulanten Versorgung erfasst. Im Bundesgesundheitsblatt berichten die Infektionsepidemiologen des RKI über Erreichtes und Ausstehendes bei ARS.
Die genaue Charakterisierung von Krankenhauskeimen, insbesondere ihrer genetischen Ausstattung, ermöglicht die Aufklärung von Infektionsketten und gibt Hinweise auf Entstehung und Verbreitungswege von Resistenzeigenschaften. Über aktuelle Entwicklungen bei MRSA (multi- oder methicillinresistente Staphyloccocus aureus) und VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken) berichten im Bundesgesundheitsblatt die Mikrobiologen des Nationalen Referenzzentrums für Staphylokokken und Enterokokken am Robert Koch-Institut. Bei gramnegativen Bakterien, zu denen Darmbakterien wie E. coli und Klebsiellen zählen, können sich Resistenzgene besonders leicht zwischen verschiedenen Bakterien(-arten) austauschen. Resistenzgene enthalten die Information für zelluläre Mechanismen, mit denen Bakterien die Wirkung von Antibiotika zunichte machen können. Eine bekannte Gruppe solcher Faktoren sind ESBL (Extended Spektrum Beta-Laktamasen). Über aktuelle Entwicklungen bei Bakterien, die diese Eigenschaft besitzen, berichten ebenfalls Mikrobiologen aus dem RKI in einem Artikel im Bundesgesundheitsblatt.
Lücken in der konsequenten Umsetzung von Hygieneempfehlungen tragen zur Verbreitung von (resistenten) Erregern bei. Viele wichtige gramnegative Erreger kommen im Darm vor. Bei solchen Erregern sind andere Maßnahmen im Kampf gegen die Verbreitung erforderlich als etwa bei MRSA, die auf der Haut und in der Nase vorkommen. Die am RKI angesiedelte Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention hat aktuelle Empfehlungen zum Umgang mit diesem Problem, das heißt bei Infektion oder Besiedlung mit multiresistenten gramnegativen Bakterien, erarbeitet. Diese Empfehlungen sind in der Oktober-Ausgabe des Bundesgesundheitsblatts veröffentlicht und sind auch auf den RKI-Internetseiten abrufbar. Ein Beitrag über das Treffen der Moderatoren von regionalen Netzwerken gegen multiresistente Erreger (insbesondere MRSA) erläutert, wie durch erhöhte Aufmerksamkeit und koordiniertes Vorgehen Erfolge in der Eindämmung von Antibiotikaresistenzen erzielt werden können.
Stand: 14.11.2012
Deutschland beteiligt sich regelmäßig mit unterschiedlichen Veranstaltungen zur Problematik Antibiotikaresistenzen an den Aktivitäten zu diesem Tag. 2012 u.a. auch mit einem Workshop, den das Robert Koch-Institut gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie, der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie und EurSafety-Health-Net Anfang November veranstaltet hat.
„Antibiotikaresistenzen sind ein komplexes Problem. Viele verschiedene Stellen müssen kontinuierlich und interdisziplinär zusammenarbeiten und aktiv sein“, daran erinnert Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr. Um Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken und eine gezieltere Herangehensweise auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung 2008 die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) entwickelt, an der auch die Bundesländer und weitere Akteure des Gesundheitswesens beteiligt waren.
Seitdem werden die in DART enthaltenen Maßnahmen ständig an neue Gegebenheiten angepasst. Einen aktuellen Überblick über Umfang und Art des Problems sowie die zur Vermeidung, Erkennung und Bekämpfung etablierten Strukturen, Konzepte und Maßnahmen gibt das Bundesgesundheitsblatt in der soeben erschienenen Ausgabe (Doppelheft November/Dezember 2012). Mit den in DART enthaltenen Maßnahmen konnten in den vergangenen Jahren bereits weitreichende Fortschritte erzielt werden. „Nun gilt es, bewährte Strategien zu verstetigen und konsequent weiter umzusetzen“, unterstreicht Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr.
Grundlage für eine adäquate Antibiotikagabe sind Wissen sowie Strukturen und Abläufe, die verantwortungsbewusstes Handeln ermöglichen. Wichtige Schwerpunkte im humanmedizinischen Abschnitt von DART sind, neben Surveillance, Diagnostik, Therapieleitlinien und Zusammenarbeit, die Aus-, Weiter- und Fortbildung von medizinischen Berufsgruppen.
Ein zentrales Ziel von DART ist eine bessere Erhebung und Bewertung von Daten (Surveillance). „Verlässliche und regelmäßig erhobene Daten zu Antibiotikaresistenzen und zum Antibiotikaverbrauch sind Voraussetzung für gezielte Präventionsmaßnahmen“, erklärt Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch-Instituts. Das Robert Koch-Institut erfasst bei der „Antibiotika-Resistenz-Surveillance“ (ARS), deren Ergebnisse auch im Internet abrufbar sind, in standardisierter Form Resistenzdaten aus mikrobiologischen Laboratorien. Dabei wird das gesamte Spektrum klinisch relevanter bakterieller Erreger aus der stationären und ambulanten Versorgung erfasst. Im Bundesgesundheitsblatt berichten die Infektionsepidemiologen des RKI über Erreichtes und Ausstehendes bei ARS.
Die genaue Charakterisierung von Krankenhauskeimen, insbesondere ihrer genetischen Ausstattung, ermöglicht die Aufklärung von Infektionsketten und gibt Hinweise auf Entstehung und Verbreitungswege von Resistenzeigenschaften. Über aktuelle Entwicklungen bei MRSA (multi- oder methicillinresistente Staphyloccocus aureus) und VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken) berichten im Bundesgesundheitsblatt die Mikrobiologen des Nationalen Referenzzentrums für Staphylokokken und Enterokokken am Robert Koch-Institut. Bei gramnegativen Bakterien, zu denen Darmbakterien wie E. coli und Klebsiellen zählen, können sich Resistenzgene besonders leicht zwischen verschiedenen Bakterien(-arten) austauschen. Resistenzgene enthalten die Information für zelluläre Mechanismen, mit denen Bakterien die Wirkung von Antibiotika zunichte machen können. Eine bekannte Gruppe solcher Faktoren sind ESBL (Extended Spektrum Beta-Laktamasen). Über aktuelle Entwicklungen bei Bakterien, die diese Eigenschaft besitzen, berichten ebenfalls Mikrobiologen aus dem RKI in einem Artikel im Bundesgesundheitsblatt.
Lücken in der konsequenten Umsetzung von Hygieneempfehlungen tragen zur Verbreitung von (resistenten) Erregern bei. Viele wichtige gramnegative Erreger kommen im Darm vor. Bei solchen Erregern sind andere Maßnahmen im Kampf gegen die Verbreitung erforderlich als etwa bei MRSA, die auf der Haut und in der Nase vorkommen. Die am RKI angesiedelte Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention hat aktuelle Empfehlungen zum Umgang mit diesem Problem, das heißt bei Infektion oder Besiedlung mit multiresistenten gramnegativen Bakterien, erarbeitet. Diese Empfehlungen sind in der Oktober-Ausgabe des Bundesgesundheitsblatts veröffentlicht und sind auch auf den RKI-Internetseiten abrufbar. Ein Beitrag über das Treffen der Moderatoren von regionalen Netzwerken gegen multiresistente Erreger (insbesondere MRSA) erläutert, wie durch erhöhte Aufmerksamkeit und koordiniertes Vorgehen Erfolge in der Eindämmung von Antibiotikaresistenzen erzielt werden können.
Weitere Informationen
Stand: 14.11.2012
Mittwoch, 21. November 2012
Moderne Verbundforschung auf höchstem Niveau
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet an der
Universität Bonn ein neues Graduiertenkolleg „Pharmakologie von
7TM-Rezeptoren und nachgeschalteten Signalwegen“ (GRK1873) ein. Durch
die Erforschung pharmakologisch relevanter Signalwege sollen
Arzneimittelwirkungen und Krankheitsmechanismen aufgeklärt werden.
Sprecher ist Prof. Dr. Alexander Pfeifer, Direktor des Instituts für
Pharmakologie und Toxikologie.
Der Nobelpreis für Chemie ging im aktuellen Jahr 2012 an die US-Amerikaner Robert Joseph Lefkowitz und Brian Kent Kobilka für ihre Studien zu G-Protein-gekoppelten Rezeptoren. Es geht dabei um einen Mechanismus, wie auf biochemischem Weg Signale in das Innere lebender Zellen weitergeleitet werden. Mit solchen Rezeptoren, die durch sieben transmembranäre Domänen (7TM) gekennzeichnet sind, befasst sich das neue Graduiertenkolleg „Pharmakologie von 7TM-Rezeptoren und nachgeschalteten Signalwegen“. Es soll im Jahr 2013 starten und voraussichtlich insgesamt 18 Doktoranden aufnehmen. Die DFG fördert das Kolleg maximal neun Jahre.
Ziel: noch bessere und nebenwirkungsärmere Medikamente
„7TM-Rezeptoren regulieren fast alle physiologischen Prozesse und sind an vielen Krankheiten beteiligt“, berichtet Prof. Dr. Alexander Pfeifer, Sprecher des neuen Graduiertenkollegs und Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Bonn. „Diese Rezeptoren und ihre Signalwege sind Angriffspunkte für unterschiedlichste Medikamente, weil sie viele fundamentale zelluläre Funktionen regeln.“ Ein interdisziplinäres Team aus Pharmakologen, Physiologen, Pharmazeutischen Biologen und Chemikern sowie Informatikern arbeitet eng zusammen. Beteiligt sind die Medizinische und die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Bonn sowie das Bonn-Aachen International Center for Information Technology. „Wir möchten vorhersagen, welche Signalwege von einem bestimmten Wirkstoff adressiert werden“, sagt der Vizesprecher Prof. Dr. Klaus Mohr aus der Pharmazie. Es sei sehr wichtig, die Wirkungen dieser Rezeptoren genauer aufzuklären, um noch bessere und nebenwirkungsärmere Medikamente zu entwickeln.
Exzellente Kandidaten aus dem In- und Ausland
Mit der Einrichtung von Graduiertenkollegs soll der wissenschaftliche Nachwuchs durch die Qualifizierung von Doktoranden mit einem breit aufgestellten Konzept gefördert werden. Die Universität Bonn will hierfür exzellente Kandidaten aus dem In- und Ausland gewinnen. Ziel ist eine interdisziplinäre und internationale Ausrichtung. Das Graduiertenkolleg GRK1873 der Universität Bonn wird deshalb unter anderem mit Kooperationspartnern in den USA, in Japan und in Schottland zusammenarbeiten. Die Doktoranden werden von einem internationalen Programm mit Auslandsaufenthalten profitieren. „Wir versprechen uns davon eine optimale Ausbildung junger Wissenschaftler“, sagt Prof. Pfeifer. „Die Doktoranden lernen moderne Verbundforschung auf höchstem Niveau kennen.“
Der Nobelpreis für Chemie ging im aktuellen Jahr 2012 an die US-Amerikaner Robert Joseph Lefkowitz und Brian Kent Kobilka für ihre Studien zu G-Protein-gekoppelten Rezeptoren. Es geht dabei um einen Mechanismus, wie auf biochemischem Weg Signale in das Innere lebender Zellen weitergeleitet werden. Mit solchen Rezeptoren, die durch sieben transmembranäre Domänen (7TM) gekennzeichnet sind, befasst sich das neue Graduiertenkolleg „Pharmakologie von 7TM-Rezeptoren und nachgeschalteten Signalwegen“. Es soll im Jahr 2013 starten und voraussichtlich insgesamt 18 Doktoranden aufnehmen. Die DFG fördert das Kolleg maximal neun Jahre.
Ziel: noch bessere und nebenwirkungsärmere Medikamente
„7TM-Rezeptoren regulieren fast alle physiologischen Prozesse und sind an vielen Krankheiten beteiligt“, berichtet Prof. Dr. Alexander Pfeifer, Sprecher des neuen Graduiertenkollegs und Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Bonn. „Diese Rezeptoren und ihre Signalwege sind Angriffspunkte für unterschiedlichste Medikamente, weil sie viele fundamentale zelluläre Funktionen regeln.“ Ein interdisziplinäres Team aus Pharmakologen, Physiologen, Pharmazeutischen Biologen und Chemikern sowie Informatikern arbeitet eng zusammen. Beteiligt sind die Medizinische und die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Bonn sowie das Bonn-Aachen International Center for Information Technology. „Wir möchten vorhersagen, welche Signalwege von einem bestimmten Wirkstoff adressiert werden“, sagt der Vizesprecher Prof. Dr. Klaus Mohr aus der Pharmazie. Es sei sehr wichtig, die Wirkungen dieser Rezeptoren genauer aufzuklären, um noch bessere und nebenwirkungsärmere Medikamente zu entwickeln.
Exzellente Kandidaten aus dem In- und Ausland
Mit der Einrichtung von Graduiertenkollegs soll der wissenschaftliche Nachwuchs durch die Qualifizierung von Doktoranden mit einem breit aufgestellten Konzept gefördert werden. Die Universität Bonn will hierfür exzellente Kandidaten aus dem In- und Ausland gewinnen. Ziel ist eine interdisziplinäre und internationale Ausrichtung. Das Graduiertenkolleg GRK1873 der Universität Bonn wird deshalb unter anderem mit Kooperationspartnern in den USA, in Japan und in Schottland zusammenarbeiten. Die Doktoranden werden von einem internationalen Programm mit Auslandsaufenthalten profitieren. „Wir versprechen uns davon eine optimale Ausbildung junger Wissenschaftler“, sagt Prof. Pfeifer. „Die Doktoranden lernen moderne Verbundforschung auf höchstem Niveau kennen.“
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Donnerstag, 15. November 2012
Hohe Hygiene-Standards durch Qualifizierung
Jedes
Jahr erkranken in Deutschland etwa eine halbe Million Menschen an
Krankenhaus-Infektionen. Bis zu 15.000 Betroffene sterben im
Zusammenhang mit einer medizinischen Behandlung an diesen sogenannten
nosokomialen Infektionen. Das bereits seit Juli 2011 gültige
Infektionsschutzgesetz soll für entscheidende Verbesserungen bei den
Hygiene-Standards sorgen. Doch ohne entsprechende Aus- und Weiterbildung
der Mitarbeiter bleibt das Regelwerk ohne Wirkung, warnen die
Gesundheitsexperten der DEKRA Akademie.
Besonders alarmierend: Die Anzahl der „Multi Resistenten Erreger“ (MRE) nimmt weiter zu. So bedrohen auch „Vancomycin Resistente Enterokokken“ (VRE) und „Extended Spectrum Beta Lactamase-Bildner“ (ESBL) die Patienten und stellen die mit der Hygiene betrauten Mitarbeiter vor fast unlösbare Aufgaben. Doch trotz dieser gefährlichen Entwicklung gilt das Thema vielen Entscheidern in der Branche noch immer als zu unbequem, verwissenschaftlicht und kostenintensiv.
Klare Regeln soll das Infektionsschutzgesetz schaffen und so die Infektionshygiene in Kliniken und Pflegeeinrichtungen verbessern. Resistente Erreger sollen wirksamer bekämpft werden. Bis zu einem Drittel weniger Infektionen sind nach Ansicht des Gesundheitsministeriums möglich. Soweit die Theorie. In der Praxis bedeutet das jedoch die Einführung und Verbesserung von geeigneten Hygienemaßnahmen und strikte Disziplin des Personals im Pflege- und Klinikalltag. Doch immer dann, wenn Mitarbeiter ein breites Aufgabenspektrum unter Zeitdruck bewältigen müssen, wird die Einhaltung der eigentlich geltenden Hygiene-Standards zum Problem.
Fazit der DEKRA Experten: Ohne Sensibilisierung und Training der Mitarbeiter geht es nicht. Vor allem die Einhaltung der Regeln und die sorgfältige Prüfung der Hygienestruktur und der Arbeitsabläufe im klinischen Alltag sind wichtige Elemente bei der Prävention von Infektionsübertragungen. Deshalb bietet die DEKRA Akademie Aus- und Weiterbildungen für Beschäftigte in Krankenhäusern, Arztpraxen, OP-Zentren, Reha-Kliniken sowie Alten- und Pflegeheimen.
Zu den DEKRA Angeboten gehören:
www.dekra-gesundheit-pflege.de
http://www.dekra-akademie.de/akademie/gesundheit_pflege_und_paedagogik/
Besonders alarmierend: Die Anzahl der „Multi Resistenten Erreger“ (MRE) nimmt weiter zu. So bedrohen auch „Vancomycin Resistente Enterokokken“ (VRE) und „Extended Spectrum Beta Lactamase-Bildner“ (ESBL) die Patienten und stellen die mit der Hygiene betrauten Mitarbeiter vor fast unlösbare Aufgaben. Doch trotz dieser gefährlichen Entwicklung gilt das Thema vielen Entscheidern in der Branche noch immer als zu unbequem, verwissenschaftlicht und kostenintensiv.
Klare Regeln soll das Infektionsschutzgesetz schaffen und so die Infektionshygiene in Kliniken und Pflegeeinrichtungen verbessern. Resistente Erreger sollen wirksamer bekämpft werden. Bis zu einem Drittel weniger Infektionen sind nach Ansicht des Gesundheitsministeriums möglich. Soweit die Theorie. In der Praxis bedeutet das jedoch die Einführung und Verbesserung von geeigneten Hygienemaßnahmen und strikte Disziplin des Personals im Pflege- und Klinikalltag. Doch immer dann, wenn Mitarbeiter ein breites Aufgabenspektrum unter Zeitdruck bewältigen müssen, wird die Einhaltung der eigentlich geltenden Hygiene-Standards zum Problem.
Fazit der DEKRA Experten: Ohne Sensibilisierung und Training der Mitarbeiter geht es nicht. Vor allem die Einhaltung der Regeln und die sorgfältige Prüfung der Hygienestruktur und der Arbeitsabläufe im klinischen Alltag sind wichtige Elemente bei der Prävention von Infektionsübertragungen. Deshalb bietet die DEKRA Akademie Aus- und Weiterbildungen für Beschäftigte in Krankenhäusern, Arztpraxen, OP-Zentren, Reha-Kliniken sowie Alten- und Pflegeheimen.
Zu den DEKRA Angeboten gehören:
- Basis Seminar Hygiene
- Hygiene Fresh Up
- Hygienefachkraft nach dem Konzept der Bayerischen Krankenhausgesellschaft
- Grundkurs Hygienebeauftragter (Arzt)
- Technischer Sterilisationsassistent Fachkunde I
- Technischer Sterilisationsassistent Fachkunde II
- Leiter einer zentralen Sterilgutversorgungsabteilung Fachkunde III
www.dekra-gesundheit-pflege.de
http://www.dekra-akademie.de/akademie/gesundheit_pflege_und_paedagogik/
Quelle: www.dekra.de
Mittwoch, 14. November 2012
Krankenversicherung: Zwei Drittel der gesetzlichen Kassen bieten neue Extras
Von alternativen Arzneimitteln bis Zahnreinigung – zwei
Drittel von 87 gesetzlichen Krankenkassen bieten viele Extras. Darunter
sind auch Kostenzuschüsse bei Osteopathie oder künstlicher Befruchtung.
Eine Übersicht über die Extraleistungen der Krankenkassen bietet die
Stiftung Warentest in der Dezember-Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest.
Viele Kassen geben auch etwas zur professionellen Zahnreinigung dazu, für die der Versicherte den Zahnarzt frei wählen kann. Die Heimat BKK zum Beispiel, zahlt 50 Euro im Jahr, die BKK der Thüringer Energieversorgung bis zu 60 Euro. Das häufigste neue Extra ist jedoch der Zuschuss für die alternative Behandlungsmethode der Osteopathie. Schon 36 der 87 Kassen im Test beteiligen sich an den Kosten. Viele übernehmen 80 Prozent der Rechnung, begrenzen den Zuschuss aber auf beispielsweise sechsmal 60 Euro im Jahr. Zahlreiche Kassen übernehmen nun auch die Kosten für alternative Arzneimittel, zum Beispiel die Globuli in der homöopathischen Behandlung. Bislang mussten sich Versicherte dafür in einen Wahltarif ihrer Kasse einschreiben oder die Medikamente aus eigener Tasche bezahlen.
Mit diesen Zusatzleistungen schöpfen die Kassen ihren Spielraum aus, der ihnen das Versorgungsstrukturgesetz ermöglicht. Seit es im Januar in Kraft getreten ist, haben schon 49 von 87 Kassen, die von der Stiftung Warentest regelmäßig untersucht werden, ihr Angebot erweitert.
Der ausführliche Test „Extras der gesetzlichen Krankenversicherungen“ ist in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und online unter www.test.de/krankenkassen veröffentlicht.
Viele Kassen geben auch etwas zur professionellen Zahnreinigung dazu, für die der Versicherte den Zahnarzt frei wählen kann. Die Heimat BKK zum Beispiel, zahlt 50 Euro im Jahr, die BKK der Thüringer Energieversorgung bis zu 60 Euro. Das häufigste neue Extra ist jedoch der Zuschuss für die alternative Behandlungsmethode der Osteopathie. Schon 36 der 87 Kassen im Test beteiligen sich an den Kosten. Viele übernehmen 80 Prozent der Rechnung, begrenzen den Zuschuss aber auf beispielsweise sechsmal 60 Euro im Jahr. Zahlreiche Kassen übernehmen nun auch die Kosten für alternative Arzneimittel, zum Beispiel die Globuli in der homöopathischen Behandlung. Bislang mussten sich Versicherte dafür in einen Wahltarif ihrer Kasse einschreiben oder die Medikamente aus eigener Tasche bezahlen.
Mit diesen Zusatzleistungen schöpfen die Kassen ihren Spielraum aus, der ihnen das Versorgungsstrukturgesetz ermöglicht. Seit es im Januar in Kraft getreten ist, haben schon 49 von 87 Kassen, die von der Stiftung Warentest regelmäßig untersucht werden, ihr Angebot erweitert.
Der ausführliche Test „Extras der gesetzlichen Krankenversicherungen“ ist in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und online unter www.test.de/krankenkassen veröffentlicht.
Quelle: www.test.de
Montag, 12. November 2012
Adipositas: Am Rand einer Epidemie?
Über die Frage, ob Adipositas in Deutschland den Status einer
Epidemie erreicht hat, sind sich auch Experten uneinig. "Eine Epidemie
ist definiert als ein stark gehäuftes, örtlich und zeitlich begrenztes
Vorkommen einer Erkrankung", erläuterte Professor Heiner Boeing vom
Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke auf einem
Workshop des Kompetenznetzes Adipositas und des Nationalen
Genomforschungsnetzes plus Ende Oktober 2012 in Berlin.
Doch die Frage ist, ob Adipositas überhaupt eine Krankheit ist. Zwar wurde Adipositas bereits 2003 in einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine chronische Erkrankung definiert, so Boeing, doch nach dem deutschen Sozialgesetzbuch ist Adipositas bis heute nicht als Krankheit anerkannt, sondern gilt als Lebensstilfaktor. Und das hat weitreichende Konsequenzen, denn genau deshalb haben adipöse Menschen in Deutschland keinen Anspruch auf Therapieleistungen.
Wissenschaftler plädieren jedoch dafür, die Adipositas als Krankheit anzuerkennen. Die Zahlen sind bekannt: Rund 16 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter schwerem Übergewicht - auch immer mehr Kinder und Jugendliche. Die im Volksmund als Fettsucht bekannte "Krankheit" hat weitreichende Folgen, die von gesundheitlichen Problemen über körperliche Beeinträchtigungen bis hin zu psychischen Belastungen reichen können und zudem enorme Kosten verursacht. Circa 17 Milliarden Euro entstehen durch schweres Übergewicht für das Gesundheitswesen in Deutschland jährlich, so die Schätzungen.
Übergewicht wurde ungefähr seit 1980 als Problem erkannt und die Zahlen an Betroffenen sind seitdem fortlaufend gestiegen. Heute, 2012, sind fast alle westlichen Industrienationen betroffen - in unterschiedlichem Ausmaß. "Adipositas ist zudem mit einem niedrigen soziökonomischen Status verbunden und somit in sozial schwachen Gegenden stärker verbreitet", so Boeing.
Derzeit sind circa 23 Prozent der Menschen schwer übergewichtig. Doch der Zahlenvergleich zeigt, dass in den vergangenen Jahren die Zahl der Übergewichtigen insgesamt nicht mehr gestiegen ist. Es findet gegenwärtig nur eine Art Umverteilung statt, denn immer mehr Übergewichtige werden adipös. Ob jedoch zukünftig ein Rückgang an Übergewichtigen zu erwarten ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden. Damit Adipositas als Epidemie bezeichnet werden kann, fehlt aus wissenschaftlicher Sicht nur noch die zeitliche Begrenzung, so das Fazit von Professor Boeing.
Nadia Röwe, www.aid.de
Doch die Frage ist, ob Adipositas überhaupt eine Krankheit ist. Zwar wurde Adipositas bereits 2003 in einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine chronische Erkrankung definiert, so Boeing, doch nach dem deutschen Sozialgesetzbuch ist Adipositas bis heute nicht als Krankheit anerkannt, sondern gilt als Lebensstilfaktor. Und das hat weitreichende Konsequenzen, denn genau deshalb haben adipöse Menschen in Deutschland keinen Anspruch auf Therapieleistungen.
Wissenschaftler plädieren jedoch dafür, die Adipositas als Krankheit anzuerkennen. Die Zahlen sind bekannt: Rund 16 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter schwerem Übergewicht - auch immer mehr Kinder und Jugendliche. Die im Volksmund als Fettsucht bekannte "Krankheit" hat weitreichende Folgen, die von gesundheitlichen Problemen über körperliche Beeinträchtigungen bis hin zu psychischen Belastungen reichen können und zudem enorme Kosten verursacht. Circa 17 Milliarden Euro entstehen durch schweres Übergewicht für das Gesundheitswesen in Deutschland jährlich, so die Schätzungen.
Übergewicht wurde ungefähr seit 1980 als Problem erkannt und die Zahlen an Betroffenen sind seitdem fortlaufend gestiegen. Heute, 2012, sind fast alle westlichen Industrienationen betroffen - in unterschiedlichem Ausmaß. "Adipositas ist zudem mit einem niedrigen soziökonomischen Status verbunden und somit in sozial schwachen Gegenden stärker verbreitet", so Boeing.
Derzeit sind circa 23 Prozent der Menschen schwer übergewichtig. Doch der Zahlenvergleich zeigt, dass in den vergangenen Jahren die Zahl der Übergewichtigen insgesamt nicht mehr gestiegen ist. Es findet gegenwärtig nur eine Art Umverteilung statt, denn immer mehr Übergewichtige werden adipös. Ob jedoch zukünftig ein Rückgang an Übergewichtigen zu erwarten ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden. Damit Adipositas als Epidemie bezeichnet werden kann, fehlt aus wissenschaftlicher Sicht nur noch die zeitliche Begrenzung, so das Fazit von Professor Boeing.
Nadia Röwe, www.aid.de
Quelle: www.aid.de
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