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Samstag, 6. April 2013

Olivenöl macht satt


Fettreduzierte Lebensmittel sind auf dem Vormarsch. Viele Menschen hoffen, mit derartigen Produkten abzunehmen. Allerdings ist deren Wirkung umstritten: Man nimmt zwar weniger Energie auf, isst dafür aber unter Umständen mehr, wenn man sich nicht satt fühlt. Arbeitsgruppen an der Technischen Universität München und an der Universität Wien untersuchten, wie Öl und Fett das Sättigungsgefühl regulieren.

Vier Speisefette nahmen die Wissenschaftler unter die Lupe: Schweineschmalz, Milchfett, Raps- und Olivenöl. Über drei Monate aßen 120 Studienteilnehmer zusätzlich zu ihrer normalen Kost täglich 500 g Magerjogurt, der mit einem der vier Fette angereichert war.

Den größten Sättigungseffekt hatte dabei das Olivenöl. Bei den Probanden der Olivenöl-Gruppe konnte eine erhöhte Konzentration des Sättigungshormons Serotonin im Blut festgestellt werden. Zudem beurteilten sie den Olivenöl-Jogurt subjektiv als sehr sättigend. Der Anteil des Körperfetts und das Körpergewicht blieben in dieser Gruppe konstant.

Das ist ein überraschendes Ergebnis, da Raps- und Olivenöl ähnliche Fettsäuren enthalten. Daher nahmen die Wissenschaftler in einem anderen Versuch die Aromen im Olivenöl ins Visier. Im zweiten Studienteil erhielt eine Gruppe Jogurt mit Aroma-Extrakten aus Olivenöl, eine Kontrollgruppe reinen Jogurt. Das Ergebnis: Die Olivenöl-Gruppe blieb bei ihrer üblichen Energieaufnahme; dagegen kam die Kontrollgruppe auf ein Plus von 176 kcal pro Tag. Die Aroma-Probanden passten also ihr Essverhalten an. Im Vergleich zur Aromagruppe hatten die Kontrollpersonen auch weniger Sättigungshormon im Blut.

Eine mögliche Erklärung für die geringere Energieaufnahme ist das Sättigungsgefühl: Wie lange dieses nach dem Essen anhält, hängt neben anderen Faktoren insbesondere vom Blutzuckerspiel ab. Je schneller er sinkt, das heißt, je schneller die Körperzellen Zucker aus dem Blut aufnehmen, desto eher fühlt man sich wieder hungrig.

Im nächsten Schritt wurde untersucht, welche Aromastoffe im Öl die Zuckeraufnahme durch die Zellen am effektivsten verzögern. Dafür wurden Olivenöle aus Spanien, Griechenland, Italien und Australien genutzt. Die Forscher identifizierten zwei Inhaltsstoffe, die die Aufnahme von Glucose aus dem Blut in Leberzellen verringerten: Hexanal und E2-Hexanal - wobei italienisches Olivenöl die größten Mengen der beiden Aromastoffe enthält. Letztendlich konnte so nachgewiesen werden, dass Geschmackstoffe die Sättigung regulieren können.

Dr. Jörg Häseler, www.aid.de

Donnerstag, 4. April 2013

Was darf Biofleisch kosten?


Welche Rolle spielt der Preis für Verbraucher beim Einkauf von Fleisch aus ökologischer und konventioneller Erzeugung? Diese und andere Fragen rund um die Preisgestaltung bei verschiedenen Lebensmitteln haben Agrarmarktexperten der Universität Gießen in einer Studie untersucht, die durch das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert wurde.

Basis der Studie waren Daten der Gesellschaft für Konsumforschung von rund 20.000 Haushalten, die ihr Einkaufsverhalten über einen Zeitraum von fünf Jahren dokumentiert haben. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die Verbraucher bei fast allen Lebensmittelgruppen (Eier, Milch, Obst oder Gemüse) ihr Einkaufsverhalten bei steigenden oder sinkenden Preisen kaum veränderten, egal, ob es sich um Bio- oder konventionelle Produkte handelte. Einzige Ausnahme war Biofleisch. Hier reagierten die meisten Kunden auf steigende Preise mit deutlicher Kaufzurückhaltung.

Bei konventionellen Fleischarten und -produkten fielen die Reaktionen auf Preisänderungen dagegen deutlich schwächer aus. Am geringsten war dieser Effekt bei konventionellem Geflügel- und Hackfleisch. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass diese Artikel für viele Verbraucher Basisprodukte beim Fleischkauf sind. Die großen Unterschiede bezüglich der Preissensibilität bei Bio- und konventionellem Fleisch erklären sich die Wissenschaftler vor allem durch die fehlende Größe und Marktreife des noch jungen Biofleischsegments. Wurst und Fleisch aus ökologischer Erzeugung seien noch nicht flächendeckend erhältlich und das Sortiment meist sehr klein. Deshalb würden viele Verbraucher bei höheren Preisen oft auf konventionelle Ware ausweichen.

Ein weiterer Grund sei, dass die Preisdifferenz zwischen bio und konventionell bei keiner anderen Lebensmittelgruppe so groß ist wie bei Fleisch. So müssten Verbraucher für Biohähnchenfleisch etwa vier Mal mehr zahlen als für konventionelle Ware. Darüber hinaus neigten sogenannte Biovielkäufer eher dazu, bei hohen Preisen auf Fleisch zu verzichten, da sie ohnehin weniger Fleisch essen als Durchschnittsverbraucher.

Dennoch steigt nach aktuellen Daten der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) die Nachfrage nach Biofleisch kontinuierlich an. Im Jahr 2012 immerhin um über 18 Prozent. Damit übersteigt die Nachfrage nach wir vor bei weitem das Angebot. Der Preissensibilität könnte in Zukunft aber eine größere Bedeutung zukommen, da die Preise mittelfristig spürbar steigen werden. Grund sind stark anziehende Futtermittelkosten auf Erzeugerseite. Experten für den deutschen Biomarkt raten deshalb, Kaufanreize auch außerhalb der Preispolitik zu schaffen. Sie sehen vor allem in Verkostungsaktionen und umfangreichen Produktinformationen einen Weg, trotz hoher Preise mehr Verbraucher von Biofleisch zu überzeugen.

Jürgen Beckhoff, www.aid.de

Mittwoch, 3. April 2013

Gesundheit oder Schönheit - Gründe fürs Abnehmen


"Wer will attraktiver aussehen, wer will gesünder werden?". Dieser Frage ging Steffi Dierks vom Institut für Verbrauchslehre und Ernährungswirtschaft der Universität Kiel nach. Auf dem 50. Wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. stellte Dierks die Erwartungen an ein kommerzielles Online-Gewichtsreduktionsprogramm vor. Für ihre Studie befragte sie 471 Teilnehmer/-innen eines solchen Programms. Sie waren im Schnitt 46 Jahre alt und hatten einen BMI von 28,5 kg/m2.

Die Abbruchraten bei Gewichtsreduktionsprogrammen liegen bei 15 bis 80 Prozent. Sehr hohe Erwartungen sind häufig Grund für einen Abbruch der Programme. Die führenden Fachgesellschaften empfehlen eine Gewichtsreduktion von fünf bis zehn Prozent. Die Studie zeigte, dass die gewünschte Gewichtsreduktion der Teilnehmer bei zehn bis 30,4 Prozent liegt. Je höher der BMI, desto höher waren die Erwartungen. Die Teilnehmer mit unrealistischen Erwartungen gaben als Gründe für das Abnehmen am häufigsten die Steigerung des Selbstwertgefühls und Anerkennung an. Die Veränderung des Aussehens und die Attraktivität waren für sie wichtiger als die Minimierung gesundheitlicher Risiken. Teilnehmer mit realistischen Vorstellungen nannten dagegen gesundheitliche Vorteile als Hauptziel.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Erwartungen der Teilnehmer an den Gewichtsverlust deutlich höher liegen als die Empfehlungen. Enttäuschungen über den Gewichtsverlauf können zum Abbruch der Programme führen. Dierks erklärte: "Um dem entgegen zu wirken, müssen unrealistische Gewichtsvorstellungen in erreichbare Ziele umgelenkt werden."

Annalena Schraut, www.aid.de

Gesunder Lebensstil: Sieben Regeln gegen Herzerkrankungen und Krebs


Sieben einfache Regeln für einen gesunden Lebensstil sollen nicht nur Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch Krebs entgegenwirken. So lautet das Fazit einer US-amerikanischen Langzeitstudie, für die über 13.200 Menschen knapp 20 Jahre begleitet wurden.

Die American Heart Association hat sieben Präventionsempfehlungen zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen festgelegt: körperlich aktiv sein (mindestens 75 Minuten Sport wöchentlich), ein normales Körpergewicht halten, sich ausgewogen ernähren, nicht rauchen, ein gesunder Cholesterin- und Blutzuckerspiegel und ein Blutdruck im normalen Bereich. Ziel dieser Untersuchung war es zu prüfen, ob diese Faktoren für einen gesunden Lebensstil auch Krebs entgegenwirken.

Dazu wurden die Probanden im Alter von 45 bis 64 Jahren zu ihren Ernährungs- und Lebensgewohnheiten befragt und nahmen regelmäßig an medizinischen Untersuchungen teil. Im Laufe der folgenden 17 bis 19 Jahren wurde in 2.880 Fällen Krebs diagnostiziert. Menschen, die sechs bis sieben der Lebensstilregeln erfüllten, hatten ein um 51 Prozent geringeres Krebsrisiko als solche, die keine der Empfehlungen befolgten. Wer vier Faktoren beachtete, entwickelte mit einer um ein Drittel geringeren Wahrscheinlichkeit einen Tumor. Bei ein bis zwei gesunden Verhaltensweisen sank das Erkrankungsrisiko bereits um 21 Prozent.

Für eine Änderung des Lebensstils wie ein Umstellung der Ernährungsgewohnheiten ist es nie zu spät, betonen die Autoren. Jeder zusätzliche Faktor fördert die Gesundheit und senkt offenbar das Risiko für Krebs- und Herzerkrankungen.

Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:
aid-Heft "Herzgesund leben - cholesterinbewusst essen", Bestell-Nr. 61-1301, 1,50 EUR, www.aid-medienshop.de

Donnerstag, 21. März 2013

Mit Vorlesestunden gesund aufwachsen

Mit regelmäßigen Vorlesestunden können Eltern viel dazu beitragen, dass ihre Kinder gut lesen und schreiben lernen, selbstbewusst werden und gesund aufwachsen. Einer AOK-Familienstudie zufolge geben Rituale und gemeinsame Aktivitäten in der Familie Kindern Halt und Geborgenheit. Wie positiv sich Vorlesen auf die Entwicklung von Heranwachsenden auswirkt, zeigen Untersuchungen der Stiftung Lesen.

Danach trägt regelmäßiges Vorlesen dazu bei, dass sich Mädchen und Jungen zu vielseitig interessierten, aktiven und offenen Menschen entwickeln. Kinder und Jugendliche, denen in der Kindheit vorgelesen wurde, lesen häufiger und länger, sind besser in der Schule und haben mehr Spaß an Bewegung, Kreativität und Musik als Heranwachsende, denen nicht oder nur wenig vorgelesen wurde.


Auch der Einzug elektronischer Medien in deutschen Kinderzimmern kann an der Faszination von gedruckten Büchern nichts ändern. Einer repräsentativen Studie der Stiftung Lesen zufolge sehen 90 Prozent der befragten Eltern beispielsweise Bilder- und Kinderbuch-Apps lediglich als Ergänzung, aber nicht als Ersatz von klassischen Büchern an.

Doch längst nicht alle Kinder kommen häufig in den Genuss von Vorlesestunden oder Gute-Nacht-Geschichten. 42 Prozent der Eltern von Kindern unter zehn Jahren lesen ihrem Nachwuchs nur gelegentlich oder nie vor. Die Folge: Viele Kinder und Jugendlichen tun sich schwer mit dem Lesen und Schreiben. Nahezu jeder vierte sechsjährige Junge und jedes sechste gleichaltrige Mädchen brauchten 2010 vorübergehend die Hilfe eines Sprachtherapeuten. 

Auch mit dem Rechnen tun sich viele Schüler schwer. "Probleme mit dem Lesen, Schreiben und Rechnen belasten die Kinder, nagen an ihrem Selbstbewusstsein und können zur Ausgrenzung führen", weiß Dr. Ulrich Schäfer vom AOK-Bundesverband.

Stand: 11/12

Sonntag, 3. März 2013

Gesunder Lebensstil in der Schwangerschaft senkt Übergewichtsrisiko

Bereits in der Schwangerschaft werden die Weichen für die Gesundheit des Kindes gestellt. Offenbar hat der Lebensstil der werdenden Mutter großen Einfluss auf das Geburtsgewicht und damit das spätere Übergewichtsrisiko bis zum Erwachsenenalter. So lautet das Fazit einer internationalen Studie. Wissenschaftler der Charité-Universitätsmedizin Berlin hatten 66 Studien aus 26 Ländern mit mehr als 640.000 Probanden ausgewertet. Die Teilnehmer waren bis zu 75 Jahre alt. In den meisten Veröffentlichungen diente der Körpermassenindex (BMI) als Maß zur Beurteilung des Körpergewichts. Der BMI ist das Verhältnis von Gewicht zur Körpergröße. Bei Kindern und Jugendlichen wird er mit Alter und Geschlecht in Bezug gesetzt.

Das Resultat: Das individuelle Geburtsgewicht steht mit dem lebenslangen Übergewichtsrisiko in Zusammenhang - unabhängig von Faktoren wie Herkunft, Geschlecht, Gewicht der Eltern und Gewichtszunahme in den ersten Lebensmonaten. Kinder, die bei der Geburt mehr als 4.000 Gramm wogen, hatten im Vergleich zu normalgewichtigen Säuglingen ein doppelt so hohes Risiko für Übergewicht; auch im Erwachsenenalter. Ein geringes Geburtsgewicht von weniger als 2.500 Gramm sollte aber nicht angestrebt werden, betonen die Wissenschaftler.

Wenn Neugeborene ein zu hohes Gewicht haben, hat der Fötus im Mutterleib zu viele Nährstoffe erhalten. Übergewicht, Überernährung, Bewegungsmangel und daraus resultierende Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes in der Schwangerschaft begünstigen ein hohes Gewicht bei der Geburt. Weitere Untersuchungen sollen folgen, um den Zusammenhang zwischen dem Verlauf der Schwangerschaft und späterem Übergewicht des Kindes besser verstehen zu können.

Die optimale Basis für eine gesunde Entwicklung des Ungeborenen ist eine ausgewogene Ernährung der Mutter. Sie sollte reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukte essen, tierische Produkte in Maßen und nur gelegentlich Süßigkeiten und Snacks, raten der aid infodienst in Bonn und das Netzwerk "Gesund ins Leben". So ist das Baby mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt. Zum Durstlöschen eignen sich kalorienfreie Getränke wie Trink- und Mineralwasser oder ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees.

Für zwei essen müssen Schwangere nicht. Denn der Energiebedarf steigt nur geringfügig an und das auch erst ab dem vierten Schwangerschaftsmonat. Ebenso wichtig wie eine gesunde Ernährung ist regelmäßige körperliche Bewegung wie Spazieren gehen, Schwimmen oder Gymnastik. Das tut Mutter und Kind gut und beugt auch einer zu hohen Gewichtszunahme in der Schwangerschaft vor. "Denn das Körpergewicht der Frau vor der Schwangerschaft ist von großer Bedeutung für den Schwangerschaftsverlauf und die kindliche Entwicklung. Frauen sollten daher am besten schon vor der Schwangerschaft Normalgewicht anstreben", so die Empfehlung des Netzwerks "Gesund ins Leben".

Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:

Netzwerk "Gesund ins Leben":
www.gesund-ins-leben.de
aid-Heft "Das beste Essen in der Schwangerschaft"
Bestell-Nr. 61-1605, Preis: 2,50 Euro, www.aid-medienshop.de

www.was-wir-essen.de, Spezielle Ernährungsinfos, Schwangere

Für Fachkräfte: Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben www.gesundinsleben.de/fuer-fachkraefte/medien-materialien/handlungsempfehlungen/schwangerschaft/

Freitag, 1. März 2013

Zu viel Fastfood: Asthma, Heuschnupfen und Ekzeme treten häufiger auf

Essen Kinder und Jugendliche mehrmals in der Woche Fast Food, leiden sie häufiger an schwerem Asthma, Heuschnupfen und Ekzemen. Das ist das Resultat einer internationalen Studie unter der Leitung eines Forscherteams der Universität von Auckland in Neuseeland.

Die Wissenschaftler hatten die Daten von rund 180.000 Kindern im Alter von sechs bis sieben Jahren und etwa 320.000 Jugendlichen im Alter von 13 bis 14 Jahren ausgewertet. Die jungen Probanden beziehungsweise ihre Eltern machten Angaben, wie häufig bestimmte Symptome für die Krankheiten Asthma, Heuschnupfen und Ekzeme in den vergangenen zwölf Monaten aufgetreten waren. Bei Asthma war dies ein schweres Atmen bis Keuchen, bei Heuschnupfen (allergische Rhinokonjunktivitis) eine laufende oder verstopfte Nase sowie tränende und juckende Augen und bei Ekzemen juckende Ausschläge. Sie sollten auch einschätzen, wie sehr diese Beschwerden das alltägliche Leben und das Schlafverhalten beeinträchtigt hatten. Zusätzlich wurden die Teilnehmenden zu ihren wöchentlichen Essensgewohnheiten befragt.

Wenn Jugendliche und Kinder drei Mal oder häufiger in einer Woche Fastfood aßen, war das Risiko für schweres Asthma um 39 Prozent beziehungsweise 27 Prozent erhöht. Auch die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von juckenden Ausschlägen und schwerem Heuschnupfen stieg - unabhängig von Geschlecht und finanzieller Situation der Probanden.

Der Verzehr von Obst hingegen hatte einen positiven Effekt: Die Schwere der Asthmasymptome verringerte sich bei Jugendlichen um 11 Prozent und bei Kindern um 14 Prozent, wenn mindestens drei Mal in der Woche Obst auf dem Speiseplan stand. Ein hoher Gemüsekonsum hatte zumindest bei Kindern eine vorbeugende Wirkung.

Bei Jugendlichen war der Zusammenhang zwischen einem hohen Verzehr von Fastfood und dem Auftreten der Krankheiten deutlicher als bei Kindern. Das liegt vermutlich daran, dass Teenager unabhängiger und freier in ihrer Nahrungsmittelauswahl sind. Die negativen Auswirkungen führen die Wissenschaftler auf die in Burger, Pommes & Co. enthaltenen gesättigten und trans-Fettsäuren zurück, die das Immunsystem beeinträchtigen. Obst hingegen ist reich an Antioxidantien und weiteren wertvollen Inhaltsstoffen. Weitere Untersuchungen sind jedoch notwendig, um die Resultate zu untermauern.

Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:
Fragen zu diesem Thema beantworten aid-Experten in den Foren "Säuglings- und Kinderernährung" und "Ernährung von Jugendlichen" auf www.was-wir-essen.de

aid-Heft "Das beste Essen für Kinder", Bestell-Nr. 61-1447, Preis: 2,50 Euro, www.aid-medienshop.de

Donnerstag, 28. Februar 2013

Männergesundheit im Wandel: Die bislang unerforschte Spezies Mann

Die Frauengesundheit hat eine lange Tradition, während das Thema Männergesundheit noch in den Kinderschuhen steckt. Nachdem 1999 der erste Männergesundheitsbericht in Wien und 2004 für ganz Österreich erschienen sind, folgte die deutsche Premiere erst 2010 von der Stiftung Männergesundheit und der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit. Beim 1. Männergesundheitskongress am 29. Januar 2013 wurde in Berlin das Thema "Männergesundheit als Herausforderung für Prävention und Gesundheitsversorgung" diskutiert.

Trotz der inzwischen umfangreichen Bestrebungen um die Gesundheit der Männer, stellt sich die Frage, weshalb dieses Thema bislang stets vernachlässigt wurde. Schließlich belegen Untersuchungen, dass Männer keineswegs gesünder sind als Frauen: Über die gesamte Lebensspanne ist die Mortalitätsrate von Männern höher als die von Frauen. Männer sterben im Durchschnitt etwa fünf Jahre früher. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer liegt derzeit bei 77,2 Jahren, die der Frauen bei 82,4 Jahren.

Im Jugendalter sterben Männer häufiger als Frauen an Unfällen, Suiziden und Gewalteinwirkungen, im Erwachsenenalter an lebensbedrohlichen Krankheiten wie Herzinfarkt, Lungenkrebs oder alkoholbedingten Lebererkrankungen. Bis zum 65. Lebensjahr sterben Männer dreimal häufiger an tödlichen Verkehrsunfällen, Lungenkrebs und Suizid als Frauen. Zwar werden bei Frauen insgesamt häufiger Krankheiten festgestellt, diese sind aber weniger lebensbedrohlich. Dabei wären die bei Männern häufig auftretenden Krankheiten vermeidbar, da sie oft durch psychosoziale Risikofaktoren oder Risikoverhaltensweisen bedingt sind.

Auch das Gesundheitsbewusstsein von Männern ist geringer als von Frauen. Nur 20 Prozent der Männer nutzen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen, aber 47 Prozent der Frauen. Auch klassische Kursangebote, wie beispielsweise Gewichtsreduktionsprogramme der Krankenkassen werden von Männern unterdurchschnittlich häufig genutzt. Gut drei Viertel aller Kursteilnehmenden sind Frauen. Dabei sind von den 30- bis 44-jährigen Männern 65 Prozent und bei den 45- bis 64-jährigen knapp 80 Prozent übergewichtig bzw. adipös.

Männer schätzen ihre Gesundheit meist besser ein als Frauen und fühlen sich weniger anfällig gegenüber Krankheiten. Sie nehmen Vorschläge zur Gesundheitsförderung seltener an und suchen bei Beschwerden seltener medizinischen Rat. Wenn Männer die Praxis betreten, berichten sie häufig vordergründig über körperliche Beschwerden, selten über psychische Erkrankungen, die jedoch oft Ursache der körperlichen Probleme sind.

Zukünftig sollen zielgruppenspezifische Zugangswege für Männer gesucht werden. Einen ersten Schritt hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit dem Internetportal zur Männergesundheit gemacht, das seit Februar 2012 online ist (www.männergesundheitsportal.de). Hier werden aktuelle fachlich geprüfte männerspezifische Gesundheitsinformationen, Tipps und Anregungen für Männer - schwerpunktmäßig über 35 Jahren - bereitgestellt. Das ist sicher ein guter Ansatz, denn Männer gehen häufiger und länger "ins Netz" als Frauen; durchschnittlich 6 Tage pro Woche und 2,5 Stunden am Tag. Da jedoch Frauen häufiger auf Beratungs- und Gesundheitsinformationen im Netz zurückgreifen, bleibt die Herausforderung, neue Ansätze für die Zielgruppe Mann zu finden.

Nadia Röwe, www.aid.de