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Donnerstag, 23. Mai 2013

Pille, Kondom & Co.


Schmetterlinge im Bauch: Wenn Teenager das erste Mal verliebt sind, fahren ihre 
Gefühle oft Achterbahn. Foto: AOK-Mediendienst

Jugendliche sind gut beraten

Pubertierende Jungen und Mädchen sind in Sachen Sex gar nicht so draufgängerisch, wie Erwachsene glauben. Immer mehr Jugendliche entscheiden sich dafür, mit dem "ersten Mal" eher länger zu warten - und sie verhüten dabei so gut wie nie zuvor. In der Regel haben Jungen und Mädchen ihren ersten Geschlechtsverkehr in einer festen Beziehung. "Die meisten Jugendlichen sind sehr gut aufgeklärt, sie verhüten besser als je zuvor und entscheiden sehr bewusst, was sie wollen und was nicht", sagt Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband.

Aufklärung, Verhütung, Sexualität - das sind für Jugendliche von heute keine Themen mehr, die verschämt hinter der Turnhalle besprochen werden. Hier hat sich in den vergangenen Jahren viel getan: Eltern, Schule, Beratungsstellen und das Internet leisten ihren Beitrag dazu, dass das Thema heute viel offener als früher besprochen wird. "Die Jugendlichen gehen unbefangener und dennoch verantwortungsvoll mit ihrer Sexualität um", sagt Ebel.

Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung, die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung alle fünf Jahre unter mehreren tausend Mädchen und Jungen macht. Demnach sank der Anteil der 14-jährigen Mädchen, die bereits Geschlechtsverkehr hatten, von zwölf Prozent im Jahr 2005 auf sieben Prozent im Jahr 2010. Bei den gleichaltrigen Jungen sank er von zehn auf vier Prozent. Bis zu einem Alter von 17 Jahren hat mehr als ein Drittel der jungen Frauen und Männer noch keinen Geschlechtsverkehr gehabt.

Umfassende Informationen und freier Umgang mit dem Thema Sexualität haben auch dazu geführt, dass die Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren heute besser denn je verhüten. Während 1980 noch 20 Prozent der Mädchen und 29 Prozent der Jungen angaben, Geschlechtsverkehr ohne Verhütung zu haben, sind es heute nur noch acht Prozent der Mädchen und Jungen - mittlerweile verhüten Jungen also genauso gut wie Mädchen. Und am häufigsten kommt hierbei das Kondom zum Einsatz. Drei Viertel aller deutschen Jungen und Mädchen verwenden es bei ihrem "ersten Mal". "Sind sie dann länger sexuell aktiv, verwenden Mädchen zunehmend die Pille", sagt Ebel.

Kondome und Pille empfehlen Experten den Jugendlichen auch als sichere und gut handhabbare Verhütungsmittel. Richtig angewendet, gilt das Kondom als sicher und bietet im Gegensatz zu anderen Verhütungsmitteln zusätzlich Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie einer HIV-Infektion, Syphilis oder Hepatitits B. Da die Sicherheit der Verhütung mit Kondom stark von der richtigen Anwendung abhängt, raten die Experten den Jungen, den Umgang mit dem Kondom vorher zu üben. Die Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode beschreibt der sogenannten Pearl-Index. Je niedriger er ist, desto sicherer ist das Verhütungsmittel. Beim Kondom liegt er zwischen zwei und zwölf. Das bedeutet, von 100 Frauen, die zwölf Zyklen mit Kondom Geschlechtsverkehr haben, werden zwischen zwei und zwölf schwanger. Ebel: "Der Grund für die Schwankungsbreite sind im wesentlichen Anwendungsfehler."


50 Jahre Pille


Auch die Verhütung mit der Pille, die es seit gut 50 Jahren gibt, gilt als sicher - aber sie braucht Vorlauf. Der Frauenarzt entscheidet, welches Hormonpräparat das richtige für das jeweilige Mädchen ist. Die Sicherheit der Pille hängt stark von der regelmäßigen Einnahme ab - von 100 Frauen, die zwölf Zyklen lang die Pille mit Östrogenen und Gestagenen nehmen, werden 0,1 bis 0,9 schwanger. Bei der Minipille, die nur Gestagene enthält, liegt der Index etwas höher. Der Einnahme der Pille geht eine eingehende Untersuchung und Beratung voraus.

Anders als das Kondom kann die Pille Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme und Brustspannungen haben. "Raucherinnen haben ein höheres Thrombose-Risiko", warnt Ebel. Dabei gilt: Ist das Mädchen jünger als 14 Jahre, müssen die Eltern informiert und einbezogen werden. Zwischen 14 und 16 Jahren kann der Arzt die Pille auch ohne Zustimmung der Eltern verschreiben, die Entscheidung liegt in seinem Ermessen. Ab dem 16. Lebensjahr ist das Einverständnis der Eltern nicht mehr nötig.


Weitere Verhütungsmittel


Neben Pille und Kondom gibt es noch zahlreiche weitere Verhütungsmittel, die zum Teil auch als sicher gelten. Dazu gehört der Vaginalring, den das Mädchen für drei Wochen in die Scheide einführt, und der hier künstliche weibliche Hormone abgibt. In der vierten Woche kommt es dann zur Blutung. Der Vaginalring ist fast so sicher wie die Pille und kann dieselben Nebenwirkungen haben.

Auch beim Verhütungspflaster sind Sicherheit und Nebenwirkungen ähnlich wie bei der Pille. Das etwa fünf mal fünf Zentimeter große Verhütungspflaster wird auf die Haut geklebt und gibt hier regelmäßige weibliche Hormone ab. Wenn das verschreibungspflichtige Pflaster nach drei Wochen abgenommen wird, ist auch die pflasterfreie Woche geschützt, bevor dann wieder ein nächstes Pflaster aufgeklebt wird.

Wer drei Jahre lang Ruhe haben möchte, kann sich für ein Hormonimplantat entscheiden. Dabei implantiert der Frauenarzt ein weiches Kunststoffstäbchen an der Innenseite des Oberarms, das drei Jahre lang kleine Mengen des Hormons Gestagen abgibt. Diese Methode gilt ebenfalls als sehr sicher. Es kommt jedoch in seltenen Fällen zur Wanderung des Stäbchens, was Beschwerden verursachen kann. Für die Hormonspirale gilt, dass sie bis zu fünf Jahre in der Gebärmutter liegt, kleine Mengen Gestagen freisetzt und damit eine Schwangerschaft verhindert.

Das Diaphragma oder auch Scheidenpessar dagegen bleibt nicht dauerhaft im Körper. Der biegsame Ring mit einer Gummihaut wird frühestens ein bis zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr mit einem Gel bestrichen, das Spermien abtötet. Dann wird es wie eine Barriere vor den Muttermund gelegt, damit keine Spermien in die Scheide gelangen können. Der Frauenarzt muss das Diaphragma anpassen. Wie sicher es ist, hängt stark von der Übung beim Einführen ab. Deshalb liegt der Verhütungsindex zwischen eins und 20.
Darüber hinaus gibt es noch verschiedenste chemische Verhütungsmethoden wie Gels, Schaumzäpfchen oder Cremes, die vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt werden und die Spermien unbeweglich machen sollen. "Solche Mittel sollten nur zusammen mit einem Kondom oder einem Diaphragma verwendet werden, da sie sonst nicht sicher sind", sagt Ebel.


Koitus interruptus ist unsichere Methode


Nicht ratsam ist der Koitus interruptus, also der Rückzieher des Mannes vorm Höhepunkt. Ebel: "Auch vor dem Samenerguss können schon Spermien in die Scheide gelangen."
Gab es Pannen bei der Verhütung, gibt es schließlich noch die "Pille danach". Diese muss der Arzt verschreiben, wobei der Zeitpunkt eine ganz wichtige Rolle spielt: Es muss bis spätestens 72 Stunden, bei neueren Präparaten bis zu 120 Stunden nach ungeschütztem Verkehr oder einer Panne eingenommen werden. Der Zeitpunkt ist so wichtig, weil es sich nicht um eine Abtreibungspille handelt. Ist die Eizelle bereits befruchtet, wirkt die "Pille danach" nicht mehr. Deshalb gilt: je eher, desto besser.


Viele Informationsangebote


Neben Elternhaus und Schule gibt es zahlreiche Beratungsmöglichkeiten für Jugendliche, viele Jungen und Mädchen nutzen dazu gerne das Internet. 

Auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es viele Broschüren zum Thema, nicht nur für Jugendliche, sondern auch für ihre Eltern. Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonisches Werk und viele andere Träger haben Beratungsstellen, an die sich Jugendliche ebenfalls wenden können. Durch die vielfältigen Angebote und die verantwortungsvolle Aufklärung durch Elternhaus und Schule hat sich in Sachen Aufklärung und Verhütung in Deutschland viel getan. "So hat Deutschland heute eine der niedrigsten Teenagerschwangerschaftsraten in Europa", sagt Ebel.
  

Dienstag, 21. Mai 2013

Chatten – aber sicher


Für viele Kinder ist es eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen: das Chatten. Da können sie sich mit Freunden austauschen oder neue Freunde finden. Dennoch: Es gibt einige Dinge, auf die man achten sollte, sagt Ulrike Plogstieß, Diplom-Psychologin im AOK-Bundesverband.

Etwa 23 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen besuchen mindestens einmal pro Woche einen Webchat. Das hat die repräsentative Studie "Kinder und Medien, Computer und Internet" (KIM-Studie 2008) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest gezeigt. Der Begriff "chatten" kommt aus dem Englischen und bedeutet "plaudern". In einem Webchat können sich mehrere Nutzer gleichzeitig miteinander unterhalten. Man kann sich dort aber auch mit Einzelnen austauschen, ohne dass die anderen die Nachrichten lesen können – das nennt man "flüstern".

Um einen Chat zu betreten, muss man bei manchen Angeboten persönliche Daten wie den Namen und die E-Mail-Adresse angeben und sich so registrieren. Bei anderen reicht die Wahl eines Spitznamens. Wer sich tatsächlich hinter dem ausgedachten Spitznamen verbirgt, wissen die anderen Chatter nicht – das birgt Risiken. "Für Kinder sind daher nur Chats auf Kinderseiten geeignet, die von erwachsenen Moderatoren begleitet und kontrolliert werden", sagt Diplom-Psychologin Plogstieß.

Vor der Anmeldung über Angebote informieren


Die Zentralstelle der Länder für Jugendschutz im Internet empfiehlt, sich vor der Anmeldung über das Angebot zu informieren. Meist steht in den Allgemeinen Gebrauchsbestimmungen (AGB) oder den Datenschutzbestimmungen, wie alt die Nutzer sein müssen und was mit ihren Daten gemacht wird. Wichtig ist beispielsweise herauszufinden, ob Daten an Dritte weitergegeben und ob sie vollständig gelöscht werden, wenn man die Mitgliedschaft aufgibt. Es sollte möglich sein, Fragen oder Äußerungen von anderen Chattern zu ignorieren und sich zu beschweren, wenn man sich belästigt fühlt oder andere gegen Regeln verstoßen.

"Bei der Anmeldung ist es am besten, nur notwendige Daten von sich anzugeben", empfiehlt Plogstieß. Der angegebene Spitzname sollte nicht das Alter, den Wohnort oder den Namen des Nutzers verraten. Sonst besteht die Gefahr, dass auch Menschen mit dem Angemeldeten Kontakt aufnehmen, mit denen er nichts zu tun haben möchte. Das Passwort sollte mindestens acht Zeichen umfassen und geheim gehalten werden.

Im Internet ist es einfach, seine wahre Identität zu verschleiern. Auch wenn eine Chatbekanntschaft noch so nett zu sein scheint, ist daher Vorsicht angesagt. "Kinder und Jugendliche sollten keine persönlichen Angaben machen und nie ihren Namen, ihre Adresse oder Telefonnummer preisgeben", sagt Plogstieß. Sie sollten nichts erzählen, was sie nicht auch Fremden auf der Straße mitteilen würden. Private Fotos zu versenden, ist ebenfalls nicht ratsam.

Chatbekannte nicht alleine treffen


Von Treffen mit Leuten, die man nur aus dem Internet kennt, rät die Diplom-Psychologin ab. Wollen Kinder ihre Internetbekanntschaft unbedingt kennen lernen, sollten sie einen Erwachsenen mitnehmen. "Ein echter Chat-Freund wird nichts dagegen haben", sagt Plogstieß. Jugendliche sollten einen Erwachsenen informieren und sich an einem öffentlichen Platz treffen.

Wenn ihnen im Webchat etwas merkwürdig vorkommt, sollten Kinder und Jugendliche die Unterhaltung sofort abbrechen und den Chatter ignorieren. "Sag' einem Moderator Bescheid, nutze die Beschwerdestelle und rede mit deinen Eltern", empfiehlt Plogstieß. Die jungen Nutzer sollten sich allerdings auch selbst an die Spielregeln halten, keine unerlaubten Inhalte verbreiten und nicht über andere herziehen. Sie sollten auch nichts über andere preisgeben oder Bilder von ihnen versenden, ohne sie um ihre Zustimmung zu fragen.

Unterstützung durch die Eltern


Wichtig ist auch, dass sich Eltern dafür interessieren, auf welchen Seiten ihre Kinder surfen und sich selbst mit sozialen Netzwerken vertraut machen. Sie können gemeinsam mit ihnen sichere Angebote auswählen oder die Websites, die sie nutzen, auf ihre Sicherheit hin überprüfen. So sollte es in einem Chat beispielsweise Moderatoren geben, die bei Problemen einschreiten können sowie eine "Ignore"-Funktion, um Belästiger auszublenden. "Verabreden Sie mit Ihrem Kind, dass es Ihnen die Dinge im Internet zeigt, die ihm unbehaglich sind", sagt Plogstieß. Bei anhaltenden Belästigungen können die Eltern sich beim Betreiber der Website beschweren und in schlimmen Fällen Anzeige bei der Polizei erstatten.

"Vereinbaren Sie außerdem mit Ihrem Kind, wie lange es chatten darf", rät Plogstieß. Online-Freunde sollten reale Freunde nicht verdrängen. Bis zum Alter von sieben Jahren sollten Jungen und Mädchen nicht mehr als 30 Minuten täglich elektronische Medien wie Computer und Fernseher nutzen. Bei Acht- und Neunjährigen sollten es täglich nicht mehr als 45 Minuten sein, bei Zehn- und Elfjährigen nicht mehr als 45 Minuten. Bei Zwölf- und 13-Jährigen sind etwa 75 Minuten pro Tag vertretbar.

Dass klare Regelungen im Umgang mit den Medien sinnvoll sind, hat auch die AOK-Familienstudie gezeigt. Eindeutige Regeln, die Eltern und Kinder gemeinsam aufstellen, erleichtern den Familienalltag und vermitteln dem Nachwuchs Beständigkeit. Die Eltern sollten darauf achten, dass sich ihr Nachwuchs auch an die Vereinbarungen hält. Computerverbot als Strafe ist dagegen nicht sinnvoll, denn sonst wird die Nutzung für die Kinder noch wichtiger. Die Studie haben die Gesellschaft für angewandte Sozialforschung und die Universität Bielefeld im Auftrag der AOK erstellt.

Tipps für sicheres Chatten, Infos für Eltern




Sonntag, 5. Mai 2013

Hausaufgaben: Ungestört geht es besser


Aus dem mp3-Player schallt Musik, im Fernsehen läuft eine Reality-Soap, und außerdem müssen Englischvokabeln gepaukt werden: Für viele Schüler in Deutschland gehört das mittlerweile zum Alltag. Obwohl es dem Nachwuchs nicht gut tut, akzeptiert ein Großteil der Eltern dieses Verhalten. Das hat eine repräsentative Umfrage der AOK unter 1.000 Eltern gezeigt. "Bei der Umfrage kam heraus, dass knapp die Hälfte der 13- bis 16-Jährigen während der Hausaufgaben Musik hört. Bei zwölf Prozent ist sogar der Fernseher an", weiß Kerstin Blaszkowski, Jugendexpertin im AOK-Bundesverband, die zusammen mit dem Marktforschungsinstitut "Produkt + Markt" die Umfrage durchgeführt hat.

Zwar merken 78 Prozent der befragten Eltern von Kindern im Alter von 13 bis 16 Jahren, dass es ihrem Nachwuchs nicht gut tut, wenn er sich ständig von verschiedenen Medien berieseln lässt. Allerdings sind etwa 25 Prozent von ihnen der Meinung, dass sich ihr Kind auch dann gut auf die Hausaufgaben konzentrieren kann, wenn nebenbei Musik oder der Fernseher laufen. "Genauso viele Mütter und Väter von Heranwachsenden in dieser Altersgruppe glauben sogar, dass es gut für die Entwicklung ihres Kindes ist, wenn es mehrere Dinge gleichzeitig erledigt", so Blaszkowski.

Musik und TV lenken ab


Dabei lenken Musik oder ein Fernseher, der im Hintergrund läuft, Kinder und Jugendliche von ihren Schulaufgaben ab. Auf diese Weise arbeiten sie weniger effektiv und brauchen länger, um die Aufgaben zu erledigen oder den Lernstoff zu bewältigen. Der Lernerfolg stellt sich verzögert ein oder bleibt aus. "Sorgen Sie dafür, dass Musik, der Computer und der Fernseher bei den Hausaufgaben ausgeschaltet sind", appelliert Ulrike Plogstieß, Diplom-Psychologin im AOK-Bundesverband, an die Eltern. Auch Geschwister und Freunde sollten in dieser Zeit nicht stören. In einer ruhigen Umgebung können Kinder und Jugendliche ihre Aufgaben schneller und effektiver erledigen. Hinterher haben sie dann mehr Zeit für Hobbys, Freunde, Sport oder zur Erholung.

Der Versuch, mehrere Aufgaben zur selben Zeit zu erledigen, funktioniert nicht. So ist es beispielsweise schwierig, gleichzeitig für eine Mathearbeit zu büffeln, fernzusehen und zu chatten. "Die Aufmerksamkeit ist geteilt", weiß Plogstieß, "nach jeder Unterbrechung braucht man Zeit, um sich wieder auf die eigentliche Arbeit konzentrieren zu können." Den Medienkonsum ihrer Kinder sollten Eltern begrenzen. "Stellen Sie gemeinsam mit Ihrem Nachwuchs klare Regeln auf und achten Sie darauf, dass sie eingehalten werden", rät Plogstieß. Zwölf- bis 13-Jährige sollten nicht mehr als 75 Minuten täglich fernsehen und elektronische Medien wie Computer oder Spielkonsolen nutzen. Das empfiehlt die Initiative "Schau hin!" des Bundesfamilienministeriums.

Klare Regeln geben Halt


Wie wichtig klare Regeln beim Medienkonsum sind, hat auch die AOK-Familienstudie gezeigt. Danach sind Kinder, deren Eltern ihre Mediennutzung nicht oder nur selten begrenzen, häufiger übergewichtig als Jungen und Mädchen, deren Eltern gemeinsam mit ihnen festlegen, wie lange sie täglich vor dem Fernseher und Computer sitzen dürfen.

Die Studie hat auch gezeigt, dass klare Vereinbarungen den Kindern Halt geben und ihre Gesundheit fördern. Im Rahmen der AOK-Familienstudie 2010 hat die Gesellschaft für angewandte Sozialforschung im Auftrag der AOK untersucht, was Eltern dazu beitragen können, dass ihre Kinder gesund aufwachsen. Dazu wurden im Frühjahr 2010 mehr als 2.000 Mütter und Väter in Deutschland befragt.

Stand 05/11

Samstag, 10. November 2012

Ein halbes Jahr rauchfrei leben

Zum 16. Mal sind Schulklassen der sechsten bis achten Stufen eingeladen, beim bundesweiten Wettbewerb „Be Smart – Don’t Start“ mitzumachen. Die Herausforderung für die Schülerinnen und Schüler: Vom 12. November 2012 bis zum 26. April 2013 müssen sie rauchfrei bleiben. Schulklassen, die das schaffen, können attraktive Preise gewinnen – der Hauptgewinn ist eine Klassenfahrt im Wert von 5.000 Euro. Eine Anmeldung ist noch bis zum 10. November 2012 möglich – unter www.besmart.info, beim Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) unter der Telefonnummer 04 31/ 5 70 29 70 oder per E-Mail an besmart@ift-nord.de. Hier gibt es auch umfangreiche Informationen für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern.

Der Wettbewerb “Be Smart – Don´t Start“ hat das Ziel, das Thema Nicht-rauchen in einer für Jugendlichen attraktiven Form in die Schulen zu bringen und den Einstieg in das Rauchen so lange wie möglich zu verzögern oder ganz zu verhindern. Wissenschaftliche Studien belegen, dass eine Teilnahme bei den Schülerinnen und Schülern zu geringeren Raucherquoten führt. 

Die Anmeldung zu „Be Smart – Don’t Start“ ist kostenfrei und eignet sich in jeder Schulform insbesondere für sechste bis achte Klassen. Auf der Webseite www.besmart.info und in einer Info-Mappe für Lehrkräfte finden sich viele Tipps für die Umsetzung des Wettbewerbs. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unterstützt die wiederholte Teilnahme am Wettbewerb mit Sonderpreisen, da die Erfolge auf diesem Wege gefestigt werden können. Auch kreative Aktivitäten zum Thema Nichtrauchen werden gesondert ausgezeichnet.

„Be Smart – Don’t Start“ wird vom Institut für Therapie- und Gesundheits-forschung in Kiel angeboten und von der Deutschen Krebshilfe e.V., der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Deutschen Herzstiftung e.V., der Deutschen Lungenstiftung, dem AOK-Bundesverband sowie von weiteren öffentlichen und privaten Institutionen gefördert. Ansprechpartner in den einzelnen Bundesländern betreuen den Wettbewerb vor Ort.

In den letzten 15 Jahren haben über 120.000 Schulklassen mit mehr als drei Millionen Schülerinnen und Schülern an „Be Smart – Don’t Start“ teil-genommen. Im Schuljahr 2011/2012 machten rund 10.000 Klassen bei dem Wettbewerb mit – zwei Drittel davon gelang es, über ein halbes Jahr lang rauchfrei zu bleiben.

Hintergrund-Informationen: Der Wettbewerb „Be Smart – Don’t Start“


Der Wettbewerb „Be Smart – Don’t Start“ ist ein Programm zum Nichtrau-chen für Schüler im Alter von elf bis vierzehn Jahren. Viele Jugendliche beginnen in diesem Alter mit dem Rauchen zu experimentieren. Die Regeln des Wettbewerbs sind einfach: Mindestens 90 Prozent der Schüler einer Klasse entscheiden sich dafür, am Wettbewerb teilzunehmen. Damit verpflichten sie sich, ein  halbes Jahr lang nicht zu rauchen. Wenn mehr als zehn Prozent der Schüler rauchen, scheidet die Klasse aus dem Wettbewerb aus. Die Schulklassen, die ein halbes Jahr lang rauchfrei waren, nehmen an einer Lotterie teil, bei der Geld- und Sachpreise verlost werden. Viele beteiligte Klassen führen zudem begleitende kreative Aktionen zum Thema „Nichtrauchen“ und zur Gesundheitsförderung durch, für die gesonderte Auszeichnungen vergeben werden.