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Mittwoch, 27. Februar 2013

Wenn Raucher ihre grauen Zellen vernebeln

Auch im Alter noch gut durchatmen!
Rauchen gefährdet die Gesundheit. Die Auswirkungen werden mit zunehmendem Alter spürbarer, wie die Apotheker im Land Brandenburg berichten. Besser ist es, sich fit zu halten, zum Beispiel mit Schwimmen. Foto: Alois Müller


Rauchen gefährdet die Gesundheit. Das ist allgemein bekannt. So wird zum Beispiel laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung jede dritte Krebserkrankung durch das Rauchen mitverursacht. Aber der Griff zum Glimmstengel hat noch weitere negative Konsequenzen, die weit weniger bekannt sind. Nach Erkenntnissen der Wissenschaftler erhöht Rauchen das Risiko, an Demenz zu erkranken. Für die Apotheker im Land Brandenburg ein weiteres Argument, mit dem Rauchen aufzuhören.

„Die Alterungsprozesse des Gehirns schreiten bei Rauchern schneller voran“, erklärt Astrid Markow, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der Landesapothekerkammer Brandenburg. „Davon betroffen sind die Gedächtnisleistung und das Lernvermögen.“ Die Entstehung von Demenz wird beschleunigt. Ab einem Alter von 60 Jahren verlieren Nikotinsüchtige vier Mal häufiger noch funktionsfähige Gehirnzellen als Abstinenzler.

Hintergrund: Der schädliche Qualm schränkt die geistige Leistungsfähigkeit auf verschiedene Weise ein. Rauchen erhöht das Risiko für Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn, die mit Demenz zusammen hängen. „Durchblutungsstörungen im Gehirn führen dabei zum Absterben von Nervenzellen“, sagt die Apothekerin. Je mehr Packungen geraucht werden, desto schneller schreitet dieser Prozess voran. Wer mit dem Rauchen aufhören möchte und Unterstützung benötigt, kann sich an die Apotheker im Land Brandenburg wenden. Astrid Markow: „Eine gute Möglichkeit ist die Nikotinersatztherapie. Medikamente in Form von Kaugummis, Pflastern oder Nasensprays helfen, den Teufelskreis der Abhängigkeit zu durchbrechen.“

Die Wahl des Arzneimittels und die Dauer der Anwendung hängen vom Grad der Sucht ab. So benötigen einige Raucher nur Nikotinkaugummis oder Lutschtabletten als Zigarettenersatz. Die teilweise rezeptpflichtigen Ersatzpräparate erfüllen eine Brückenfunktion, damit der Körper Zeit zur Umstellung hat. Sie lindern die Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen oder Schlaflosigkeit. „Vor der Entwöhnung sollten sich Raucher aber auf jeden Fall vom Arzt oder Apotheker beraten lassen“, empfehlen die Apotheker im Land Brandenburg. Wer es schafft, dem Nikotin dauerhaft adé zu sagen, belohnt sich selbst, so die Apotheker. Neben der positiven Auswirkung auf das Gedächtnis nimmt die Leistungsfähigkeit zu und auch die Haut atmet auf.

Rauchen und seine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit:
  • Krebs - Der überwiegende Teil der an Lungenkrebs erkrankten Erwachsenen ist Raucher.

  • Herzinfarkt - Rauchen bewirkt eine Verengung der Blutgefäße, die den Blutdruck erhöht und fördert die Gefäßverkalkung der Arterien des Herzens.

  • Schlaganfall - Förderung von Arteriosklerose (Arterienverkalkung).

  • Sehstörungen - Rauchen gilt als der wichtigste Risikofaktor bei der altersabhängigen Degeneration der Netzhaut.

  • Chronische Bronchitis – Die Bronchien und die Luftröhre verkleben, „Raucherhusten entsteht“.


Die Landesapothekerkammer Brandenburg ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Potsdam. Sie vertritt die beruflichen Interessen der Apotheker. Mitglied der Landesapothekerkammer sind alle Apotheker, die im Land Brandenburg ihren Beruf ausüben oder – falls sie ihren Berufen nicht ausüben – ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. Die Landesapothekerkammer hat derzeit 1.500 Mitglieder. Im Land Brandenburg gibt es 590 Apotheken (inklusive 14 Krankenhausapotheken).


Stand: 29/01/13


 

Montag, 12. November 2012

Lungenerkrankungen: Rauchen ist die häufigste Ursache

Weltweit leiden mehr als 200 Millionen Menschen an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD, engl. chronic obstructive pulmonary disease). Die COPD gilt derzeit als vierthäufigste Todesursache. In Deutschland sind aktuell 10 bis 15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung betroffen, das entspricht etwa sieben Millionen Erkrankten.

Anlässlich des Welt-COPD-Tags am 14. November 2012 warnt die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Prof. Dr. Elisabeth Pott: "Der Hauptrisikofaktor für die Entstehung einer COPD ist das Rauchen. Etwa 90 Prozent aller COPD-Erkrankungen sind auf Tabakkonsum zurückzuführen." Auch das Passivrauchen führt zu einem erhöhten Erkrankungsrisiko. Nichtrauchende, die mit einem rauchenden Partner zusammen-leben, haben ein um 25 Prozent erhöhtes Risiko, an einer COPD zu sterben.

Bei der COPD handelt es sich um eine schleichende Erkrankung, die oft erst in fortgeschrit-tenem Stadium erkannt wird. Die drei Hauptsymptome Auswurf, Husten und Atemnot (AHA-Symptome) werden zunächst häufig verharmlost. Im Krankheitsverlauf nehmen die Beschwer-den jedoch zu und beeinträchtigen die Lebensqualität deutlich. Im Endstadium kommt es zu einer permanenten Atemnot mit lebensbedrohlichen Folgen.

Betroffene sollten sich frühzeitig in ärztliche Behandlung begeben. Eine COPD ist zwar nicht heilbar, aber behandelbar. Je später die Erkrankung behandelt wird, desto gravierender sind ihre Auswirkungen. "Der wichtigste Schritt zur Vorbeugung und Behandlung der COPD ist ein konsequenter Rauchstopp", erklärt Prof. Dr. Pott. "Dadurch lassen sich nicht nur die Symptome lindern und der Krankheitsverlauf verlangsamen. Ein Rauchstopp schützt auch die Angehörigen vor den schädlichen Folgen des Passivrauchens."

Die BZgA stellt qualitätsgesicherte Angebote zur Unterstützung für einen Rauchstopp bereit. Ausführliche Informationen, ein Online-Ausstiegsprogramm sowie ein Bestellservice für Selbsthilfematerialien (z.B. das "rauchfrei-Startpaket") stehen unter http://www.rauchfrei-info.de zur Verfügung. Die BZgA-Telefonberatung zur Rauchentwöhnung ist täglich unter der Rufnummer 01805 / 31 31 31 erreichbar (0,14 €/Min. a.d. Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/Min.).


Quelle: www.bzga.de