Freitag, 8. April 2016

Beim Herzinfarkt zählt jede Minute

Dr. Björn Plicht, leitender Oberarzt der Klinik für Kardiologie am Knappschaftskrankenhaus Dortmund, referierte im PueD. 
„Die Uhr kann man nicht anhalten“, so Dr. Björn Plicht, Leitender Oberarzt an der Klinik für Kardiologie am Knappschaftskrankenhaus Dortmund. Und damit könne man auch das Altern des Herzens nicht stoppen, betonte er beim Vortragsabend im PueD Eving. Doch jeder könne etwas dafür tun, diesen Vorgang abzumildern und sein Herz zu stärken.

Sieben der zehn häufigsten Todesarten in Deutschland haben etwas mit einer Erkrankung des Herzens zu tun, warnte Dr. Björn Plicht. Herzinfarkt und Erkrankungen der Herzkranzgefäße gehörten zu klassischen Feldern der Kardiologie, aber auch das Vorhofflimmern, das einen Schlaganfall begünstigen könne. Rauchen und Bluthochdruck seien Risikofaktoren, aber auch ein erhöhter Cholesterinspiegel oder Diabetes. Mit dem Verzicht auf Nikotin, mit gesunder Ernährung und regelmäßiger Bewegung könne man schon sehr viel tun für sein Herz, ebenso mit der fachkundigen Behandlung von Diabetes und Bluthochdruck.

Eine akute Risikosituation aber schaffe ein Herzinfarkt. Frauen mehr noch als Männer scheuten dann den Anruf beim Notarzt, doch das könne ein tödlicher Fehler sein. Wenn typische Alarmzeichen wie der Druck auf der Brust, in die Arme, die Schulter oder den Kiefer ausstrahlende Schmerzen oder auch ein Brennen länger als fünf Minuten anhalten, dann könne es auf jede weitere Minute bis zum Eintreffen des Notarztes und der Ankunft im Krankenhaus ankommen.


Moderne Herzkatheterlabore, wie sie das Knappschaftskrankenhaus und weitere Kliniken in Dortmund vorhalten, können dann in vielen Fällen per Katheteruntersuchung den Gefäßverschluss ermitteln und per Ballon oder Stent beheben.

Dienstag, 5. April 2016

Gesundheitskosten nicht ausufern lassen


Belastungsgrenze bei gesetzlichen Zuzahlungen prüfen

Für Medikamente, Hilfsmittel, Behandlungen in der Physiotherapie, im Krankenhaus, in der Reha-Klinik oder bei häuslicher Krankenpflege werden gesetzliche Krankenversicherte neben ihren monatlichen Beiträgen mit weiteren Zuzahlungen zur Kasse gebeten. Damit diese Gesundheitskosten obendrauf nicht ausufern, gelten nach Einkommen gestaffelte Belastungsgrenzen, die von den Krankenkassen jedoch nicht automatisch berücksichtigt werden. „Versicherte müssen selbst aktiv werden, Belege sammeln und einen Befreiungsantrag bei ihrer Krankenkasse stellen, sobald die Zusatzausgaben für Behandlungen und Medikamenten ihre persönliche Belastungsgrenze übersteigen“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW: „Nicht alle Extrakosten, die Ärzte, Therapeuten, Apotheken oder Sanitätshäuser von den Patienten für ihre Leistungen und Produkte verlangen, gehören allerdings zu den gesetzlich vorgeschriebenen Zuzahlungen.“ Versicherte sollten im Zweifel lieber nachfragen und sich nach günstigeren Alternativen erkundigen. Nachfolgende Hinweise liefern das nötige Rüstzeug, um Zuzahlungsbelastungen zu reduzieren oder sich davon zu befreien:

Zuzahlungskosten kennen: Bei Arzneimitteln auf Rezept müssen Krankenversicherte in der Regel zehn Prozent des Abgabepreises zuzahlen. In der Apotheke dürfen mindestens fünf und höchstens zehn Euro zusätzlich für Medikamente verlangt werden. Stationäre Aufenthalte schlagen mit zehn Euro pro Tag zu Buche. Die Zuzahlungspflicht ist hier in der Regel auf 28 Tage pro Jahr begrenzt. Bei Behandlungen wie Physiotherapie oder Logopädie und bei häuslicher Krankenpflege müssen zehn Prozent der Kosten plus zehn Euro für jede Verordnung extra entrichtet werden.

Belege sammeln: Um eine zu hohe Kostenbelastung nachzuweisen, müssen sich Versicherte sämtliche gesetzlichen Zuzahlungen quittieren lassen und die Belege sammeln. Darin müssen Datum, Vor- und Zuname des Versicherten, die konkrete Leistung, der Zuzahlungsbetrag und die Kontaktdaten des Leistungserbringers enthalten sein.

Belastungsgrenze ermitteln: Hierfür wird das Einkommen der Familienmitglieder im gemeinsamen Haushalt zusammengerechnet. Berechtigte Mitglieder sind verheiratete Paare, eingetragene Lebenspartnerschaften und Stief-, Enkel- oder Pflegekinder. Kinder ab 19 Jahren zählen nur dazu, solange sie familienversichert sind. Für Ehepartner können Freibeträge von 5.229 Euro und für jedes Kind 7.248 Euro vom Bruttoeinkommen der Familie abgezogen werden. Zwei Prozent der Restsumme gilt dann als Belastungsgrenze. Eltern mit zwei Kindern, die über ein Jahreseinkommen von 36.000 Euro verfügen, müssen somit pro Jahr höchstens 325,50 Euro zusätzlich für ihre Gesundheitsversorgung zahlen. Für Familien, die Sozialhilfe beziehen, wird als Einnahme zum Lebensunterhalt einmal der Regelsatz von 4.848 Euro für die Regelbedarfsstufe 1 angesetzt. Zwei Prozent macht hier jährlich eine Zuzahlung von maximal 96,96 Euro aus.

Ausnahme für chronisch Kranke: Für sie gilt eine Belastungsgrenze von einem Prozent der Bruttoeinnahmen. Die reduzierte Zuzahlung gilt für die gesamte Familie. Voraussetzung ist, dass der behandelnde Arzt einem Patienten die chronische Erkrankung bescheinigt. Die niedrige Belastungsgrenze gilt auch bei Pflegestufe 2 oder 3, im Falle eine Behinderung oder einer Erwerbsminderung von mindestens 60 Prozent, falls diese auf einer chronischen Erkrankung basieren.

Zuzahlungsbefreiung jedes Jahr beantragen: Ist die Grenze der Belastung erreicht, können Versicherte einen Antrag zur Zuzahlungsbefreiung mit den Originalbelegen bei ihrer Krankenkasse einreichen. Versicherte erhalten nach positiver Prüfung einen Befreiungsausweis. Betroffene können auch bis zum Jahresende warten und alle Belege nachträglich einreichen. Falls zu viel gezahlt wurde, erstattet die Krankenkasse die überschüssigen Beträge. Auch eine Vorauszahlung ist möglich. Fallen die tatsächlich geleisteten Zuzahlungen niedriger aus, gibt’s keine Rückerstattung. Die Befreiung gilt immer für das Kalenderjahr und muss jährlich neu beantragt werden.

Mehr zu den Zuzahlungsregelungen im Gesundheitswesen gibt’s im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/zuzahlung-befreiung. Eine persönliche Beratung zu rechtlichen Fragen bei der Prüfung einer Befreiung und zu anderen Gesundheitsthemen bietet die Verbraucherzentrale NRW in 21 örtlichen Beratungsstellen an. Kontaktadressen und Kosten unter ww.verbraucherzentrale.nrw/gesundheitsberatung.

Mittwoch, 30. März 2016

Ratgeber: Gesunde Ernährung von Anfang an

Was Babys und Kleinkinder wirklich brauchen

Noch nie war das Angebot an Baby- und Kleinkindnahrung so groß und unübersichtlich wie heute: Neben herkömmlicher Säuglingsmilch gibt es hypoallergene Milch, Fertigmilchbreie und Gläschen in allen erdenklichen Variationen, Babytees, abgepacktes Kinderwasser und sogar spezielle Kindermilch für Zwei- bis Dreijährige. Der Ratgeber „Gesunde Ernährung von Anfang an“ der Verbraucherzentrale entlarvt Werbestrategien der Hersteller und erläutert, welches Essen und welche Getränke Kinder in den ersten Lebensjahren wirklich brauchen.

Der Ratgeber kostet 7,90 Euro und ist in den örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentralen erhältlich. Für zuzüglich 2,50 Euro für Porto und Versand wird er auch nach Hause geliefert. Für 6,49 Euro steht er als E-Book zum Download bereit unter www.vz-ratgeber.de.

Bestellmöglichkeiten:
Online-Shop: www.vz-ratgeber.de, Telefon: 02 11/38 09-555, E-Mail: ratgeber@verbraucherzentrale.nrw, Fax: 02 11 / 38 09-235, Post: Versandservice der Verbraucherzentralen, Himmelgeister Straße 70, 40225 Düsseldorf.

Das komplett überarbeitete Buch liefert wichtige Informationen zum Thema Stillen und erklärt, worauf beim Kauf von Säuglingsmilch, Kindergetränken und Gläschenkost zu achten ist. Behandelt werden auch aktuelle Fragen wie das sogenannte Baby-led weaning (BLW) als Methode der Beikost-Einführung oder rein vegetarische oder vegane Kost für Babys. Hinweise zur Ernährungserziehung finden ebenso Platz wie Empfehlungen zur Allergievorbeugung. Zahlreiche Tipps, Checklisten, Rezeptvorschläge und ein übersichtlicher Ernährungsfahrplan fürs erste Lebensjahr helfen, dem Nachwuchs einen gesunden Start ins Leben zu ermöglichen.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Von A(rzneimittel) bis Z(uzahlung): Das gilt 2016

Wer gesetzlich pflege- und krankenversichert ist, muss 2016 auf ein Jahreseinkommen bis zu 50.850 Beiträge in die Sozialversicherung zahlen. Das entspricht monatlich 4.237,50 Euro. So sieht es die Verordnung für die Sozialversicherungsrechengrößen 2016 vor. Die Verordnung fixiert alle wichtigen Zahlen für die Sozialversicherung im kommenden Jahr.

Wie hoch ist die Belastungsgrenze bei Zahnersatz? Wie viel zahlt die Pflegekasse? Ab welcher Höhe greift die Zuzahlungsbefreiung? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt die traditionelle Übersicht "Von A(rzneimittel) bis Z(uzahlung): Das gilt 2016" - ausführlich online und kompakt zum Download.

Weitere Informationen unter:
http://www.aok-bv.de/zahlen/gesundheitswesen/index_00523.html

Dienstag, 3. Februar 2015

Top Eiweißversorgung aus pflanzlichen Quellen


Für unseren Körper sind Eiweiße einer der wichtigsten Bausteine überhaupt – sei es für den Aufbau von Körpergeweben wie Muskeln und Kollagen, als Grundstoff für die Bildung von Enzymen und Hormonen oder als Bestandteil des Immunsystems. Wir brauchen täglich ausreichende Mengen. Für jedes Kilogramm unseres Körpergewichts sollten wir mindestens 0,8 Gramm Eiweiß rechnen, sonst riskieren wir, dass sich der Körper die benötigten Aminosäurebausteine aus den Muskeln holt. Über tierische Produkte ist die Eiweißversorgung kein Problem. 

Doch immer mehr Menschen wollen nicht täglich auf Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte zurückgreifen. Andere wollen gänzlich auf tierische Lebensmittel verzichten und fortan vegan leben. Das ist kein Problem, denn die Pflanzenwelt bietet gute Eiweißquellen, die – querbeet kombiniert – den Körper ausreichend versorgen. Viele denken bei pflanzlichem Fleischersatz zuerst an Sojaprodukte. Doch auch andere Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen, Kidneybohnen und grüne Erbsen enthalten reichlich Eiweiß. 

Müslis, selbstgebackene Brote oder auch vielerlei Gerichte bekommen durch Nüsse und Samen einen extra Proteinkick. Ebenso tragen Getreide wie Dinkel, Haferkleie, Quinoa und Amaranth maßgeblich zur Eiweißversorgung bei. Wem dies noch nicht genug ist, erweitert seinen Speiseplan mit Pilzen wie Champignons oder Shiitake. 

Wichtig ist jedoch: „Die Mischung macht‘s“. Einzelne pflanzliche Eiweißlieferanten können den Bedarf des Körpers an allen lebenswichtigen Aminosäuren allein nicht decken. Wer alle Quellen abwechslungsreich kombiniert, braucht sich um seine Versorgung wenig Gedanken zu machen.

Einen schnellen Überblick über die wichtigsten Quellen und die enthaltenen Eiweißmengen gibt das Miniposter „Pflanzliche Eiweiß-Booster“, das im Medienshop unter www.fet-ev.eu erhältlich ist.


Redaktion: Dipl.troph. Christine Langer, http://www.fet-ev.eu/

Montag, 2. Februar 2015

Krebs war die zweithäufigste Todesursache

WIESBADEN – 25 % aller im Jahr 2013 in Deutschland verstorbenen Personen
erlagen einem Krebsleiden (bösartige Neubildung). Wie das Statistische
Bundesamt (Destatis) zum Weltkrebstag am 4. Februar 2015 weiter mitteilt,
bleibt Krebs mit 223 842 Sterbefällen nach den Herz-Kreislauferkrankungen die
zweithäufigste Todesursache.

Montag, 27. Oktober 2014

Älter werden in Balance

Durch körperliche Aktivität und Bewegung die Gesundheit und Lebensqualität älterer Menschen in Deutschland fördern und Pflegebedürftigkeit so weit wie möglich hinauszögern - das ist die Zielsetzung des neuen Präventionsprogramms ‚Älter werden in Balance‘ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), das durch den Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) gefördert wird.

Die Lebenserwartung hat sich in den letzten 100 Jahren nahezu verdoppelt. Bis zum Jahr 2050 werden nach Prognosen des Statistischen Bundesamtes ca. 23 Millionen Menschen im Alter über 65 in Deutschland leben. Aber werden die Menschen auch gesund älter?

"Wir wissen, dass ältere Menschen heute selbstbestimmt und selbstständig leben wollen. Sie möchten mobil bleiben, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und ihren Alltag gestalten", erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "Das Programm ‚Älter werden in Balance‘ unterstützt ältere Frauen und Männer in ihrem Bestreben, ein selbstständiges Leben bei guter Lebensqualität bis ins hohe Alter zu führen".

Um Selbstbestimmung, Mobilität und Lebensqualität im Alter zu fördern, hat die BZgA mit Unterstützung durch den Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) das Programm ‚Älter werden in Balance‘ entwickelt. Dazu erklärt Dr. Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbandes: "Die Private Krankenversicherung sichert mit ihren Voll- und Zusatzversicherungen nicht nur das Pflegerisiko ab, sie setzt sich auch dafür ein, dass Pflegebedürftigkeit möglichst gar nicht erst entsteht und die Menschen länger selbständig und ohne fremde Hilfe leben können. Wenn es uns gelingt, die Anzahl gesunder Lebensjahre jedes Einzelnen zu erhöhen, ist das nicht nur gut für die Kostenträger, sondern vor allem für jeden Einzelnen wie auch für unsere gesamte Gesellschaft. Deshalb finanziert die PKV jetzt das neue Programm ‚Älter werden in Balance‘."

Im Fokus des neuen BZgA-Programms steht die Gesundheitsförderung älterer Menschen durch Bewegung. "Die neuere Forschung zeigt, dass Bewegungsaktivitäten auch im fortgeschrittenen Alter einen hohen gesundheitlichen Nutzen haben", erklärt Elisabeth Pott.

"Das Risiko an koronarer Herzkrankheit, Bluthochdruck, Schlaganfall oder Diabetes Typ 2 zu erkranken, kann durch körperliche Aktivität gemindert werden. Aktuelle Studien bestätigen, dass eine Steigerung von Bewegung im Alltag auch positive Effekte hat, wenn bereits Einschränkungen und Krankheiten vorliegen", so Prof. Pott weiter. Aktuelle Daten belegen allerdings, dass sich derzeit etwa 80 Prozent der 60- bis 79-Jährigen nicht ausreichend bewegen.

‚Älter werden in Balance‘ richtet sich an Frauen und Männer ab 65 Jahren. Das Präventionsprogramm verbessert mit gezielten Informationsangeboten das individuelle Gesundheitswissen älterer Menschen und motiviert mit leicht umzusetzenden Anregungen zu mehr Bewegungsaktivität im Alltag.

Als Botschafter des Programms unterstützt Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln mit seiner sportwissenschaftlichen Kompetenz ‚Älter werden in Balance‘.

Darüber hinaus ist Prof. Dr. Andreas Kruse, Gerontologe der Universität Heidelberg, einer der Botschafter des neuen Präventionsprogramms der BZgA. Die Überprüfung der Alltagstauglichkeit der Programminhalte für die Zielgruppe erfolgt in enger Abstimmung mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO).

Auf der Internetseite http://www.aelter-werden-in-balance.de gibt es praktische Tipps und einen Film zum Programm ‚Älter werden in Balance‘. Zum Auftakt des neuen Präventionsprogramms startet die BZgA heute den Fotowettbewerb "Bewegte Momente" auf http://www.aelter-werden-in-balance.de. Gesucht werden Fotos von Menschen über 60 Jahren mit ihren persönlichen Bewegungserlebnissen.

Informationen zum BZgA-Programm ‚Älter werden in Balance‘ und dem Fotowettbewerb finden Sie unter http://www.aelter-werden-in-balance.de. Dort ist auch der Film zum Programm zu sehen.

Unter dem Link http://www.aelter-werden-in-balance.de/presse.html stehen rechtefreie Fotos zum Programm ‚Älter werden in Balance‘ zur Verfügung

Die Broschüre "Alltag in Bewegung" können Sie unter http://www.bzga.de/infomaterialien/gesundheit-aelterer-menschen bestellen.

Samstag, 25. Oktober 2014

Zufriedenheit statt Schlankheitswahn

Körperzufriedenheit für jede Frau ist das Ziel des neuen Online-Programms everyBody, das Wissenschaftler des Instituts für Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Dresden gemeinsam mit der Stanford School of Medicine entwickelt haben. Erstmals ist es jetzt kostenlos für Frauen jeden Alters, jeden Gewichts und jeder Herkunft zugänglich.

„Viele Frauen sind unzufrieden mit ihrer Figur oder ihrem Gewicht und probieren immer wieder Diäten aus, die langfristig wirkungslos bleiben“, sagt Studienkoordinatorin Dr. Ina Beintner. „Ein Zuviel an Beschäftigung mit dem eigenen Aussehen und Essverhalten schadet dem Selbstbewusstsein und hindert Frauen jeden Alters daran, ihr Leben zu genießen und private und berufliche Ziele zu erreichen.“ Hier kann everyBody helfen. Es ist kostenlos und wird wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es den Teilnehmerinnen Selbstbewusstsein und ein gutes Körpergefühl zu vermitteln, unabhängig von Figur und Gewicht.

 Das Programm unterstützt die Frauen bei einem ausgewogenen Essverhalten und setzt sich intensiv mit den vorherrschenden Schönheitsidealen unserer Kultur auseinander.

Jede Interessentin bearbeitet zunächst anonym einen Online-Fragebogen. Anhand der Angaben, die sie dort macht, wird everyBody an die jeweilige Situation der Frau angepasst. Dabei werden die Themen ausgewählt, die für die Teilnehmerin besonders relevant sind. Das Programm besteht aus vier bis zwölf Sitzungen. Jede Woche wird eine neue Sitzung mit neuen Themen freigeschaltet. Frauen, bei denen sich im Online-Fragebogen Hinweise auf eine behandlungsbedürftige Essstörung ergeben, erhalten auf Wunsch eine telefonische Beratung zu Therapiemöglichkeiten.

everyBody ist neuartig, stützt sich aber auf die Erfahrungen wissenschaftlich erprobter früherer Programmversionen. Das Online-Präventionsprogramms StudentBodies gegen Essstörungen hat sich in mehreren wissenschaftlichen Studien mit unterschiedlichen Zielgruppen als sehr wirksam erwiesen. Viele Teilnehmerinnen konnten Figur- und Gewichtssorgen sowie ungünstiges Essverhalten deutlich reduzieren.

Weitere Informationen, eine Probesitzung sowie den Link zum Online-Fragebogen gibt es auf www.everybody-online.de .

Bei großer Nachfrage kann es gegebenenfalls zu Wartezeiten kommen.

Professur für Essstörungen http://www.essstoerungen.tu-dresden.de

Quelle/Text/Redaktion: http://tu-dresden.de


Schutz vor Ebola

Die Ebola-Epidemie in Westafrika breitet sich immer weiter aus, Mitte Oktober sprach die Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell bereits von über 4.000 Toten. Auch hierzulande wächst die Angst, sich anzustecken – nicht erst seit der ersten Infektion in Spanien. Besorgt sind vor allem jene, die aus beruflichen Gründen ins Ausland reisen. TÜV Rheinland bietet Unternehmen deshalb eine umfassende arbeitsmedizinische Vorsorge und reisemedizinische Beratung bei beruflichen Auslandsaufenthalten. Im Falle von Ebola informieren die Expertinnen und Experten auf einer eigenen Website www.tuv.com/ebola über Ansteckungsgefahr, Risiken und Gesundheitsschutz auf Dienstreisen.

Übertragung durch direkten Körperkontakt


„Das Auswärtige Amt rät angesichts der aktuellen Lage dringend von Reisen nach Guinea, Liberia und Sierra Leone ab und ruft zur Ausreise auf. Ausgenommen davon ist dringend benötigtes medizinisches und humanitäres Personal im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Ebola-Epidemie“, erklärt Dr. Wiete Schramm, Fachärztin für Arbeitsmedizin bei TÜV Rheinland. „Die Betriebsärzte von TÜV Rheinland führen die arbeitsmedizinische Vorsorge für Beschäftigte mit beruflichen Tätigkeiten im Ausland mit besonderen klimatischen Belastungen und Infektionsgefährdungen durch“, sagt sie.


Die Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch erfolgt durch den direkten Körperkontakt mit an Ebolafieber erkrankten oder verstorbenen Menschen oder durch den Kontakt mit deren Blut oder anderen Körperflüssigkeiten. Es gibt bisher keine Hinweise auf eine Übertragung von Filoviren auf den Menschen durch die Atemluft. Eine Weitergabe der Infektion während der Inkubationszeit wurde bislang nicht beschrieben. „Das Übertragungsrisiko ist in der Spätphase der Erkrankung am größten, wenn die Viruslast am höchsten ist“, erklärt Dr. Wiete Schramm. Die Ansteckung erfolgt häufig über Kontakt zu den Körpern Verstorbener, beispielsweise bei Beerdigungsritualen.

Weitere Informationen bei TÜV Rheinland auf www.tuv.com/ebola im Internet.

Freitag, 24. Oktober 2014

Neuer Cholesterinsenker getestet

Die heterozygote familiäre Hypercholesterinämie (HeFH) ist eine der häufigsten erblichen Krankheiten. Bei den Betroffenen ist der Cholesterinspiegel erhöht und sie leiden an Arterienverkalkung. Hoffnung macht eine neue Methode: sogenannte PCSK9-Hemmer. Ein Wirkstoff (Evolocumab) wurde im Rahmen einer Klinischen Studie getestet. Die Studienergebnisse wurden jetzt im renommierten Wissenschaftsjournal „The Lancet“ veröffentlicht. Eine Mitautorin ist Prof. Dr. Ioanna Gouni-Berthold vom Zentrum für Endokrinologie, Diabetologie und Präventivmedizin (ZEDP) der Uniklinik Köln.

Foto: Uniklinik Köln/MFK
In der Studie wurden 300 Patienten mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie untersucht, die bereits mit herkömmlichen Cholesterinsenkern (Statinen) behandelt wurden. Trotz dieser Vorbehandlung war ihre mittlere LDL-Cholesterinkonzentration zu Beginn der Studie noch deutlich erhöht. LDL – das Low Density Lipoprotein – wird gemeinhin als das „schlechte“ Cholesterin bezeichnet. Studien zeigen immer wieder einen Zusammenhang zwischen erhöhtem LDL-Cholesterin im Blut und der Entstehung von Arteriosklerose oder koronaren Herzkrankheiten.
Prof. Gouni-Berthold zu den Ergebnissen: „Die Behandlung mit dem PCSK9-Antikörper führte zu einer weiteren etwa 60-prozentigen Reduktion des LDL-Cholesterins über die Statinwirkung hinaus. Hinsichtlich der Sicherheit und Verträglichkeit haben wir beobachtet, dass sich die behandlungsassoziierten Nebenwirkungen nicht signifikant von denen in der Placebogruppe unterschieden haben.“

Die entscheidende Wirkung des PCSK9 ist die Zerstörung des LDL-Rezeptors in der Leber. Der LDL-Rezeptor bindet das zirkulierende LDL-Cholesterin im Blut, der Komplex geht in die Leberzelle hinein und löst sich dort auf. Der LDL-Rezeptor findet seinen Weg zurück zur Zelloberfläche, um weiteres LDL-Cholesterin zu binden und aus dem Blut zu entfernen. So wird das LDL-Cholesterin abgebaut. Dieser Vorgang wiederholt sich alle zehn Minuten und wird unterbunden, wenn die Konzentration des PCSK9 hoch ist, da PCSK9 an den Rezeptor bindet und ihn einem Abbau in der Leberzelle zuführt. Da der LDL-Rezeptor für die Entfernung des LDL-Cholesterins aus der Blutzirkulation verantwortlich ist, führt ein Mangel an LDL-Rezeptoren zu erhöhten LDL-Cholesterinkonzentrationen und langfristig zu Atherosklerose und damit zu einem erhöhten Herzinfarktrisiko. Diese Entdeckungen haben zur Entwicklung von Methoden geführt, welche die Funktion des PCSK9 hemmen. Die am weitesten entwickelte Methode ist die Verwendung von monoklonalen Antikörpern gegen PCSK9.

Diese neuen Arzneimittel, die alle zwei Wochen oder monatlich subkutan gespritzt werden müssen, binden an PCSK9. Sie reduzieren so seine Konzentration und Funktion und erhöhen die Lebensdauer des LDL-Rezeptors und verringern so die Konzentration von LDL-Cholesterin im Blut.

Prof. Dr. Wilhelm Krone, Medizinische Leitung des Zentrums für Endokrinologie, Diabetologie und Präventivmedizin (ZEDP) der Uniklinik Köln teilt die Zuversicht: „Die Absenkung des LDL-Cholesterins durch Statine hat klar bewiesen, dass die Sterblichkeit sowie Herzinfarkt- und Schlaganfallrate gesenkt wird. Dennoch können viele Patienten, insbesondere diejenigen mit einem hohen kardiovaskulären Risiko, mit einer schweren Hypercholesterinämie oder mit einer Statinintoleranz häufig nicht die optimalen LDL-Zielwerte erreichen. Diese neue Klasse von Arzneimitteln scheint sehr vielversprechend für die Behandlung dieser Patientengruppen zu sein. Zusammenfassend sehe ich dieses neue Therapieprinzip als einen Durchbruch für die Behandlung der Hypercholesterinämie.“

Wie Prof. Gouni-Berthold jedoch betont, liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Studien mit PCSK9-Antikörpern vor, die eine Senkung der Sterblichkeit und der kardiovaskulären Ereignisrate belegen – sogenannte Endpunktstudien. „An einer solchen Studie sind wir auch beteiligt – sie läuft aktuell. Die Ergebnisse hieraus werden wir aber frühestens in 2018 präsentieren können“, so die Wissenschaftlerin.

Originalarbeit:

PCSK9 inhibitionwithevolocumab (AMG 145) in heterozygous familial hypercholesterolaemia (RUTHERFORD-2): a randomised, double-blind, placebo-controlledtrial, Prof Frederick J RaalPhD,Prof Evan A Stein PhD,RobertDufourMD,Traci Turner MD,FernandoCiveiraMD,Prof Lesley Burgess MB,GisleLangsletMD,Prof Russell Scott MD,Prof Anders G Olsson MD,David Sullivan MD,G Kees HovinghMD,BertrandCariouMD,IoannaGouni-Berthold MD,RansiSomaratneMD,Ian Bridges MSc,Rob Scott MD,Scott M Wasserman MD,Prof Daniel GaudetMD,forthe RUTHERFORD-2 Investigators, The Lancet - 2 October 2014, DOI: 10.1016/S0140-6736(14)61399-4

Quelle/Text/Redaktion: www.uk-koeln.de

Schutzmöglichkeiten gegen Grippe nutzen

Die Grippewelle in der Saison 2013/2014 begann spät und endete früh. Die Zahl der zusätzlichen Arztbesuche während der Influenzawelle 2013/2014 wird auf 780.000 geschätzt. Das sind Daten aus dem neuen Bericht zur Influenzasaison 2013/2014. Mit 780.000 ist die Zahl der Influenza-bedingten Arztbesuche historisch gering und beträgt nur ein Zehntel des Wertes der außergewöhnlich starken Saison 2012/2013. Diese Stärkeschwankungen im Zwei-Jahres-Rhythmus wurden auch schon häufig in der Vergangenheit beobachtet und mahnen zur Vorsicht für die kommende Saison. „Um das individuelle Erkrankungsrisiko zu senken, sollten alle Schutzmöglichkeiten gegen Grippe genutzt werden“, betont Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI).

Die wichtigste Schutzmaßnahme ist die Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeschutzimpfung Menschen ab 60 Jahre, Personen mit Grundkrankheiten wie Diabetes oder Asthma, Schwangeren, medizinischem Personal und Betreuern von Risikopatienten. Die Influenza-Impfquoten sind in allen Gruppen zu niedrig. So zeigt eine Befragung von Schwangeren, die vom Bundesministerium für Gesundheit finanziert wurde und im Influenzabericht erläutert wird, dass in der Saison 2012/2013 nur 23,2% der Schwangeren geimpft waren. Dreißig Prozent der Schwangeren wussten nicht, dass sie sich gegen Influenza impfen lassen sollten. Die am häufigsten genannten Gründe gegen eine Impfung waren fehlendes Vertrauen in die Impfung und eine niedrige Risikowahrnehmung.

„Während der Schwangerschaft ist die Immunabwehr weniger aktiv, sodass schwangere Frauen anfälliger für Infektionen sind und das Risiko für schwere Verläufe der Grippe steigt. Die Grippeimpfung der werdenden Mutter schützt auch das Kind nach der Geburt“, so Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Im Rahmen der gemeinsamen Aufklärungskampagne von BZgA und RKI „Wir kommen der Grippe zuvor“ werden Informationen für die gezielte Aufklärungsarbeit der Risikogruppen über die wichtigen Multiplikatorengruppen – wie impfende Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken sowie Alten- und Pflegeheime – bereitgestellt. Die Materialien zur Grippeschutzimpfung für Schwangere, Personen ab 60 Jahre, chronisch Kranke und medizinisches Personal sind kostenlos bei der BZgA bestellbar.

Der beste Zeitraum für die Grippeschutzimpfung ist Oktober und November. Die saisonalen Impfstoffe setzen sich jedes Jahr aus Bestandteilen der aktuell weltweit zirkulierenden Virustypen zusammen. „Der Impfstoff für die Saison 2014/2015 ist in seiner Zusammensetzung unverändert gegenüber der Vorsaison“, sagt Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). Eine erneute Impfung ist aber trotzdem empfehlenswert, da die Schutzwirkung vermutlich nur eine Saison anhält und von vielen Faktoren abhängt. Nach der Impfung ist der Impfschutz in 10 bis 14 Tagen aufgebaut. Das PEI konnte bislang gut 15 Millionen Impfstoffdosen freigeben. Die Chargenfreigabe durch das PEI konnte aufgrund der unveränderten Zusammensetzung der Impfstoffe dieses Jahr früh beginnen und ist weit fortgeschritten.

Auch in diesem Jahr steht eine große Bandbreite von Influenza-Impfstoffen zur Verfügung: neben den seit Jahren zugelassenen trivalenten Inaktivat-Impfstoffen und dem Impfstoff für Personen über 65 mit Wirkverstärker gibt es in dieser Saison zwei tetravalente Impfstoffe. Bei einem dieser Impfstoffe handelt es sich um den als Nasenspray anzuwendenden Impfstoff für Kinder/Jugendliche von drei bis 17 Jahren. Weiterhin gibt es einen Zellkultur-Impfstoff (Hühnereiweißallergiker) und zwei intradermale Impfstoffe. Eine Übersicht dieser Impfstoffe, in der auch die Altersangaben aufgeführt sind, steht auf den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Instituts zur Verfügung (www.pei.de/influenza-impfstoffe).

Die Wirksamkeit der Grippeimpfung hängt von vielen Faktoren ab und unterscheidet sich von Jahr zu Jahr. Dies beruht unter anderem darauf, inwiefern die im Impfstoff enthaltenen Virusvarianten den tatsächlich zirkulierenden Grippeviren entsprechen. Diese Informationen finden sich in der neuen Kurzinformation zur „Sicherheit und Wirksamkeit der Grippeschutzimpfung“, die unter www.impfen-info.de/grippeinfos zum Download zur Verfügung steht und die Bürgerinnen und Bürgern bei einer informierten Entscheidung unterstützen soll. Auch das Alter beeinflusst die Wirksamkeit.

Bei älteren Erwachsenen sind bis zu zwei Drittel der Geimpften nach einer Impfung geschützt. Durch die jährliche Grippeschutzimpfung treten also weniger schwere Grippeerkrankungen und Folgeerkrankungen (z.B. Lungenentzündungen) auf und das individuelle Erkrankungsrisiko wird verringert. Personen ab 60 Jahre sowie Menschen mit verschiedenen Grunderkrankungen sollten bei der Grippeimpfung auch den Impfschutz gegen Pneumokokken überprüfen lassen: Pneumokokken sind häufig Erreger von bakteriell verursachten Lungenentzündungen.

In Alten- und Pflegeheimen kommt es immer wieder zu Influenzaerkrankungen und -Ausbrüchen. Ein Kapitel des Influenza-Berichts stellt Erfahrungen mit dem Management von Influenza-Ausbrüchen in Alten- und Pflegeheimen vor. Eine Empfehlung ist die Erhöhung der Influenzaimpfquoten bei Pflegepersonal und Bewohnern. Aber im Falle eines Ausbruchs sollten – unabhängig vom Impfstatus – zusätzlich alle infektionshygienischen Maßnahmen, Verhaltensregeln und auch die Gabe antiviraler Arzneimittel erwogen werden, um möglichst viele Erkrankungen zu vermeiden.

Die BZgA informiert unter www.infektionsschutz.de im „Erregersteckbrief“ zur Grippe neben der Impfung auch über Hygienemaßnahmen für die Bevölkerung: Gründliches Händewaschen und das Abstandhalten zu niesenden oder hustenden Personen sind wichtige Verhaltensmaßnahmen zum Grippeschutz. Wenn möglich sollte enger Kontakt zu Erkrankten vermieden werden. Die ausführlichen Informationen der BZgA zur Schutzimpfung sind unter www.impfen-info.de/grippe abrufbar.

Quelle/Text/Redaktion: Gemeinsame Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, des Paul-Ehrlich-Instituts und der Arbeitsgemeinschaft Influenza

Samstag, 18. Oktober 2014

Pflege betrifft schon jetzt drei Viertel der Deutschen

Der Bundestag hat am 17. Oktober 2014 die Pflegereform beschlossen - das hat für die große Mehrheit der Deutschen unmittelbar Bedeutung. Denn mit dem Thema Pflege haben rund drei Viertel der Deutschen direkt oder indirekt zu tun - nur gut jeder Vierte (27 Prozent) ist damit in den letzten fünf Jahren gar nicht in Berührung gekommen. Das zeigt der aktuelle Meinungspuls der Techniker Krankenkasse (TK).

Mehr als jeder Zweite (56 Prozent) hat Pflegebedürftige oder Pflegende in seinem privaten Umfeld. Zwei von zehn Befragten (22 Prozent) kümmern sich sogar selbst regelmäßig um nahestehende Pflegebedürftige, die in einem Heim leben, und jeder Sechste (16 Prozent) pflegt jemanden bei sich Zuhause oder hat dies in den vergangenen fünf Jahren getan.

Pflege zu Hause? Nicht nur Einkommen und Wohnort spielen eine Rolle


Ob sich jemand innerhalb oder außerhalb der eigenen vier Wände um einen Pflegebedürftigen kümmert, korreliert dabei mit mehreren Faktoren. Zum einen spielt das Geschlecht eine Rolle: Wenn es darum geht, innerhalb des eigenen Haushalts einen Nahestehenden zu pflegen, dann übernehmen überwiegend Frauen diese Aufgabe. Hier stehen 19 Prozent bei den Frauen 14 Prozent bei den Männern gegenüber.

Generell sind es mit zunehmendem Alter insgesamt deutlich mehr, die direkt in die Pflege oder regelmäßige Betreuung von Nahestehenden involviert sind. Ab Mitte 40 besucht und unterstützt mindestens jeder Vierte regelmäßig Pflegebedürftige - in den meisten Fällen vermutlich die eigenen Eltern. Ab Mitte 60 steigt der Wert derer, die im eigenen Haus Angehörige pflegen, auf 27 Prozent - dann wohl überwiegend den eigenen Partner.

Und auch das Einkommen spielt eine Rolle: Je geringer das Einkommen,
desto eher wird zuhause gepflegt. Bei den Geringverdienenden sind es 21 Prozent, die einen Nahestehenden in den eigenen vier Wänden pflegen, von den Gutverdienenden tun dies lediglich neun Prozent. Zudem ist die Pflege zuhause in ländlichen Regionen mit 18 Prozent stärker verbreitet als in Großstädten mit elf Prozent.

Hintergrund

Der Bundestag berät heute abschließend das Erste Pflegestärkungsgesetz, das zum 1. Januar 2015 in Kraft treten soll. Das Gesetz ist im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig, wird im November in der Länderkammer aber noch einmal beraten.
Kernpunkte sind eine Leistungsausweitung in der Pflegeversicherung um vier Prozent, mehr Betreuungskräfte in Pflegeheimen und die Einrichtung eines Pflegevorsorgefonds. Zahlreiche Verbesserungen im Bereich der häuslichen Pflege sollen zudem pflegende Angehörige entlasten.

Freitag, 1. August 2014

Mehr stationäre Hautkrebsbehandlungen

Die Zahl der Hautkrebsbehandlungen im Krankenhaus ist zwischen 2007 und 2012 um 23,4 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ist dies die größte Zuwachsrate unter allen Krebsbehandlungen im Krankenhaus. Im Jahr 2012 wurden insgesamt 91 900 Patientinnen und Patienten mit dieser Erkrankung stationär versorgt. Dabei war bei Männern (55,3 %) eine Krankenhausbehandlung häufiger notwendig als bei Frauen (44,7 %).

Rund ein Viertel (26,6 %) musste sich wegen eines bösartigen Melanoms, dem sogenannten „schwarzen“ Hautkrebs, in stationäre Behandlung begeben. Knapp drei Viertel (73,4 %) wurden aufgrund des sogenannten „hellen“ Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Stachelzellkarzinom) behandelt. „Schwarzer“ Hautkrebs trat bei Männern vor allem am Körperrumpf (4 800 Fälle) auf, bei Frauen vor allem an den unteren Extremitäten sowie der Hüfte (4 200 Fälle). Vom „hellen“ Hautkrebs sind sowohl bei Frauen als auch bei Männern besonders Körperregionen betroffen, die verstärkt dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, wie zum Beispiel spezifische Teile des Gesichts, der Kopfhaut, des Halses und der Ohren.

Operative Eingriffe bei den Hautkrebspatientinnen und -patienten umfassten in erster Linie das ausgedehnte Entfernen des erkrankten Haut- und Tumorgewebes (65 300 Maßnahmen), Transplantationen in Form eines Hautlappenersatzes an der Haut und Unterhaut (48 500 Maßnahmen) sowie einer vorübergehenden Weichteildeckung (18 700 Maßnahmen). Im Schnitt dauerte der Krankenhausaufenthalt der Hautkrebspatientinnen und -patienten 5,2 Tage.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden im Krankenhaus sehr selten wegen Hautkrebs behandelt. Drei Viertel der Patientinnen und Patienten waren 65 Jahre und älter. Als Hauptursache für die Entstehung von Hautkrebs gelten vor allem zu viel UV-Licht der Sonne und erbliche Veranlagungen.

Weitere Informationen aus der Krankenhausstatistik finden sich auf den Internetseiten des Statistischen Bundesamtes.

Quelle/Text: Statistisches Bundesamt, www.destatis.de


Mittwoch, 23. Juli 2014

Krankenkassen bieten Online-Beratung für Pflegende

Drei der größten deutschen Pflegekassen bieten seit Kurzem eine Beratung pflegender Angehöriger via Internet an. Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK), der BARMER GEK und der DAK-Gesundheit können kostenlos, anonym und datensicher psychologisch gestützte Hilfe und Begleitung bei seelischen Belastungen in der Pflege von Angehörigen bekommen.

Das Portal www.pflegen-und-leben.de soll den Umgang mit schwierigen Situationen in der alltäglichen Pflege erleichtern. So gibt es Hinweise zu den häufigsten seelischen Belastungen im Pflegealltag. Tipps, wie pflegende Angehörige sich die Kraft und Energie für ihren Alltag erhalten können, werden ergänzt durch entspannende Übungen zum Anhören. Darüber hinaus können die Angehörigen von Pflegebedürftigen direkt Rat bei besonders geschulten Psychologinnen und Psychologen suchen. In einem schriftlichen Austausch helfen die Experten, einen angemessenen Umgang mit belastenden Situationen zu finden.

Wer das neue Angebot nutzen möchte, gelangt auch über die Internetseiten seiner Kranken- bzw. Pflegekasse auf das Portal. Dort genügt es, ein Postfach einzurichten. Wann immer es zeitlich passt, können die Ratsuchenden ihre Sorgen und Nöte beschreiben. Allein die Chance, belastende Dinge aufzuschreiben statt sie aussprechen zu müssen, sei für viele Menschen sehr erleichternd, so die Macher des Portals von der gemeinnützigen Berliner Catania GmbH. Wer möchte, kann sich bis zu einem halben Jahr persönlich beraten lassen. Die Antworten der Psychologinnen und Psychologen kommen innerhalb weniger Werktage. Die Techniker Krankenkasse, die BARMER GEK und die DAK-Gesundheit versichern insgesamt rund 23,8 Millionen Menschen.

Text/Quelle: TK-Pressestelle
Stand: 30.6.2014

Dienstag, 22. Juli 2014

Männer bekommen 50 Prozent mehr Herz-Kreislauf-Medikamente

111 Tagesdosen - das ist die aktuelle Dosis an Herz-Kreislauf-Medikamenten, die Männer im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 65 Jahren durchschnittlich pro Kopf und Jahr verschrieben bekommen. Und das sind fast 50 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Wie der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, erhielten männliche Erwerbspersonen 2013 statistisch gesehen genug Pillen für Herz- und Kreislauf, um das Medikament an 111 Tagen - also fast vier Monate des Jahres -  in der empfohlenen Dosis einzunehmen.

Gudrun Ahlers, bei der TK verantwortlich für den Gesundheitsreport: "Das Arzneimittelvolumen bei Männern ist dramatisch gestiegen. Einschließlich aller anderen Medikamente erhielten männliche Erwerbspersonen, dazu gehören sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und ALG-I-Empfänger, sogar  237 Tagesdosen. Die Herz-Kreislaufmedikamente, darunter vor allem Blutdrucksenker machen also fast die Hälfte aller Medikamente aus, die Männer verschrieben bekommen."

Zum Vergleich: bei Frauen entfallen nur 26 Prozent der 235 verschriebenen Tagesdosen auf die Pumpe. "Lange Zeit lag das Arzneimittelvolumen bei Frauen höher", erklärt die TK-Expertin. "In den letzten drei Jahren waren beide Geschlechter nahezu gleichauf. Inzwischen liegen die Männer jedoch vorn.

Text/Quelle: TK-Pressestelle
Stand: 2.7.2014


Montag, 21. Juli 2014

Ein Leben ohne Stottern: Erstmals per Online-Therapie

Bruce Willis kennt ihn, Julia Roberts und Rowan Atkinson alias "Mr. Bean": den inneren Kampf gegen den Buchstaben, der das Sprechen blockiert. Sie alle stotterten. Fünf von hundert Kindern sind davon betroffen, meist bis zur Pubertät. Aber auch einer von hundert Erwachsenen stottert. Erstmals können Betroffene der Sprachblockade jetzt mit einer reinen Online-Therapie zu Leibe rücken. Das Programm hat die Techniker Krankenkasse (TK) gemeinsam mit dem Institut der Kasseler Stottertherapie entwickelt.

Und so funktioniert's: Über ein Jahr lang treffen sich die Betroffenen mit ihrem Therapeuten über die Plattform Freach in einer virtuellen Sprechstunde - mal allein, meist gemeinsam mit drei anderen Stotterpatienten. Zu Beginn trainieren sie täglich drei bis sechs Stunden. Nach und nach reduziert sich der Zeitaufwand auf ein bis drei Stunden pro Woche. Ein computergestütztes Programm hilft zudem beim Üben außerhalb der Therapiestunden.

Und die Mühe lohnt sich: "Nach unserer Therapie können die meisten Teilnehmer flüssig sprechen", sagt Dr. Alexander Wolff von Gudenberg. "Betroffene, die zuvor in vielen Situationen kaum ein Wort stotterfrei über die Lippen brachten, halten Vorträge, führen erfolgreich Verkaufsgespräche oder sprechen problemlos fremde Menschen an", so der Gründer der Kasseler Stottertherapie. Er ist selbst betroffen und hat einen wahren Therapiemarathon hinter sich. Auf Basis dieser persönlichen Erfahrungen hat der Facharzt für Allgemeinmedizin, Stimm- und Sprachstörungen das Konzept entwickelt.

"Die Teletherapie wendet sich an Stotternde ab 13 Jahren im gesamten Bundesgebiet - teilnehmen können sie bequem von zuhause aus", sagt Mandy Kettlitz, die das Projekt bei der TK betreut. Vor dem Start der Onlinetherapie müssen sie sich lediglich einmal persönlich beim Institut der Kasseler Stottertherapie vorstellen, um zu überprüfen, ob das Programm für sie geeignet ist. Die nächsten Termine sind der 30. Juli und der 20. August 2014. Mehr Informationen zu dem Projekt gibt es unter www.teletherapie-stottern.de.

Zum Hintergrund

Wie das Stottern entsteht, ist noch nicht vollständig geklärt - es gibt Hinweise auf neurologische und genetische Einflüsse. Außerdem können Stress und belastende Erfahrungen dazu beitragen, Stottern auszulösen oder zu verschlimmern. Die Sprachstörung gilt als nicht heilbar - dennoch gibt es Hilfe: Als besonders wirksam, selbst bei schwer stotternden Menschen, hat sich die Kasseler Stottertherapie erwiesen. Das Erfolgsrezept: eine speziell entwickelte Sprechtechnik, individuelles Feedback und Hilfe beim Überwinden von psychosozialen Belastungen und Sprechängsten.

Ein Video-Interview mit dem Gründer und ärztlichen Leiter des Instituts der Kasseler Stottertherapie, Dr. Alexander Wolff von Gudenberg, gibt es unter www.youtube.com/tkpresse.

Text/Quelle: TK-Pressestelle
Stand: 1.7.2014

40 Millionen Fehltage gehen aufs Kreuz

Deutschland hat "Rücken". Obwohl in den Betrieben immer mehr Abläufe automatisiert werden und immer mehr Menschen an Schreibtischen arbeiten, geht fast jeder zehnte Krankschreibungstag in Deutschland auf den Rücken. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) heute in Berlin vorstellte. Durchschnittlich war jede TK-versicherte Erwerbsperson - dazu gehören sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I - 2013 1,4 Tage wegen Rückenbeschwerden arbeitsunfähig. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung ergeben sich rund 40 Millionen Fehltage bundesweit.

Die hohen Fehlzeiten resultieren aus der großen Zahl der Betroffenen und einer sehr langen Erkrankungsdauer der Patienten: Statistisch gesehen war jede zwölfte Erwerbsperson 2013  wegen "Rücken" arbeitsunfähig. Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK: "Eine Krankschreibung aufgrund von Rückenbeschwerden dauert im Schnitt 17,5 Tage und damit fünf Tage länger als eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit. Für einen mittelständischen Betrieb mit 60 Beschäftigten bedeutet das, dass jedes Jahr fünf Mitarbeiter zweieinhalb Wochen ausfallen und der Unternehmer drei Monatsgehälter auf das Konto "Rücken" überweist."

Betroffen sind laut TK erwartungsgemäß Berufe, in denen schwer körperlich gearbeitet wird, wie die Berufe in der Ver- und Entsorgung (5,1 Fehltage pro Kopf aufgrund von Rückenbeschwerden), im Tiefbau (4,7 Tage) und in der Altenpflege (4,1 Tage). Aber auch durch einseitige und mangelnde Bewegung können Rückenbeschwerden entstehen wie zum Beispiel bei den Berufskraftfahrern, die es mit 4,3 Rückenfehltagen nicht nur überdurchschnittlich im Kreuz haben, sondern auch insgesamt zu den Berufen mit den höchsten Fehlzeiten gehören.

Laut TK-Gesundheitsreport nehmen Rückenbeschwerden im Laufe des Erwerbslebens deutlich zu. Dr. Thomas Grobe vom Aqua-Institut, das für die TK die Daten ausgewertet hat: "Die durchschnittlichen Fehlzeiten steigen bei Männern zwischen 15 und 64 Jahren um den Faktor zehn und bei Frauen um den Faktor 8,6."

Angesichts dessen, dass das Durchschnittsalter in den Betrieben deutlich steigt, betonte die TK, wie wichtig Investitionen in betriebliches und individuelles Gesundheitsmanagement sind. "Hier sind Arbeitgeber, Krankenkassen und die Betroffenen gleichermaßen gefordert. Es geht darum, Arbeit gesünder zu gestalten, aber auch um einen insgesamt gesünderen Lebensstil, der auch nach Feierabend gelebt wird", so der TK-Chef.

Rückenbeschwerden hätten in den allermeisten Fällen nicht nur eine Ursache. Meist kommen mehrere Faktoren wie Bewegungsmangel, einseitige Belastung und Stress zusammen. Vielen sitzt der Stress buchstäblich im Nacken, so dass es zu Verspannungen und Rückenschmerzen kommt. Die persönliche Konstitution und Lebenssituation spiele hier eine große Rolle. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der TK zeigt, dass drei von vier Beschäftigten mit hohem Stresslevel auch Rückenbeschwerden haben.

Die TK möchte aber nicht nur die Prävention, sondern auch  die medizinische Versorgung erkrankter Patienten verbessern: "Die Daten zeigen uns, in welchen Regionen unsere Angebote besonders gebraucht werden.  Wie zum Beispiel das Modellprojekt "Zweitmeinung Rücken", das Patienten vor einer eventuellen Rücken-OP berät", erklärt Klaus Rupp, Leiter des Versorgungsmanagements bei der TK. "In 80 Prozent der Fälle wurde den Patienten von der OP als Behandlungsmethode abgeraten, so dass in vielen Fällen langwierige Klinikaufenthalte vermieden werden konnten."

Erstmals hat die TK Krankschreibungen und Rückenbeschwerden auch auf lokaler Ebene ausgewertet. Danach haben vor allem Erwerbspersonen im Kreis Wittmund in Ostfriesland (2,9 Tage), im Landkreis Mansfeld Südharz (2,9 Tage), im  thüringischen Nordhausen (2,9 Tage)  und in Herne (2,4 Tage) "Rücken". Einen besonders starken Rücken haben dagegen die TK-Versicherten in  Starnberg (0,5 Tage), im Landkreis München (0,7 Tage) sowie in Aschaffenburg und Dresden mit jeweils nur 0,8 rückenbedingten Fehltagen im Jahr.

Text/Quelle: TK-Pressestelle
Stand: 17.6.2014

Zeichen gegen Mobbing

"Mach dich stark und andere auch. Mit deinem Video für mehr Respekt". Unter diesem Motto ist jetzt 361 Grad Respekt - Der Jugendwettbewerb auf YouTube gegen Ausgrenzung gestartet. Unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und unterstützt von prominenten Paten ruft der Wettbewerb auf, sich aktiv mit den Themen Ausgrenzung und Mobbing auseinanderzusetzen. Ziel der Aktion ist es, dass Menschen aus allen Teilen der Bevölkerung sowie aus Politik, Wirtschaft und Entertainment mit ihrem Video ein Zeichen gegen Mobbing setzen.

Videocamps geben Impuls: Filme von Jugendlichen rufen Deutschland zum Mitmachen auf Jugendliche produzieren unter professioneller Anleitung die ersten Spots der Aktion. Von der Recherche über die Ideenentwicklung bis hin zur Produktion werden sie von geschulten Medienpädagogen begleitet. Die Impuls-Spots werden circa eine Woche nach den Workshops auf dem offiziellen Kampagnen Kanal auf YouTube unter youtube.de/361grad präsentiert. Den Start macht ein Video von Schülern aus Gera - es folgen bis Ende September die Städte Berlin, Mainz, Köln, München und Rostock. Glasperlenspiel, Joko Winterscheidt, Peter Lohmeyer, Tine Wittler, Maxim, Hagen Stoll sowie die YouTube-Stars Y-Titty, LeFloid, daaruum und ApeCrime (Video ab 16 Uhr auf YouTube.com/ApeCrimeTV) rufen zum Mitmachen bei der Kampagne auf.


Videos gegen Mobbing

Nach der Präsentation der Spots antwortet Deutschland: Jeder kann mitmachen und eine eigene Videobotschaft oder ein Videostatement auf die 361-Grad-Plattform stellen und damit ein öffentliches Zeichen gegen Mobbing setzen. Dabei ist der Kreativität keine Grenze gesetzt: Ob Zuhause mit der Webcam oder unterwegs mit dem Handy, gemeinsam mit Freunden, der Familie oder Kollegen - nahezu jeder ist heute in der Lage ein kurzes Video zu produzieren, um ein Zeichen für mehr Respekt und gegen Ausgrenzung zu setzen.

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig unterstützt die Initiative in diesem Jahr und wünscht sich eine breite Beteiligung: "Die Idee des Netzes ist es, Menschen miteinander zu verbinden. Aber es kommt noch immer zu häufig vor, dass Menschen im Netz ausgegrenzt werden", sagt Schwesig. "Ich wünsche mir eine Netzkultur, in der Mobbing und Ausgrenzung keinen Platz haben. Mobbing passt nicht zur Grundidee vom Netz und auch nicht zu den Grundwerten in unserer Gesellschaft. Deshalb unterstütze ich den Wettbewerb 361 Grad Respekt.

Otto Vollmers vom diesjährigen Initiator der Initiative, Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e.V.), sagt: "Die FSM will Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, auf sichere Weise im Netz das zu machen, was ihnen Spaß macht: mit anderen kommunizieren, Freiheiten austesten und die vielfältigen Inhalte nutzen. Mit dem Wettbewerb 361 Grad Respekt haben Jugendliche im Netz selbst eine Stimme: gegen Ausgrenzung und Cybermobbing und für Toleranz. Hier können sie zeigen, was sie und andere stark macht in einem respektvollen Umgang miteinander - im Netz wie im Alltag."

Hauptunterstützer ist die Techniker Krankenkasse (TK), mit deren Unterstützung der 361 Grad YouTube-Kanal www.youtube.de/361grad auch im Anschluss an den Wettbewerb als Anlaufstelle für Diskussionen und dem Austausch zum Thema Respekt sowie der Förderung von sozialem Engagement, Bildung und Medienkompetenz dienen soll. "Mobbing über das Netz ist kinderleicht aber dennoch kein Kinderspiel", so der TK-Vorstandsvorsitzende Dr. Jens Baas. "Neue Studien zeigen, dass gemobbte Jugendliche davon auch noch im Erwachsenenalter körperlich krank sein können", so Baas. "Aus diesem Grund engagiert sich die TK bereits seit längerem mit verschiedenen Projekten gegen das Mobbing."

YouTube unterstützt von Beginn an die Aktion. Sabine Frank, Leiterin Jugendschutz und Medienkompetenz Google Deutschland: "Videos geben Jugendlichen die Möglichkeit sich kreativ auszudrücken, und wir sind immer wieder erstaunt, welche einfallsreichen Ideen junge Filmemacher in die YouTube Community einbringen. Leider gibt es einzelne, die sich dabei nicht an die Regeln halten - andere beleidigen, angreifen und verletzen. YouTube unterstützt 361 Grad Respekt, gemeinsam mit vielen Partnern bundesweit um dazu beizutragen Jugendliche gegen Ausgrenzung stark zu machen."


Zahlreiche Aktionspartner unterstützen den Wettbewerb

Die Initiative hat zahlreiche Unterstützer: Dem Mitbegründer "Laut gegen Nazis" folgen die Amadeu Antonio Stiftung, die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, die Deutsche UNESCO-Kommission e.V., Jugendpresse Deutschland e.V., jugendschutz.net, die EU-Initiative "klicksafe", die Aktion "MUT gegen rechte Gewalt", die bundesweite Aktion "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage", das
Jugendmagazin Spiesser, der Schulverteiler Schulkurier und die Jugendzeitung YAEZ. Die Videocamps in den Bundesländern werden von Partnern wie dem Bayerischen Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat Dr. Markus Söder, der stellvertretenden Ministerpräsidentin und Schulministerin des Landes Nordrhein-Westfalen Sylvia Löhrmann und vom Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommerns Mathias Brodkorb unterstützt.

Die Videocamps

Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 13 und 25 Jahren können sich ab sofort für die Videocamps bewerben. Auf youtube.de/361grad erläutern Interessierte kurz ihre Motivation - das 361-Grad-Team prüft die Bewerbungen und stellt Teams individuell zusammen. Die Videocamps finden in Berlin (25.-27.7.), Mainz (1.-3.8.), Köln (8.-10.8.), München (19.-21.8.) und Rostock (12.-14.9.) statt.

Über 361 Grad Respekt

Im Jahr 2009 unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel und "Laut gegen Nazis" gestartet, geht "361 Grad Respekt - Der Jugendwettbewerb auf YouTube gegen Ausgrenzung" in diesem Jahr in die vierte Runde. Der Initiator der diesjährigen Kampagne ist die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e.V.). Unterstützung erhält die Kampagne von der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Manuela Schwesig sowie von zahlreichen Institutionen und Stars.


Text/Quelle: TK-Pressestelle
Stand: 10.07.2014

Dienstag, 17. Juni 2014

Sonnenbrandgefahr durch Arzneimittel

Kreis Unna. (PK) Einige Arzneimittel vertragen sich nicht mit dem Sonnenlicht und können sonnenbrandartige Nebenwirkungen verursachen. Weil die Reaktion zeitlich verzögert eintreten kann, gibt Amtsapothekerin Birgit Habbes ein paar Hinweise.

„Ob ein Arzneimittel Hautreaktionen auslöst, hängt unter anderem von dem Wirkstoff, dem Hautzustand und der Lichtmenge ab“, erklärt die Amtsapothekerin. Zu den Auslösern gehören z.B. einige Wirkstoffe aus der Gruppe der Antibiotika (z.B. Ciprofloxacin oder Tetracyclin), der Schmerzmittel (z.B. Naproxen oder Diclofenac), der Anti-Depressionsmittel (z.B. Johanniskraut,Amitriptylin oder Imipramin) und der Medikamente, die auf das Herz-Kreislauf-System (z.B. Captopril, Simvastatin) wirken. Ob ein Arzneimittel riskant ist, kann im Beipackzettel nachgelesen oder in der Apotheke erfragt werden.

Wenn die Gefahr einer sogenannten phototoxischen Nebenwirkung besteht, sollte möglichst wenig Licht an die Haut kommen. „Man kann die Haut ganz einfach mit Kleidung schützen. Hilfreich ist auch die Einnahme eines Arzneimittels mit kurzer Halbwertzeit abends statt morgens“, so Birgit Habbes.

In der Mittagszeit sollte die Sonne gemieden werden. Ein ausreichender Sonnenschutz mit hohem UV A-Schutz sei zudem ebenso wichtig wie der Verzicht auf den Solariumsbesuch. „Wer ein Medikament mit phototoxischen Stoffen länger einnehmen muss, sollte für die Fenster in der Wohnung oder im Auto über spezielle UV-undurchlässigen Folien nachdenken“, gibt Amtsapothekerin Birgit Habbes einen praktischen Tipp.

Jeder Dritte übergewichtig: Abnehmen hilft in jedem Alter

Weltweit ist die Zahl der Übergewichtigen in den vergangenen 30 Jahren bei Erwachsenen um 28 Prozent und bei Kindern um 47 Prozent gestiegen. Inzwischen ist fast ein Drittel der Weltbevölkerung übergewichtig oder fettleibig. So lautet das Fazit einer internationalen Studie, für die Daten aus über 180 Ländern ausgewertet wurden.

Die Wissenschaftler hatten Umfragen und Untersuchungen der Jahre 1980 bis 2013 ausgewertet. Sie fordern koordinierte Maßnahmen, um weltweit die Menschen zu einer gesunden Ernährung, einer geringeren Kalorienaufnahme und mehr körperlicher Aktivität zu motivieren.

Im Jahre 1980 brachten noch 857 Millionen Menschen rund um den Globus zu viele Pfunde auf die Waage. Im Jahre 2013 waren es bereits 2,1 Milliarden. Die Zahl der Übergewichtigen nimmt damit deutlich schneller zu als die Weltbevölkerung. 671 Millionen Menschen haben einen Körpermassenindex (BMI) von mindestens 30 und sind damit fettleibig. Der größte Anteil lebt in den USA (13 %), gefolgt von China und Indien (gemeinsam 15 %), Russland, Brasilien, Mexiko, Ägypten, Deutschland, Pakistan und Indonesien. 62 Prozent der Fettleibigen leben in Entwicklungsländern, obwohl sich der dortige Anstieg der Fettleibigkeit in den vergangenen acht Jahren verlangsamt hat. Die stärkste Zunahme bezüglich Adipositas gab es in den vergangenen 30 Jahren bei den Frauen in Ägypten, Saudi-Arabien und Oman, bei den Männern in Neuseeland, Bahrain und Kuwait.

Immer mehr Kinder und Jugendliche sind übergewichtig oder fettleibig. In Deutschland ist bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 20 Jahre jeder Fünfte übergewichtig und jeder Zwanzigste adipös. Eine weitere Studie hat gezeigt, dass ein zu hohes Körpergewicht in jungen Jahren das Risiko für starke Fettleibigkeit im späteren Leben erhöht. Dazu hatten US-Wissenschaftler Daten der NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey)-Studie aus den Jahren 1999 bis 2010 ausgewertet. Männer, die im Alter von 25 Jahren fettleibig waren, hatten ein um 23 Prozent höheres Risiko für extreme Fettleibigkeit (BMI größer 40) nach dem 35. Geburtstag. Im Gegensatz dazu war nur ein Prozent der normalgewichtigen 25-Jährigen betroffen. Bei Frauen war es mit einem Risiko von 47 Prozent noch dramatischer - im Vergleich zu 5 Prozent der Normalgewichtigen. Übergewicht und Adipositas sind ernst zu nehmende Gesundheitsstörungen. Sie zählen zu den chronischen Krankheiten.

Viele weitere Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Arteriosklerose können sich daraus entwickeln. Die Studie hat aber auch gezeigt, dass das aktuelle Gewicht mehr Einfluss auf das Erkrankungsrisiko hat, als die Zahl der Jahre mit Übergewicht. Das bedeutet, dass Abnehmen in jedem Alter hilft, gesundheitlichen und psychischen Problemen vorzubeugen.

Heike Kreutz, www.aid.de

Quelle:
The Lancet, American Journal of Preventive Medicine, Bd. 46, Nr. 6, S. 578-584, 2014

Weitere Informationen:
aid-Heft "Mein Weg zum Wohlfühlgewicht", Bestell-Nr. 1389, Preis: 2,50 Euro, www.aid-medienshop.de